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Das Ende des Deutschen Fernsehpreises Öffentlich-Rechtliche suchen nach Alternative

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Zum letzten Mal erregte die Preisverleihung 2012 Aufsehen, als Marcel Reich-Ranicki einen Preis ablehnte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Deutsche Fernsehpreis gibt sich seinen Kritikern geschlagen. Die Initiatoren werden im Herbst zum letzten Mal die Auszeichnung vergeben. Das Öffentlich-Rechtliche sucht nun nach neuen frischen Ideen und WDR-Intendant Tom Buhrow ist optimistisch.

Der viel kritisierte Deutsche Fernsehpreis wird in der bestehenden Form dieses Jahr zum letzten Mal vergeben. Der Gesellschaftervertrag sei von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 fristgerecht gekündigt worden, teilte das ständige Sekretariat des Fernsehpreises mit und bestätigte insoweit einen Vorab-Bericht des Magazins "Der Spiegel". Bis zur Preisverleihung im Herbst sollten Alternativen zum bisherigen Konzept entwickelt und geprüft werden. Es solle weiterhin eine Form geben, "in der hervorragende Leistungen für das Fernsehen" gewürdigt werden könnten.

Der Fernsehpreis in Köln stehe "also keinesfalls vor dem 'Aus'", ließ WDR-Intendant Tom Buhrow ergänzend mitteilen. Es gebe "ein großes Interesse der ARD und des WDR als Federführer, den Fernsehpreis mit den vier Gesellschaftern fortzuführen". Das Stiftergremium werde im Laufe des Jahres über zukünftige Form und Ausrichtung des Preises beraten. "Der Spiegel" zitierte den ZDF-Intendanten Thomas Bellut mit den Worten: "Es macht keinen Sinn, dass jetzt etwa die öffentlich-rechtlichen Sender allein einen eigenen Preis ausrichten."

Die Fernsehsender hatten den Deutschen Fernsehpreis 1998 gegründet. In ihm gingen Telestar (ARD/ZDF) und Goldener Löwe (RTL) auf. Verliehen wird der Preis seit 1999 einmal im Jahr in Köln. "Im Falle einer Fortsetzung wird eine Beibehaltung des Standortes Köln angestrebt", heißt es in der Mitteilung. Die Federführung für die diesjährige Preisverleihung liegt beim WDR in Köln.

An der Preisverleihung hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik gegeben. "Das Kunststück muss man erst einmal hinbekommen: einen Preis, der weder von der Branche, noch vom Publikum, noch von den Sendern akzeptiert wird", zitiert der "Spiegel" einen ProSiebenSat.1-Manager. Aufsehen erregte die Preisverleihung im Jahr 2008, als der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki die Auszeichnung ablehnte, weil ihm viele Fernsehsendungen, die an jenem Abend prämiiert wurden, nicht passten.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa