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Arbeiten für "Spiegel" und "Stern" Karikaturist Manfred Deix ist tot

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Der Begriff "Deix-Figur" schaffte es sogar in den Duden.

Manfred Deix entwarf Titelbilder für viele bedeutende Magazine und schaffte es mit seinem Zeichenstil sogar in den Duden. Der Österreicher gilt als ebenso populär wie schonungslos. Nun ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der österreichische Zeichner und Karikaturist Manfred Deix ist tot. Deix starb am Samstag im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Direktor des Karikaturmuseums Krems, Gottfried Gusenbauer, berichtete.

Deix zählte zu den bekanntesten österreichischen Künstlern und zu den populärsten satirischen Zeichnern im deutschsprachigen Raum. 1972 hatte er erste Veröffentlichungen unter anderem in dem Magazin "Profil", später entwarf er Titelbilder für "Stern" und "Spiegel" sowie für "Pardon", "Titanic" und "Playboy". Bei Herausgebern und Redakteuren waren seine verspäteten Abgaben berüchtigt.

Viele Prozesse wegen seiner Kunst

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Deix' Stil besitzt hohen Wiedererkennungswert.

(Foto: dpa)

Wie kein anderer Zeichner verstand es Deix, das Milieu des Kleinbürgers auf bissige Weise abzubilden. Lieblingsmotiv war der Durchschnittsösterreicher mit seinen Skurrilitäten und Besonderheiten: Der perfide Hausmeister mit Blockwartgesinnung oder die mittelalterliche Frohnatur mit Mohairmantel und Trachtenhut auf dem streng ondulierten Haar. Sie wurden Teil seiner klassischen "Deix-Figuren", ein Begriff, der sogar im Duden zu finden ist.

Seine schonungslosen zeit- und gesellschaftlichen Arbeiten machten Deix populär - und angreifbar: Über die Jahre war er immer wieder Anfeindungen ausgesetzt, sie brachten ihm Prozesse und Strafen ein. "Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen. Wer denn, wenn nicht Satiriker, sollen die Dinge beim Namen nennen", sagte er dazu einmal in einem Interview.

Doch sah er auch Grenzen der Satire, wie er nach den Anschlägen auf das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 darlegte: "Sie darf alles und muss alles, was mit der Moral des Zeichners zusammengeht. Man darf den eigenen Mut aber nicht überlisten und nicht brandgefährlich werden."

Fernsehjunkie und Katzenliebhaber

Deix veröffentlichte viele Bücher und war in verschiedenen Ausstellungen vertreten. Das 2001 eröffnete Karikaturenmuseum in Krems, an dessen Gründung Deix beteiligt war, bietet unter dem Titel "Die Welt des Manfred Deix" eine Dauerausstellung mit 250 seiner Werke an. "Nichts für Zartbesaitete", schreibt das Museum selbst dazu.

Bekannt war Deix auch als Fan der früheren Popband Beach Boys, als Fernseh-Junkie und als Katzenliebhaber: Er und seine Frau Marietta betreuten in ihrer Villa in Klosterneuburg nördlich von Wien zeitweise bis zu 200 Katzen.

In den vergangenen Jahren gab es laut APA immer wieder Nachrichten über Deix' schlechten Gesundheitszustand. 2014 musste eine Buchpräsentation nach einem Zusammenbruch kurzfristig verschoben werden.

Quelle: n-tv.de, kbe/AFP

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