Unterhaltung

"Let's Dance" - Show 1 Llambi findet Evelyn billig

Team "Poluft" lässt es krachen, Pommes liefert ordentlich ab und Benjamin rührt zu Tränen. Gehen muss am Ende jemand, den man gar nicht auf dem Schirm hatte. So war die erste Live-Show.

"Ich fand es sehr billig. Das war nicht Cha-Cha-Cha, das hätte auch "Adam sucht Eva", "Naked Attraction" oder "Love Island" sein können!": So lautet es, das harte Urteil des Jury-Bosses zum ersten Tanz von unserer lieben Knutschkugel Evelyn Burdecki.

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Evgeny und Evelyn.

Eigentlich wollte die Dschungelkönigin mit ihrem Evgeny gern zeigen, dass sie weder "zwei linke Gehirnzellen" noch "zwei linke Beine" hat, doch sie stolpert beim Versuch, mit Grazie von einem Tisch runterzusteigen und findet ob dieses Fauxpas nicht mehr so richtig rein in die ganze Cha-Cha-Cha-Chose. "Nur zu kokettieren mit Po und Mund, das will ich hier nicht sehen", motzt Llambi im Ekel-Alfred-Modus.

Von nun an kann man förmlich zusehen, wie das harte, verletzende Urteil sich wie ein fieser Bandwurm bis in das sensible Herzchen der niedlichen Blondine hineinfrisst: Tränchen in den Augen, abwesender Blick, sie werden ganz schön an ihr knabbern, diese beleidigenden Worte.

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Benjamin und Isabel.

De facto sollte aber eines dringend festgehalten werden: Die Choreographie wird immer noch vom Profitänzer und nicht vom Promi erstellt. Und wenn Evelyns Evgeny sie eigens dafür auf einen Tisch krabbeln lässt, wird sie seinen Anweisungen folgen. Von daher ist eine solche Kritik, die in ihrer Schwere an die von Mareike Steen aus dem vergangenen Jahr erinnert, gewiss sehr verletzend und auch völlig unnötig.

"Pommes" überrascht mit Wiener Walzer

Show Nummer 1 also: Wir sehen sofort, das harte Training trägt ratzfatz Früchte. Das ahnen wahrscheinlich auch die Juroren sowie die Moderatoren, die sich an diesem Abend besonders hübsch gemacht haben. Jorge hatte am Morgen noch mit einem Mettigel gepokert und seine Frisur gewonnen und Victoria Swarovski sieht aus wie eine griechische, mit Blattgold überzogene Göttin. Man kriegt es ein bisschen mit der Angst, Franck Ribéry könnte jeden Augenblick Besteck wedelnd auf die Bühne stürmen.

Natürlich ist bei jedem Promi noch Luft nach oben, aber "Junge, Junge", Pommes' Wiener Walzer kann sich schon jetzt durchaus sehen lassen! Und sogar der Insta-Burschi Lukas Rieger tanzt nicht nur eine sehr "elanvolle" Salsa, sondern zeigt, wie Llambi lobt, auch "tolle Isolationsbewegungen!"

Was einem aber mächtig gewaltig auf den Zeiger geht: dieses permanente Thematisieren, dass Kerstin Ott mit einer Frau tanzt. Oh, wie ist das für dich mit einer Frau zu tanzen? Oh, wie fühlt sich das an? Hallo, Kerstin Ott liebt Frauen und tanzt deswegen mit einer Frau! Es wird aber so getan, als tanze ein Mensch mit einem Pinguin, den man versehentlich mit einem Kühlschrank gekreuzt hat! Dafür, dass die Sängerin, wie sie über sich selbst sagt, "nicht als Rampensau geboren wurde" und zur Bühne kam, "wie die Jungfrau zum Kinde", tanzt sie einen sehr passablen Wiener Walzer, ein bisschen zurückhaltend vielleicht, aber mit schönen "weichen Momenten".

"Phänomenale" Lacher mit Team "Poluft"

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Team Poluft lässt es krachen.

Apropos weich: Das sind sowohl die Bewegungen von Blödelheini Pocher als auch seine gut gezüchtete Wampe. Pocher tanzt mit Christina Luft. Gemeinsam sind sie das Team "Poluft". Wie die Profitänzerin dem Wursti die Salsa-Choreografie versucht beizubringen, ist einfach "phänomenal". "Versuch eine Nutella-Wand abzulecken!" oder "Denk an Porno-Duschen". Oli tanzt zwar laut Jorge wie ein "verlorener Tourist in der Karibik" und erinnert auch sonst schwer an diese Wackeldackel, die man manchmal noch auf der Hutablage in Autos sieht, aber der Clown bringt Stimmung in die Bude, obschon sein Humor nicht jedermanns Geschmäckle ist.

Ein Wort zu den Damen: Leichtfüßig, als würden sie über eine Blumenwiese tänzeln, sehen wir vor allem "GZSZ"-Schauspielerin Ulrike Frank und Barbara Becker. Man überlegt gleich zweimal, ob man erneut die Griffel in die Chipstüte stecken soll, obwohl man die Gusche noch voll hat. Ja, Barbara ist ein bisschen außer Puste, aber das ist nichts im Vergleich zur schnappatmigen "Mocki"! Sie japst, als mache ihr eine mittelschwere COPD zu schaffen, dabei hat die Läuferin nur einen anderthalbminütigen Cha-Cha-Cha zu meistern. Das beweist: Bloß nicht das Tanzen unterschätzen! Was leicht aussieht, ist schwere Arbeit. Wenn "Mocki" jetzt nur noch "ein bisschen mehr Weiblichkeit" zulässt, könnte es vielleicht was werden.

Applaus für den "König vom Dancefloor"

Zu den Highlights der ersten Show zählt zweifelsohne auch Ella. Endlich zeigt sie dem Zuschauer, wie "lebendig", "klasse" und "raffiniert" sie sich bewegen kann. Und erst diese "Rückenlinie!" Miss Ella legt die Latte mit ihrem Quickstep ganz weit nach oben. Und obschon der Laie meint, der Cha-Cha-Cha von Nazan Eckes stehe dieser Leistung in nichts nach, sieht Llambi bei der Moderatorin "Licht und Schatten".

So muss der eine noch die Handbremse lösen und der andere den zweiten Gang einlegen. Für Show Nummer 1 konnten sich die Leistungen durchaus sehen lassen. Die Herzen aber hat vor allem er berührt: der gehörlose Schauspieler Benjamin Piwko. Ihn allein bei den Proben zu sehen, ist "ganz großes Kino". Ben und Isabel tanzen einen Langsamen Walzer zu "Moon River". "Das ist so schade, dass er das nicht hören kann", sagt Edvardsson sichtlich gerührt, aber Ben fühlt die Musik durch sie. Der "König vom Dancefloor" bewegt sich mit einer solchen Grazie und Eleganz, dass Motsi die Tränen kommen.

Ganz ohne zu weinen verabschiedet sich indes Jan Hartmann vom Publikum. Der Schauspieler muss die Show als erster verlassen. Dabei war sein Wiener Walzer gar nicht mal so schlecht. Hoffentlich denkt er nach seinem Rauswurf nicht bei einem Bierchen: Als Influencer wäre mir das bestimmt nicht passiert!

Quelle: n-tv.de

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