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"Kann eigentlich nur besser werden" Schöneberger hofft auf ESC-Überraschung

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Barbara Schöneberger kennt längst die Namen der deutschen Kandidaten: Yosefin Buohler, Axel Maximilian Feige, Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen und Isabella "Levina" Lueen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer fährt für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Kiew? Wenige Tage vor dem deutschen Vorentscheid hängt Moderatorin Schöneberger die Latte niedrig. "Wir wollen jemanden haben, der unser Land gut vertritt."

Moderatorin Barbara Schöneberger hat sich mit Blick auf den anstehenden deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) nach den zurückliegenden Pleiten zuversichtlich gezeigt. "Es kann eigentlich nur noch besser werden", sagte Schöneberger im Hessischen Rundfunk. "Wir wollen jemanden haben, der unser Land gut vertritt."

In den beiden zurückliegenden Jahren war Deutschland im Finale auf peinlichen letzten Plätzen gelandet. Das soll sich diesmal ändern: In einer dreistündigen Liveshow wird am kommenden Donnerstag (9. Februar) entschieden, welcher von fünf Kandidaten Deutschland im Mai beim ESC-Finale in Kiew vertreten darf. Schöneberger wird den deutschen ESC-Vorentscheid moderieren.  Bewusst schraubt Schöneberger im Vorfeld die Erwartungen der Öffentlichkeit niedrig. Damit entsteht Raum für einen möglichen Überraschungserfolg.

Schon der ESC-Vorentscheid ist ein aufwändiges Spektakel: Aus insgesamt rund 2000 Bewerbern hatten Musikexperten zuvor zusammen mit Vertretern von NDR, ARD und der Produktionsfirma von Stefan Raab, die den deutschen Vorentscheid produziert, fünf Kandidaten ausgewählt. Der Sieger muss sich dann in Kiew gegen die Konkurrenz aus den übrigen 41 Teilnehmerstaaten behaupten.

Bei der Kandidatensuche in Deutschland kam es zuletzt auf den letzten Metern noch zu einer Änderung: Gut drei Wochen vor dem deutschen Vorentscheid zum diesjährigen ESC zog der Sänger Wilhelm "Sadi" Richter seine Kandidatur überraschend zurück. Medienberichte über juristische Probleme des Dortmunders verursachten ihm "gerade so viel Trubel - das möchte ich erst einmal klären und verarbeiten", erklärte der 19-Jährige. Er werde daher "schweren Herzens in Köln nicht dabei" sein.

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Auch in diesem Jahr wieder als Moderatorin beim ESC dabei: Barbara Schöneberger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seinen Platz im Vorentscheid nimmt die 21-jährige Kölnerin Yosefin Buohler ein. Neben Buohler treten Axel Maximilian Feige, Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen und Isabella "Levina" Lueen an. Der Gewinner des Vorentscheids am 9. Februar reist dann für Deutschland zum großen ESC-Finale am 13. Mai nach Kiew.

"Feiert die Vielfalt"

Das Motto des Medienspektakels in der ukrainischen Hauptstadt lautet "Celebrate Diversity" (etwa: "Feiert die Vielfalt"). Das Thema werde sich als Überschrift durch alle Bereiche des Ereignisses ziehen, hieß es auf der deutsche ESC-Webseite eurovision.de. Ausgerichtet wird die Show der Superlative federführend vom ukrainischen Fernsehsender NTU. Der Wettbewerb findet unter dem Schirm der Europäischen Rundfunkunion mit Sitz in Genf statt.

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Symbolische Schlüsselübergabe: Kiews Oberbürgermeister Witali Klitschko verspricht eine ESC-Show auf höchstem Niveau.

(Foto: picture alliance / Serg Glovny/Z)

Die europäischen Musiker sollen demnach bei dem Wettbewerb sowohl ihre Gemeinsamkeiten als auch ihre Eigenheiten feiern. "Der Slogan wird ergänzt durch ein Logo, das auf der traditionellen ukrainischen Perlenkette namens Namysto basiert", hieß es weiter. "Sie besteht aus vielen verschiedenen Perlen, jede mit eigenem Design als Ausdruck für Vielfalt und Individualität."

In der Ukraine sei Namysto jedoch mehr als nur ein Schmuckstück: "Es gilt als Schutzamulett und Symbol für Schönheit und Gesundheit." Dass das diesjährige ESC-Finale in Kiew gefeiert wird, geht auf eine Entscheidung aus dem Vorjahr zurück: Beim ESC 2016 hatte die Ukrainerin Jamala in Stockholm mit dem Lied "1944" die meisten Stimmen eingeheimst.

Klitschko: "Musik vereint die Menschen"

Die symbolischen Schlüssel für die Austragung des ESC 2017 bekam der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Witali Klitschko, bereits Ende Januar überreicht. "Musik vereint die Menschen - Städte, Länder, Kontinente. Und das ist heute besonders wichtig für die Ukraine", sagte der Ex-Boxweltmeister bei der Übergabezeremonie.

Klitschko versicherte, dass sich Kiew auf höchstem Niveau vorbereiten werde. Die Dreimillionenstadt erwartet bis zu 20.000 Besucher, die für das Halbfinale und Finale im Mai nach Kiew kommen. Ende Januar wurden zudem bereits die Startlisten für das Halbfinale ausgelost. Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien als größte Geldgeber sowie die Ukraine als Gastgeberland sind bereits fix für das Finale am 13. Mai gesetzt. Kiew trägt den Wettbewerb nach 2005 zum zweiten Mal aus.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa