Unterhaltung

Die Lust am Leben Maximilian Schell wird 80

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Lust auf's Leben: Maximilian Schell.

(Foto: dapd)

Während die einen noch über die Rente mit 67 stöhnen gibt es andere, die einfach gar nicht aufhören wollen: Johannes Heesters ist der wohl bekannteste Oldie unter seinen Kollegen, aber auch Maximilian Schell, im Vergleich ein wahrer Jungspund, will auf den Brettern bleiben.

Der Schauspieler und Oscar-Preisträger Maximilian Schell denkt nicht ans Aufhören. Auch nach fast 60 Jahren auf der Bühne verspürt er Lust am Spiel und der Inszenierung. Derzeit plant der Österreicher, der am 8. Dezember 80 Jahre alt wird, einen neuen Kinofilm. Ideen für die Zukunft habe er genug, sagte der in Preitenegg in Kärnten lebende Schell in einem Interview.

Oft als Ausnahmeschauspieler bezeichnet, sieht er selbst sich ganz bescheiden: "Ich habe das große Glück, ein rundum erfülltes Dasein zu haben. All das, was mir wichtig ist, kommt in meinem Lebensplan vor: Die Kunst, interessante Menschen, das Leben, die Liebe. Ich bin in der schönen Lage, all das, was mir am Herzen liegt, zu haben oder umsetzen zu können. Es wäre schrecklich für mich, wenn mein Leben oberflächlich wäre."

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Mit Schwester Maria, die 2005 gestorben ist.

(Foto: dpa)

Ist er denn stolz, wenn er sein Lebenswerk betrachtet? "Es schmeichelt natürlich, wenn das, was man tut, erfolgreich ist und anerkannt wird. Doch zum Leben gehören auch Misserfolge. Über diese zu reden, bereitet mir heute keine Probleme." Er lacht dann gemeinsam mit Freunden herzhaft darüber, im Nachhinein versteht sich. Den Begriff Lebenswerk findet er nicht sehr glücklich: "Das klingt wie der Vorläufer vom Tod. Und das ist es nicht, was ich fühle. Ich spüre Lust und Leben."

Er ist beständig am Arbeiten: Seit einiger Zeit schreibt er an einem Buch mit dem Titel "Ich fliege über dunkle Täler". Er erzählt in diesem Buch Geschichten und zeigt Autographen, die er in all den Jahren gesammelt hat. Eigentlich sollte dieses Buch zum 80. Geburtstag fertig werden. "Das hat leider nicht geklappt", bedauert er. "Aber es wird hoffentlich nicht mehr lange dauern. Und ich freue mich darauf, weil viele Erinnerungen zwischen den Buchdeckeln stecken."

Altersschwerpunkt hinter der Kamera

Zu seinen Plänen sagt er: "Mein Freund Gregory Peck hat einmal gesagt, als Schauspieler kommt man in ein Alter, da werden einem anstelle von Rollen nur noch Reden angeboten. Das stimmt wirklich. Aber ich habe so viele Ideen, die ich im Kopf habe und umsetzen möchte, dass es mir nicht langweilig wird. Ich bin mein eigener Auftraggeber. Der Arbeitsschwerpunkt ist aber hinter der Kamera." Konkret könnte das dann so aussehen: "Das große Vorhaben, in das ich mein Herz und viel Energie stecke, ist das Filmprojekt "Beethoven und Napoleon - Genie und Wahnsinn". Es ist ein Historiendrama über den Komponisten Ludwig van Beethoven und dessen Auseinandersetzung mit Napoleon. Ein wunderbarer Stoff, in dem so viel steckt. Die beiden haben sich ja nie getroffen. Aber allein die Vorstellung, wie diese beiden starken Charaktere aufeinandertreffen und wie sie miteinander umgegangen wären, das trägt Spannung und Tragödie in sich."

Maximilian Schell in der Rolle des Verteidigers in dem US-amerikanischen Spielfilm "Das Urteil von Nürnberg" (Archivfoto von 1961)

In "Das Urteil von Nürnberg" (19061).

Mit der Umsetzung lässt er sich allerdings Zeit: "Ich arbeite schon seit vielen Jahren daran. Eine Idee, die mich nicht mehr loslässt. Das Drehbuch ist fertig, ich würde die Regie übernehmen." Und auch Wunschkandidaten für seine Hauptrollen hat schon: "Drehen würde ich diesen Kinofilm gerne mit Hollywoodschauspielern, in der Hauptrolle hätte ich am liebsten Johnny Depp. Aber ich bin noch auf der Suche nach einem Produzenten. Und das ist ein schwieriges Geschäft."

Diese Idee ist gar nicht mal so utopisch, denn Maximilian Schell hat Kontakte auf der ganzen Welt: "Ich habe es immer genossen, auf der ganzen Welt zuhause zu sein. Jeder Ort war einzigartig, weil ich spannende Menschen und interessante Themen kennenlernen durfte. Je älter ich werde, desto mehr gewinnt für mich die Alm meiner Familie in Kärnten an Bedeutung. Hier habe ich meine Kindheit verbracht, hier habe viel Glück erlebt. Die Alm ist einer meiner Ankerpunkte."

Seinem 80. Geburtstag versucht er, nicht all zu viel Bedeutung beizumessen: "Man hat mich schon überreden müssen, dieses Ereignis derart groß zu feiern, unter anderem mit einem großen Fest in meiner Heimatgemeinde und einer Gala in Wien. Ich könnte auch ganz gut im privaten Kreis auf meiner Alm feiern. Auf der anderen Seite bin ich neugierig und voller Vorfreude. Wenn diese Feiern nicht wären, würde mir vermutlich etwas fehlen."

 

Quelle: n-tv.de, dpa