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Vorwurf sexueller Nötigung Paul Haggis beteuert seine Unschuld

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Hat bereits erste Aufträge verloren: Paul Haggis.

(Foto: imago images/Eventpress)

Im Juni wird Regisseur Paul Haggis am Rande eines Filmfestivals in Italien verhaftet. Eine junge Frau wirft ihm vor, sie sexuell genötigt zu haben. In einem Interview weist der Oscar-Preisträger die Anschuldigungen jetzt von sich und kann sich das alles nicht erklären.

Oscar-Preisträger Paul Haggis pocht im Verfahren vor dem Gericht im italienischen Brindisi wegen des Vorwurfs sexueller Nötigung weiter auf seine Unschuld. "Ich bin unschuldig und ich bin sicher, dass sich das zeigen wird", sagte der 69 Jahre alte Regisseur im Interview der italienischen Zeitung "La Repubblica". Er habe den Fehler gemacht, jemandem zu erlauben, ihn zu besuchen, den er kaum kannte, und eine "unangenehme Situation" zu beenden, erklärte der Kanadier weiter. "Ich kann noch nicht verstehen, was zu diesen falschen Anschuldigungen gegen mich geführt hat".

Haggis wurde am 19. Juni im süditalienischen Ostuni in Apulien festgenommen, unter dem Verdacht, eine etwa 30-jährige Britin drei Tage lang in einem Hotel sexuell genötigt zu haben. Er blieb zunächst in Hausarrest, bis die Ermittlungsrichterin in Brindisi ihn nach einem Beweisverfahren wieder frei ließ. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen mittlerweile laut Medienberichten Berufung ein und begründete dies mit der Gefahr auf Wiederholung der Tat.

Nicht die ersten Vorwürfe dieser Art

Gegen den Filmemacher kamen bereits 2018 in den USA Vorwürfe sexuellen Missbrauchs auf, die Haggis vehement bestritt. Der Fall landete vor Gericht und wird dort immer noch verhandelt. "Ich habe keine Probleme mit Frauen", antwortete Haggis auf eine entsprechende Frage der "La Repubblica". Er habe Beziehungen mit Dutzenden Frauen gehabt und keine habe ihn je bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft angezeigt.

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Haggis fürchtet nun wegen des Verfahrens in Italien um seinen Ruf. "Die Reputation einer Person baut sich über ein Leben lang auf, aber kann in einer Minute zerstört werden, auch von komplett unbegründeten Vorwürfen wie diesem", erklärte er. Nach den Vorwürfen in den USA habe er fünf Jahre gebraucht, um seinen Namen wiederaufzubauen. Zwei Aufträge als Drehbuchautor habe er nach der Festnahme in Italien nun wieder verloren.

Haggis war der erste Autor, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Oscar für das beste Originaldrehbuch bekam - für "Million Dollar Baby" und für "L.A. Crash". Später schrieb er unter anderem auch an den Büchern für die James Bond-Verfilmungen "Casino Royale" (2006) und "Ein Quantum Trost" (2008) mit.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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