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Aidan Marsh (l.) und Sam Hunter waren ein Paar - bis sie schwer verletzt wurde. Jetzt kann sie ihm nicht mehr vertrauen.
Aidan Marsh (l.) und Sam Hunter waren ein Paar - bis sie schwer verletzt wurde. Jetzt kann sie ihm nicht mehr vertrauen.(Foto: Twitter/HuntedTVShow)
Dienstag, 13. Januar 2015

Vertraue niemandem!: "Hunted" sucht Feind in den eigenen Reihen

Von Anna Meinecke

Diese Lippen will man küssen, doch dafür bleibt keine Zeit - Sam Hunter ist bildhübsch, darum geht es aber gar nicht, jedenfalls nicht primär. In der Serie "Hunted" versucht die Spionin herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat.

Eine schöne Einzelgängerin mit einer langen Liste an Feinden: Sam Hunter ist Spion, Jagende wie Gejagte und in jeder Szene bereit mit geschürzten Lippen zum Mode-Shooting anzutreten. Es ist ein bisschen als habe Melissa George die Hauptrolle bekommen, die sie in "Alias - Die Agentin", wo sie eine Nebenrolle abbekam, nicht spielen durfte.

Spionin Sam Hunter vertraut niemandem.
Spionin Sam Hunter vertraut niemandem.(Foto: Twitter/Canals1994)

Als Sam Hunter hat George in "Hunted" zwar keine verrückten Kostüme an, zeigt sich dafür aber gerne mal nackt. Ab heute läuft die Serie auf RTL II.

Sam arbeitet als Agentin für eine private Sicherheitsfirma. Ihre Aufträge sind so geheim wie die Auftraggeber, ihre Arbeit nicht immer ganz legal. Ein Jahr, nachdem sie bei einem Job beinahe ums Leben gekommen wäre, kehrt Sam zu ihrem Arbeitgeber zurück, um herauszufinden, wer sie tot sehen will. Sie vermutet denjenigen in den eigenen Reihen. Wie schon bei Produzent Frank Spotnitz' Fernsehserie "Akte X" lautet die Devise: Vertraue niemandem - auch nicht dem Lover (Adam Rayner aus "Tyrant").

"Homeland" mit wenig Tiefe

Während Sam ihren Widersacher in den eigenen Reihen sucht, muss sie außerdem getarnt als Kindermädchen in einer noblen Londoner Familie ermitteln. Patriarch Jack Turner (Patrick Malahide) hat seine Vermögenswerte liquidiert, um in einen Staudamm in Pakistan zu investieren und Sam soll herausfinden, wieso.

Sams ärgste Feindin ist aber vermutlich Carrie Mathison - auch wenn die bei "Hunted" gar keine Rolle spielt. Die Rede ist natürlich von Claire Danes' sperrigem Charakter in der Erfolgsshow "Homeland". Mit ihrem Spiel hat Danes die Messlatte für einsame Heldinnen hochgesetzt: Sie ist hartnäckig - brillant, aber gestört, leidenschaftlich und doch zurückhaltend. All das ist Sam Hunter auch, nur mit weniger Tiefe.

Vielleicht spielt Melissa George nicht überzeugend genug, vielleicht ist das Skript zu schlecht - jedenfalls kann George einen vertrauten Handlungsstrang nicht zur TV-Meisterklasse machen. Muss sie aber auch nicht. Spione, internationale Verschwörungen und Terrorismus sind in der Realität ohnehin meist spannender als in der Bewegtbildadaption.

Wieso Spionage-Streifen trotzdem so beliebt sind? Weil sie Spaß machen. Und das trifft schließlich auch auf "Hunted" zu. Die Show reiht sich ein bei den aufwendig produzierten Agenten-Thrillern. Mit plumpen Dialogen, unnötigen Sexszenen und expliziter Darstellung von Gewalt ist "Hunted" vielleicht nicht überraschend, aber gut.

"Hunted - Vertraue niemandem" läuft ab dem 13. Januar bei RTL II.

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Quelle: n-tv.de