Unterhaltung

Mit fernöstlichen Vibes zum Popthron Jamie-Lee ist "The Voice Of Germany"

Viel Feuer, viel Konfetti, viel Tamtam: Das "The Voice Of Germany"-Finale tischt üppig auf. Musikalisch überzeugt am Ende nur eine so richtig. Ihre Markenzeichen: ausgeflipptes Asia-Styling und eine Stimme mit Wiedererkennungswert.

Sie haben gekämpft. Sie haben gezittert. Sie haben gehofft. Und sie haben sich natürlich allesamt die Seele aus dem Leib gesungen. Die Rede ist von den vier verbliebenen "The Voice Of Germany"-Kandidaten Isabel Ment (Team Stefanie Kloß), Jamie-Lee Kriewitz (Team Michi Beck und Smudo) sowie Tiffany Kemp und Ayke Witt (Team Andreas Bourani). Zwei Monate lang sangen sich die aufstrebenden Gesangstalente durch die nationale und internationale Musikgeschichte.

An der Leine der Juroren und Teamkapitäne, die ebenfalls Woche für Woche Blut und Wasser schwitzten, präsentierten sich die vier vermeintlich stärksten, noch unentdeckten Stimmen des Landes nun im finalen Rampenlicht. Und wie es sich für ein TV-Format dieser Größenordnung gehört, standen auch jede Menge internationale Hochkaräter der Branche Spalier. Darunter auch Ellie Goulding, Großbritanniens Vorzeigeblondine, wenn es um Hits am Fließband geht. Sie ist es auch, die gemeinsam mit Isabel Ment die erste Performance des Abends präsentiert. Nach dem letzten Akkord des Songs "Army" grinst aber nur eine überzeugend in die Kamera. Und das ist Ellie Goulding. Isabel Ment hingegen lächelt eher gezwungenermaßen; wohlwissend, dass ihr dünner Auftritt keine sonderlich großen Spuren hinterlassen hat.

Schüchternes K-Pop-Küken

Der nächste, der zwischen sprühenden Deckenfunken und reichlich Bühnenpyro mit einem Gast an seiner Seite auf die Bühne stürmt, ist der einzige Mann im Finalistenfeld. Sein Name: Ayke Witt. Zusammen mit Panda-Rapper Cro hüpft der Wolfsburger zu geschmeidigen Hip Hop-Beats über das gläserne Podest. Aber auch hier hält sich die Begeisterung beim Zuschauer daheim in Grenzen. Zu aufgesetzt und beliebig schüttelt das Kurzzeit-Duo einen Reim nach dem anderen aus den Ärmeln.

Berlin steht allerdings Kopf. Die Halle bebt. Und ist das Gebotene auch noch so austauschbar. Selbst Deutschlands mittlerweile beliebtestes fleischgewordenes K-Pop-Häschen Jamie-Lee Kriewitz zittern während ihres ersten echten Star-Duetts hörbar die Knie. Ungewohnt schüchtern klebt das sonst so impulsive Küken der Show an den Lippen von Grammy-Preisträgerin Jess Glynne. Einzig Tiffany Kemp schafft es während ihres Duetts ein bisschen Leben in die Bude zu bringen. Mit James Morrison an ihrer Seite serviert die Kitzingerin großen Soul auf dem Silbertablett.

Richtig überzeugen kann nur eine

Die Auftritte mit bereits gestandenen Businessgrößen markieren aber nur einen Teil des Abends. Der andere gehört den Finalisten ganz allein. Und hier zeigt sich schließlich, wer umgeben vom eigenen Schaffen die größten Spuren hinterlässt.

Während Isabel Ment auch mit der Gitarre vor der Brust keine musikalischen Berge mehr versetzen mag und sich die stimmgewaltige Tiffany Kemp in balladesken 007-Welten verliert, drückt Ayke Witt mit berührendem Singer/Songwriter-Liedgut auf die Tränendrüse. Der Sieg wäre ihm wohl sicher gewesen, wäre da nicht dieser knuffige, kunterbunte Tennie-Flummi aus Hannover namens Jamie-Lee Kriewitz. Die glänzt nämlich mit facettenreichen Florence-And-The-Machine-Vibes und einer markanten Stimmcharakteristik, mit der kein anderer der Kandidaten mithalten kann.

Und so heißt es kurz nach dem letzten "all together" mit Rotzröhre Elle King und dem haarigen Hüpftheater einer einstmals großartigen Band namens Coldplay: And the winner is Jamie-Lee Kriewitz! Abermals weht tonnenweise Konfetti durchs TV-Studio, während die Massen sich von ihren Sitzen erheben und der sich selbst feiernden Jury und der vor Freude weinenden Siegerin zujubeln. Ein Finale mit Pauken und Trompeten, bei dem nur eine so richtig überzeugen konnte. Und die freut sich nun völlig zu Recht über einen Plattenvertrag und einen nigelnagelneuen fahrbaren Untersatz. Glückwunsch nach Hannover.

Quelle: ntv.de