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"Harry, hol den Heli!" Nackt-Prinz zurück in Afghanistan

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Nach den letzten Eskapaden wartet nun richtige Arbeit auf die Nummer drei der britischen Thronfolge.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit: Gerade noch lässt Harry in Las Vegas mit Freunden die Sau raus, jetzt soll er vier Monate lang die britische Luftwaffe am Hindukusch unterstützen. Die britischen Medien sticheln, Harry müsse sich jetzt erst mal umgewöhnen - vor allem wegen des Alkoholverbots in Camp Bastion.

Prinz Harry, zuletzt wegen seiner Nacktfotos in Las Vegas in den Schlagzeilen, ist als Soldat wieder im Afghanistan-Einsatz. Als Pilot eines Kampfhubschraubers der britischen Luftwaffe habe er einen viermonatigen Einsatz am Hindukusch begonnen, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. "Captain Wales", wie der 27 Jahre alte Harry als Offizier genannt wird, ist bereits in Camp Bastion in der afghanischen Provinz Helmand eingetroffen.

Camp Bastion ist laut Angaben des britischen Verteidigungsministeriums mit mehr als 28.000 Beschäftigten vor Ort einer der verkehrsreichsten Flugplätze der Welt. Es liegt in der Nähe der US-Basis Camp Leatherneck. Wie britische Medien sticheln werde sich Harry ganz schön umgewöhnen müssen. "Der Unterschied zu 'Sin City' Las Vegas könnte kaum größer sein, wo das Hotelzimmer 5000 Pfund pro Nacht gekostet hat", berichtet der Fernsehsender ITV. Auch mit dem Buckingham Palace sei es nicht zu vergleichen, wo die Königsfamilie vom Silber-Geschirr Delikatessen isst und sich von Chauffeuren herumfahren lässt. In Camp Bastion herrsche absolutes Alkoholverbot.

Harry soll sich auf die Arbeit konzentrieren

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Gerade angekommen, schaut sich Harry erst mal die hochmodernen Helikopter an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Enkel von Queen Elizabeth II. war bereits 2008 in den Krieg am Hindukusch geschickt worden. Damals hatten aber britische Medien den eigentlich geheim gehaltenen Einsatz des Prinzen öffentlich gemacht. Das Verteidigungsministerium holte ihn dann nach nur zehn Tagen zurück. Es war befürchtet worden, dass Harry selbst und seine Einheit aus Propaganda-Gründen zum speziellen Ziel von Taliban-Angriffen werden könnten. Harry hatte sich damals enttäuscht gezeigt und immer wieder den Wunsch geäußert, seinen Einsatz vollenden zu können.

Diesmal machte die britische Armee den Einsatz der Nummer drei in der britischen Thronfolge von Anfang an öffentlich, nur der Zeitpunkt seiner Ankunft war geheim gehalten worden. Sein Befehlshaber Jock Gordon bezeichnete Harry laut Berichten von NBC als nützliche Unterstützung, allerdings hoffe er auch, dass Harry sich trotz der Aufmerksamkeit auf seine Aufgabe konzentrieren kann. "Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er einen schwierigen und anstrengenden Job zu erledigen", so Gordon. "Ich hoffe, dass man ihn seine Arbeit machen lässt und ihm erlaubt, sich auf die Hilfe für die Bodentruppen zu konzentrieren."

Wenn nötig auch Kampfeinsätze

Harrys Schwadron werde Hubschrauber-Unterstützung für die internationale Schutztruppe ISAF und für die afghanische Armee leisten, erklärt das Ministerium. Dazu gehörten Überwachung- und Begleitflüge aber auch Abschreckung und wenn nötig Kampfeinsätze. Harrys Aufgabe werde es zum Großteil der Flugzeiten sein, die Technik des Helikopters vom Typ Apache sowie die Waffensysteme zu überwachen.

Wie die ITV Nachrichten berichteten, wirkte Harry entspannt, wenn auch müde, als er nach dem langen Flug von Oxfordshire in Camp Bastion ankam. Seine ersten Stunden in Afghanistan verbrachte er damit, sich die hochmodernen Luftfahrzeuge der britischen Armee anzuschauen. Laut ITV verglich er sie mit Robotern.

Urlaub vor Afghanistan

Zuletzt war Harry erneut mit einem Skandal in den Schlagzeilen gewesen, als Fotos im Internet kursierten, die ihn nackt mit einer Frau in seinem Hotelzimmer in Las Vegas zeigten. Harry hatte mit Freunden wohl noch einmal Urlaub machen wollen, bevor er für vier Monate nach Afghanistan zog. Das britische Königshaus äußerte sich offiziell bisher nicht zu den Aufnahmen.

Die bestverkaufte britische Boulevard-Zeitung "The Sun" hatte die Bilder schließlich veröffentlicht, nachdem anderen Medien das auf Bitte der Königsfamilie nicht getan hatten. Bei der Kommission für Beschwerden gegen die Presse gingen etwa 3800 Einwände aus der britischen Bevölkerung gegen die Entscheidung der "Sun" ein, allerdings keine offizielle Beschwerde aus dem Königshaus.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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