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So, so, Bushido Rapper fühlt mit Donald Trump

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Vielleicht ja der kommende Kanzlerkandidat der AfD: Bushido.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Donald Trump ist so ein bisschen so der amerikanische Bushido irgendwie so." Mit diesen Worten erklärt sich Rapper Bushido in einem Radiointerview mit dem künftigen US-Präsidenten solidarisch. Und er bringt sich gleich auch noch als Bundeskanzler ins Gespräch.

Sie mögen sich optisch nicht gerade ähneln, doch darüber, was jemand im Kopf hat, sagen Haar- und Hautfarbe, Bartwuchs und Frisur nun einmal nichts aus. Dementsprechend kann es eigentlich nicht verwundern, dass Rapper Bushido in einem Interview mit dem Berliner Radiosender "Kiss FM" nun seine Solidarität mit dem kommenden US-Präsidenten zum Ausdruck bringt. "Donald Trump ist so ein bisschen so der amerikanische Bushido irgendwie so", erklärt der 38-Jährige in dem mit vielen "so" gespickten Gespräch.

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Zwar stellt sich Bushido in dem Interview nicht konkret hinter politische Pläne und Ankündigungen Trumps, gleichwohl äußert er sein Unverständnis für die Kritik an dem 70-Jährigen. "Findest du, der ist so ein Rassist, Alter?", kontert er eine Frage des Moderators, der eher wie ein Fan als wie ein neutraler Interviewer agiert. "Der hat halt seine Meinung und die finden halt so die politisch korrekten Typen halt einfach nicht okay." Mit Blick auf die von Trump angekündigten Abschiebungen wischt der Musiker Bedenken vom Tisch: "Aber auch da ist er doch schon wieder zurückgerudert. Ich mein', das wurde alles sehr heiß gekocht. Natürlich, klar: 'Ich werd' 12 Millionen Leute instant abschieben.' So, jetzt sind's nur noch 3 Millionen, so. Und mit der Mauer, Mexiko, auch noch nicht so ganz klar und so - weißt, wie ich meine?"

"Einfach Fresse halten"

Für Bushido gibt es anscheinend auch keinen Grund für Trump, an seinem Auftreten etwas zu ändern. "Warum sollte er sich verändern? Er ist so, wie er ist. Und er ist jetzt Präsident. Punkt. Und er wurde in einer Demokratie gewählt. Punkt", so der Sänger. Und er fügt hinzu: "Es ist eine Demokratie - offiziell. Und so lange wir offiziell in einer Demokratie leben, muss auch alles akzeptiert werden, was in einer Demokratie passiert. So."

Dabei schlägt Bushido direkt den Bogen vom designierten US-Präsidenten zu sich selbst: "Und wenn die Leute meine Musik feiern, dann feiern die meine Musik. Dann braucht ein Serkan Tören und auch ein Klaus Wowereit … der soll einfach seine Fresse halten. Da gibt es nichts an mir auszusetzen." Die Politiker Tören und Wowereit hatten Bushido angezeigt, nachdem er im Song "Stress ohne Grund" in Gangsta-Manier Gewaltdrohungen gegen sie ausgestoßen hatte. Die Klage wurde jedoch unter Verweis auf die Kunstfreiheit abgewiesen.

"Alle bescheuert"

Ex-Bundestags-Praktikant Bushido, der das Interview mit "Kiss FM" gemeinsam mit seinem ebenfalls rappenden Schützling Shindy gab, zieht in dem Gespräch noch weiter über Politiker her. Die seien alle "hängengeblieben" und würden die Leistungen, die er und andere als Rapper erbrächten, gar nicht sehen - "dass wir einfach sprudelnde kreative Köpfe sind, so, wo kein Dieter Bohlen oder kein anderer Schwanz, der irgendwelche Bundesverdienstkreuze bekommt, auch nur annähernd irgendwie so da ran kommt". Das Fazit des Sängers lautet: "Alle bescheuert in Deutschland."

Dementsprechend würde Bushido auch auf eine Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel - so sie denn je kommen sollte - verzichten. "Was soll ich bei Merkel, so? Ich mein', Dicker, ich wurde von Petry eingeladen zur AfD-Wahlparty. Verstehst du, was ich meine", erklärt der Rapper. Tatsächlich hatte ihn im September zwar nicht AfD-Chefin Frauke Petry persönlich, aber der Berliner Verband der Partei zur Feier des Ergebnisses bei der Abgeordnetenhauswahl eingeladen.

Bushido scheint jedoch ernsthaft in Erwägung zu ziehen, irgendwann nicht länger nur Gast zu sein. Als er gesagt habe, er wolle Bürgermeister werden, hätten alle losgelacht. Er würde jedoch "instant Bürgermeister werden", ist er sich sicher. "Jetzt nach Trump können mich alle am Arsch lecken", erklärt er weiter. Und: "Vielleicht bin ich irgendwann mal Bundeskanzler." Das sei sein voller Ernst: "Dicker, das ist gar kein Scherz mehr." Als der Moderator die Frage nach politischen Vorkenntnissen ins Spiel bringt, weist Bushido das schnurstracks zurück: "Ich brauch' gar nichts."

Quelle: n-tv.de, vpr

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