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Friseur der Schönen und Reichen Udo Walz ist tot

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Viele Stars, aber auch Politiker vertrauten sich ihm an: Udo Walz.

(Foto: imago/Agentur Baganz)

Star-Friseur Udo Walz ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Er sei friedlich eingeschlafen, erklärt sein Ehemann Carsten Thamm-Walz. Zuvor soll der an der Zuckerkrankheit leidende Walz einen Diabetes-Schock erlitten haben und ins Koma gefallen sein.

Der Berliner Star-Friseur Udo Walz ist tot. Er starb im Alter von 76 Jahren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Nachmittag aus dem Umfeld von Walz bestätigt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Ehemann über den Tod des Friseurs berichtet. "Udo ist friedlich um 12 Uhr eingeschlafen", sagte Carsten Thamm-Walz demnach. Besonders tragisch daran: Sein Ehemann konnte in den letzten Stunden von Walz nicht bei ihm sein. "Weil ich in Quarantäne war, konnte ich ihn natürlich nicht im Krankenhaus besuchen" zitiert die Zeitung Thamm-Walz weiter. Er sei zwar selbst nicht mit Corona infiziert, habe aber mit jemandem Kontakt gehabt.

Der an der Zuckerkrankheit leidende Walz habe bereits vor zwei Wochen einen Diabetes-Schock erlitten und sei später ins Koma gefallen, schreibt die "Bild"-Zeitung weiter. Allerdings stammt der letzte Eintrag auf der Facebook-Seite des Friseurs vom 14. November. "Bleibt gesund & happy Weekend", schrieb Walz hier zu einem fröhlichen Foto von sich. Bereits im September war bekannt geworden, dass Walz nach einer Fuß-Operation im Rollstuhl saß.

Falls jemand das Leben des Star-Friseurs verfilmen wollte, die Story ginge so: Walz stammte aus dem beschaulichen Waiblingen in Baden-Württemberg. Doch dort hielt er es nicht lange aus. Nach einer Friseurlehre als Jugendlicher in Stuttgart zog es ihn zunächst in die Schweiz. Hier frisierte er bereits in jungen Jahren Stars wie Marlene Dietrich oder Romy Schneider, ehe ihn sein Weg zu Beginn der 60er-Jahre nach Berlin führte und er zu Deutschlands bekanntestem Promi-Friseur aufstieg.

Auch Walz selbst wurde zum Star

Insgesamt fünf Salons betrieb Walz zuletzt - drei davon in Berlin, einen in Potsdam und einen auf Mallorca. Zu seinen Kunden zählten deutsche und internationale Stars wie Heidi Klum, Sarah Connor und Julia Roberts. Doch auch Politiker wie Gerhard Schröder oder Angela Merkel vertrauten sich ihm an.

Der offen zu seiner Homosexualität stehende Star-Friseur hatte Carsten Thamm-Walz in den 90er-Jahren kennengelernt. 2008 begründete das Paar eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Wobei der Friseur als Schwuler konservativ war: Er fand, Männer könnten nicht im klassischen Sinne heiraten, sondern sich nur verpartnern. Die beiden sollen im Berliner Stadtteil Charlottenburg gelebt haben.

Wie die Promis, die er frisierte, wurde auch Walz selbst zum Star. So war er nicht nur gern gesehener Gast auf so manchem roten Teppich. Auch im Fernsehen absolvierte er immer wieder Gastauftritte, etwa in Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Notruf Hafenkante" oder in Shows wie "Circus HalliGalli".

Gemecker mochte Walz nicht

An seiner Karriere bereute Walz nichts: "Es ist alles perfekt. Das müsste alles so wieder kommen, wenn ich einen Wunsch hätte." Small-Talk mochte er nicht: "Bei mir quatscht niemand. Die Leute wissen, dass ich mich nicht unterhalte, und dass mich der Pudel von Frau Maier, und was der zum Mittagessen kriegt, nicht interessiert."

Seine Mitarbeiter wies er an, die Kunden bloß nicht zu fragen, woher sie kommen oder was sie beruflich machen: "Ist nicht erlaubt." Wenn, dann sollte die Kundschaft das Gespräch anfangen. Gemecker mochte Walz nicht. "Ich ruhe in mir selber", sagte er vor Jahren einmal. "Ich habe ein schönes Leben. Ich habe ein schönes Zuhause, ich habe zwei Hunde, ich habe einen tollen Partner." In Berlin werden ihn nicht nur die Klatschreporter vermissen.

Quelle: ntv.de, vpr