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"Naked Attraction" "Gucke mal, ein beschnittener Penis"

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Lümmel-TV für Neugierige

Schniepel- und Mumukunde für jedermann: "Naked Attraction - Dating Hautnah" – hier wird nicht nur gedatet, sondern inspiziert. Für alle, die einen Fleisch-Lümmel nicht von einem Blutpuller unterscheiden können. Und für Anatomiefans. Sie werden staunen!

Endlich haben die TV-Macher die Klagen über anrüchige Schmuddelformate, in denen sich zahnlose Muttis gegenseitig Staubwedel an den Kopf werfen, erhört. Hier ist etwas, worauf wir lange warten mussten, endlich was Seriöses, Anständiges, ein TV-Format, bei dem man nebenbei auch was lernen kann - moderne Schniepel- und Mumukunde.

Das neue Format mit dem Titel: "Naked Attraction - Dating Hautnah" wird von der ehemaligen Viva-Ansagerin Milka Loff Fernandes moderiert und ist schnell erklärt: Jeweils eine Single-Frau und ein Single-Mann, die keine Lust mehr haben, auf "Mausebärchen95" oder "Liebeslanze_4_free" reinzufallen, können sich im sogenannten "Dating im Rückwärtsgang" einen neuen potentiellen Partner aussuchen.

Den Anfang macht die sehr sportliche, blonde Jennifer, Erzieherin aus Gummersbach. In sechs farbigen Boxen stehen für sie nackte Männer bereit, deren Leiber Stück für Stück enthüllt werden. Begonnen wird natürlich mit dem "Unterkörper", is' klar.

"Dieser Puller zittert ja!"

"Wow, das ist ja eine Riesenauswahl", findet Jenny beim Anblick der vielen verschiedenen Puller. In der grünen Box gibt’s einen kleinen Schniepel zu sehen, "aber wenn der dann mal erregt ist, sieht das ja ganz anders aus." Echt schwierig, so eine Wahl zwischen großem, riesengroßem und "imposantem Penis". "Blutpenis vs. Fleischpenis" nicht zu vergessen! Ui, und was ist denn das da, voll süß, "dieser Puller zittert ja!" Ein Zitteraal, haha!

Auch Moderatöse Milka findet den einen oder anderen Lörres sehenswert: "Gucke mal, hier ist ein beschnittener Penis - ganz symmetrisch hängt er da. Wie in Stein gemeißelt!" Herrlich, diese Kommunikation der alten Griechen!

Gut, dass Jenny sich noch nicht entscheiden muss, es winkt ja noch die Kehrseite. Besonders schön: Bei den nicht Minderbepimmelten kann man durch die Pobacken volle Lotte auf die Bommeln gucken und so direkt – frei nach Milkas Anamnese – "vom Hinteren auf das Vordere schließen." Dringend Notiz ins Merkbuch!

Endlich wird die Brust der Herren gezeigt, dann das Gesicht und am Ende dürfen sie sogar noch was sagen. Jenny, die brummige Stimmen mag, weil die "so erotisch" sind, lässt einen nach dem anderen Kandidaten abdackeln. Der große Manuel aus Unterschleißheim ist aber trotzdem froh, sich nackig gemacht zu haben. Seine Familie wohl eher weniger.

"Wie sieht es bei dir mit Familienplanung aus?"

Damit die Fleischbeschau nicht einseitig wird, zieht nun auch Jenny blank und entscheidet sich letztlich für den Mann "mit dem sympathischen Ausdruck", dessen Lunte, oh Schreck, sofort auf Jennys "schöne Augen" reagiert.

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Kandidat Rob und Moderatorin Milka

Die beiden verstehen sich blendend. Lektion Nummer 1 fürs erste Date: Nicht lange rummurksen und die Zeit mit blöden Komplimenten vergeuden! Sofort in die Vollen gehen! Frage Nummer 1 für einen erfolgsversprechenden Abend: "Wie sieht es bei dir mit Familienplanung aus?"

Neben Jenny sucht Rob aus Berlin eine neue Liebe. Der Musiker, der in einer Schrammelband mitmischt und bei dem tatsächlich nackige Katzen rumflitzen, "zeigt gern die wilde Rockersau".

Auch für den 26-Jährigen, der Wert darauf legt, dass "die Proportionen stimmen", stehen sechs Boxen mit frischen Damen zur Begutachtung bereit. Robs Philosophie: "Wenn man schon weiß, wie der andere nackig aussieht, kann man sich besser aufs Gespräch konzentrieren." Vorausgesetzt natürlich, ein Sprachzentrum ist vorhanden.

"Sesam öffne dich", ruft Schrammel-Robby und - tada! - da erscheinen sie, die mumu-fizierten Damen! "Oh, aha", freut sich der Muschi-Checker beim Anblick der "teilrasierten, gepiercten" Vaginen. "Sehr schön, auch nicht zu zart gebaut im Genitalbereich, nicht wie 'ne Barbie untenrum - also große Schamlippen", Herrgott nochmal, "man möchte ja 'ne Frau haben."

Auch die Brüste der noch Gesichtslosen sind recht schön: Mal aufgeblasen, mal "tropfenförmig, wie 'ne Brust eben aussehen sollte", so der Fachmann. Ja, es ist schon schwer, sich da rasch zu entscheiden, deshalb genießt Dr. Rob noch einmal intensiv die schöne Aussicht, bevor er die 28-jährige Marie, Kulturmanagerin aus Berlin, als Erste abserviert.

Pussy Deluxe für den Muschi-Checker

Interessanter Nebenaspekt: Bei Kimberly, der Dame aus der roten Box, stehen schön tätowierte Buchstaben unterm gravitationslosen Busen. Was sich von weitem wie: "Live your life", "Free Your Mind" oder ähnlich halbgar Zusammengeverstes liest, offenbart sich von Nahem als göttlich Geschwungenes: "Pussy Deluxe." Wahnsinn, eine Liebesgöttin, bestimmt Venus persönlich, die darf der Rob nicht von dannen ziehen lassen!

Aber dann werden die Gesichter der muschikulturellen Damen enthüllt und der Aussucher schickt eine "Rassefrau" nach der nächsten fort, die blonde, fake-bewimperte Chantal aus Recklinghausen, deren falscher Busen "ihr Kapital ist" und leider auch "Pussy Deluxe".

Robs rosaner Rächer, den er am Ende selbstverständlich freilässt, "frau soll ja wissen, woran sie ist", darf schließlich von einer scheuen Österreicherin mit schönem Lächeln bejubelt werden.

Angezogen lümmeln die Brünette und der Nacktkatzenfan in einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg rum. Sie grinsen unsicher, plappern ein bisschen. Vielleicht sehen sie sich wieder, Muschivation ist, zumindest von Robs Seite, nach wie vor vorhanden.

Quelle: n-tv.de

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