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Hakenkreuz-Satire sorgt für Ärger Österreicher zeigt "heute-show" an

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Jetzt droht auch seiner Sendung Ärger: "heute-show"-Moderator Oliver Welke.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Fall Jan Böhmermann schlägt nach wie vor hohe Wellen, da steht nun bereits das nächste Satire-Format im Ausland am Pranger. Diesmal in Österreich. Ein Facebook-Post der "heute-show" wird zum Fall für die Juristen.

Was darf Satire und was nicht? Diese Frage wird seit Jan Böhmermanns so genanntem "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Recep Erdogan lebhaft diskutiert. Und offenbar wittern nun auch andere die Chance, gegen ihnen unliebsame Scherze mit juristischen Mitteln vorzugehen.

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Im Fadenkreuz steht dabei nun wieder einmal ein Beitrag des ZDF. Allerdings dreht es sich diesmal weder um Böhmermanns Sendung "Neo Magazin Royale" noch um eine im Fernsehen ausgestrahlte Szene. Stattdessen sorgt ein Post, der auf der Facebook-Seite der von Oliver Welke moderierten "heute-show" veröffentlicht wurde, für Wirbel.

"Flach und schön braun"

Das Posting zeigt das Bild eines Schnitzels in Form eines Hakenkreuzes. Daneben steht die Anmerkung: "Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen: möglichst flach und schön braun."

Der Eintrag nimmt zweifelsohne Bezug auf die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Österreich am vergangenen Sonntag. Bei ihr erzielte der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, mit 35,1 Prozent den höchsten Stimmenanteil. Die etablierten Parteien ÖVP und SPÖ wurden indes abgewatscht. Nun kommt es zur Stichwahl zwischen Hofer und dem Kandidaten der Grünen, Alexander Van der Bellen.

Geringe Erfolgschancen

Den Kommentar der "heute-show" zum Wahlausgang fanden bereits viele Facebook-Nutzer "geschmacklos und so gar nicht lustig". Einem Jura-Studenten in Österreich stieß der Beitrag sogar so sehr auf, dass er nun Anzeige gegen das ZDF-Format erstattet hat, wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet. Wie in der Causa Böhmermann beruft er sich dabei unter anderem auf den deutschen Strafrechtsparagrafen 103 zur Beleidigung ausländischer Staatsoberhäupter. In diesem Fall werde Hofer beleidigt - auch wenn der noch gar nicht Staatsoberhaupt ist.

FPÖ-Pressesprecher Martin Glier erklärte der Zeitung, auch seine Partei habe eine Anzeige in Erwägung gezogen. Da man dieser jedoch nur geringe Erfolgschancen eingeräumt habe, habe man davon abgesehen.

Quelle: n-tv.de, vpr

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