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"Wer wird Millionär?" international Nicht jedem Sieger winkt die Million

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Feiert am Montagabend seine 1250. "Wer wird Millionär?"-Ausgabe: Günther Jauch.

(Foto: RTL / Benno Kraehahn)

"Wer wird Millionär?" feiert Jubiläum. Über 100 Millionen Euro hat Günther Jauch in 1250 Folgen bislang verteilt. In manchen Ländern gibt es als Hauptgewinn gerade mal 13.000 Euro. Dafür hat der "echte Slumdog-Millionär" grandios abgeräumt.

Mit Wissen, Geschick und Glück im Fernsehen reich werden: Dieses Spielprinzip hat "Wer wird Millionär?" (WWM) weltweit zu einem TV-Phänomen gemacht. Die Deutschen sind besonders treue Fans. Die Quizshow feiert am Montagabend um 20.15 Uhr bei RTL ihre 1250. Ausgabe mit einer Jubiläumsshow.

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In England moderierte Chris Tarrant rund 15 Jahre "Who Wants to Be a Millionaire?".

(Foto: REUTERS)

Seit dem Debüt am 3. September 1999 haben Günther Jauchs Kandidaten laut RTL-Statistik insgesamt über 104 Millionen Euro gewonnen (ohne die Prominenten-Specials). Jubel und Enttäuschung liegen hier dicht beieinander. 13 mal wurde die Million erspielt (dreimal von Prominenten für einen guten Zweck), 25 Kandidaten mussten hingegen den heißen Stuhl mit leeren Händen verlassen.

Während in Deutschland für "Wer wird Millionär?" kein Ende in Sicht ist, liegt das britische Original mittlerweile auf Eis. Das ging am 4. September 1989 beim Privatsender ITV1 auf Sendung und wurde im Februar 2014 eingestellt, nachdem sich Moderator Chris Tarrant für den Ausstieg entschlossen hatte. Die Show wurde weltweit in über 120 Ländern ausgestrahlt und in mehr als 90 Sprachen produziert. Nach RTL-Angaben läuft die Sendung in 105 Staaten bereits seit über zehn Jahren und 150 mal wurden Höchstgewinne erzielt. Diese fallen allerdings sehr unterschiedlich aus.

Weit weg vom Reichtum

In Deutschland wurde die Gewinnsumme nach der Umstellung auf Euro beibehalten. Auch in der US-Ausgabe wird der Titel wörtlich genommen und Sieger gehen mit einer Million US-Dollar nach Hause. In manchen Teilen der Welt fällt der Höchstgewinn umgerechnet weit niedriger aus. In der seit 2008 ausgestrahlten Show in Afghanistan gibt es maximal eine Million Afghani zu gewinnen. Das entspricht gerade einmal rund 12.700 Euro. Diese Summe relativiert sich natürlich, wenn die Einkommensverhältnisse zugrundegelegt werden. Laut der Weltbank beträgt das Durchschnittseinkommen in Afghanistan etwa 680 Dollar. Der WWM-Höchstgewinn entspricht damit etwa 21 Jahreseinkommen - das ist ebenso viel wie in Deutschland.

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In Indien gewann Sushil Kumar (l.) umgerechnet eine Million Dollar in der von Bollywood-Star Amitabh Bachchan (r.) präsentierten Sendung.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Weit weniger attraktiv ist die Teilnahme in Thailand. Der Hauptgewinn von einer Million Baht entspricht gerade einmal knapp fünf Jahresgehältern eines Durchschnittsverdieners. Noch mauer fallen die Aussichten in Japan aus. Hier gibt es maximal zehn Millionen Yen zu gewinnen. Das sind gerade mal zwei Jahresgehälter und die Summe, die in einer durchschnittlichen Folge in Deutschland ausgeschüttet wird. Vielleicht ist das auch der Grund, warum in Japan bislang die meisten Sieger verzeichnet wurden (knapp 40, die Hälfte davon Prominente). In der seit 2014 ausgestrahlten Version in Griechenland beträgt die maximale Prämie 100.000 Euro, in Dänemark gibt es eine Million Dänische Kronen, rund 134.000 Euro, zu gewinnen.

Der echte "Slumdog Millionaire"

Unglaublicher Reichtum bedeutete der Sieg hingegen für den Inder Sushil Kumar. 27 Millionen Landsleute schauten zu, als er als erster Teilnehmer im November 2011 50 Millionen Rupien gewann, damals umgerechnet eine Million US-Dollar. Mit 13 korrekt beantworteten Fragen erspielte sich der Büroangestellte aus einer der ärmsten Regionen Indiens auf einen Schlag rund 800 Jahresgehälter und wurde zum echten "Slumdog Millionaire" gekürt - schließlich erinnerte seine Lebensgeschichte stark an die Handlung von Danny Boyles mit acht Oscar gekröntem Film über die Spielshow.

Manchmal profitieren auch Menschen jenseits der Familie eines WWM-Gewinners von dem Sieg. Der erste deutsche Champion Eckhard Freise bezahlte mit der einen Million DM eine Doppelhaushälfte und spendete den Rest. Ralf Schnoor nutzte die 2010 erspielte Million unter anderem für Lohnerhöhungen für die Angestellten seines Cafés.

"Die große Jubiläumsshow" am Montagabend wäre der perfekte Rahmen für den 14. deutschen WWM-Gewinner. Hier ist allerdings so einiges anders als gewohnt. Anstatt der fünf zuvor ausgewählten Kandidaten hat bei der Sonderausgabe jeder der fast 200 Zuschauer im Studio die Chance, auf dem heißen Stuhl Platz zu nehmen.

Quelle: ntv.de

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