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"Holt einen immer wieder ein" "Löwin" Wöhrl spricht über Tod ihres Sohnes

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Ihre Familie habe den Tod sehr "atypisch" verarbeitet, sagte Wöhrl.

(Foto: imago images/APress)

Im Jahr 2001 erlebt Dagmar Wöhrl, was kein Elternteil durchmachen sollte: "Die Höhle der Löwen"-Investorin muss ihren Sohn begraben. Bei Markus Lanz erzählt die 65-Jährige nun, wie ihre Familie nach dem Todesfall auf "atypische" Weise zu neuen Kräften gelang.

"Die Höhle der Löwen"-Investorin Dagmar Wöhrl lebt seit Jahren mit einem schweren Schicksalsschlag. Im Juli 2001 starb ihr Sohn bei einem tragischen Unfall. Der damals zwölfjährige Emanuel stürzte vom Dach des Hauses acht Meter in die Tiefe. Spricht die Unternehmerin darüber, steigen ihr noch immer die Tränen in die Augen, ihre Stimme wird zittrig. So auch am gestrigen Dienstag in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Dort erinnerte sie sich gemeinsam mit ihrem älteren Sohn, Marcus Wöhrl, an den Unfall zurück.

"Die ganze Familie war zuhause, was selten war", so die 65-Jährige, die zu jener Zeit als Politikerin noch "unwahrscheinlich viel unterwegs" gewesen sei. Gegen Mitternacht habe Emanuel wahrscheinlich versucht, über ein Gerüst am Haus auf das Nachbargelände zu schauen, wo eine Party stattfand. Marcus Wöhrl, der auf seiner Terrasse saß, habe zusehen müssen, wie sein kleiner Bruder auf den Betonboden fiel. Bei dem Sturz platzte seine Aorta.

"Nimmt uns zu sehr mit"

Für die Familie war es keine leichte Zeit. Man lerne, mit solchen Schicksalsschlägen umzugehen, so Wöhrl. "Aber sie holen einen immer wieder ein." Die Unternehmerin habe sich deswegen in ihre Arbeit vertieft. Dennoch sei es hilfreich gewesen, dass jeder auf seine Weise trauern durfte, konnte und auch immer noch tut. So sagte Sohn Marcus: "Meine Mutter geht gern zum Grab. Mein Vater und ich können das nicht, weil uns das zu sehr mitnimmt."

In so jungen Jahren mit dem Tod konfrontiert zu werden, sei für Emanuels Schulklasse und Freunde "natürlich auch ein Schock gewesen". Familie Wöhrl agierte zu jener Zeit nach eigener Aussage "atypisch": "Wir haben alle zu uns ins Haus geholt. Wie so ein Matratzenlager hat das bei uns ausgesehen", erzählte die Investorin. Tagelang hätten sie dort zusammengesessen und diskutiert; "über das Leben, über das Positive, aber natürlich auch über das Negative und den Tod, wie man sich mit ihm auseinandersetzt". Dieses Zusammensein habe "jedem sehr, sehr viel gebracht".

Sohn Marcus, der zum Zeitpunkt des Unfalls 15 Jahre alt war, ergänzte: "Das Spannende damals war, dass vor allem die jungen Menschen so stark waren und diese Kraft hatten, um meiner Mutter und meinem Vater wieder Lebensenergie zu geben."

Quelle: ntv.de, lri/spot