Essen und Trinken

Zum Znüni und Zvieri, zum Zmittag und Znacht Es darf ein bisschen mehr sein

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Seit Jahrhunderten ein Exportschlager: Schweizer Käse.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Welch ein Trost: Auch ein Model ist nur ein Mensch! Selbst "unsere Heidi" ist nicht frei vom Problem Frustessen. Daraus wird sich doch wohl eine neue Vermarktungslinie entwickeln lassen! Wir dürfen gespannt sein. Bis es soweit ist, wenden wir uns aber anderem Käse zu.

Ist doch wohl klar, dass es sich hier bei "unserer Heidi" um die Stil-Ikone und nicht um die Schiel-Ikone dreht. Ich ganz persönlich mochte ja die Leipziger Heidi viel mehr, sie war mir irgendwie näher, obwohl ich nicht schiele. Sie blieb immer natürlich, der Medienrummel war ihr sch…egal, von der Vermarktung hatte sie nix, nur ihr Vermieter. Total menschlich halt.

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Sie habe nach der Trennung von Seal "zweieinhalb Kilo zugenommen, weil ich so viel gefuttert habe", verrät Heidi Klum dem Magazin "Grazia".

(Foto: picture alliance / dpa)

Aber das war einmal, das possierliche Opossum ist leider in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Bleibt uns Heidi aus dem Bergischen Land, die nun nach der Trennung von Seal lieber ‘ne Chipstüte aufreißt als weiter im Salatgrün zu stochern. Mit solchen menschlichen Schwächen könnte sie eigentlich den verweisten Heidi-Platz in meinem Heidi-Herzen einnehmen, aber ich warte mal lieber noch ab. Vielleicht findet sich doch was Besseres. Schließlich kannte ich in meinem bisherigen Leben schon eine Dackel-Dame namens Heidi, natürlich krummbeinig und dickköpfig, aber so süüüß, und eine Respekt einflößende Schimmelstute, die zu den unmöglichsten Anlässen auszuschlagen liebte. Die dritte tierische Heidi verschweige ich lieber, ist zu peinlich.

Es kann nur eine geben

Aber hallo - googeln Sie mal Heidi - da kommt weder Klum noch Opossum an erster Stelle, x-mal nur die eine, die wahre Heidi, die Heidi aus den Schweizer Bergen. Die beste Freundin vom Geißenpeter und die Enkelin vom Alpöhi - die Heidi halt.

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Es kann, muss aber nicht immer Heidi sein.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Heidi wird inzwischen genauso so vermarktet wie Heidi und Heidi. Die beiden Bücher der Schweizer Autorin Johanna Spyri über Heidi, geschrieben 1880 und 1881, gehören zu den bekanntesten Kinderbüchern der Welt. Was danach kam an Geschichten, Spiel- und Zeichentrickfilmen, Comics, Musicals, Games hat mitunter mit Spyris Heidi kaum etwas zu tun. "Heidi, Heidi, deine Welt sind die Beherge" gibt es auch sozusagen vor Ort in der Schweiz. Die Ferienregion Heidiland ist eine Toristenattraktion, die zu jeder Jahreszeit "ein vielseitiges Angebot auf engstem Raum" bietet.

Ich will einfach nur hier sitzen

Doch die Schweiz ist mehr als Heidi, und der Schweizer kann mehr als jodeln und melken, Fahnen schwenken, Bankgeheimnisse und Kühe hüten und in seinem Chalet abwechselnd Käse oder Uhren fabrizieren. Heidi und den Rest der Schweiz kann man auch als Individualtourist erleben, außerhalb der Saisons und ohne touristischen Massenauftrieb: einfach nur im Gras sitzen, den Blick in die Weite richten, wieder zu Atem kommen, keinen Gedanken an deutsch-schweizerische Querelen verschwenden, fern ab jeder Steuersünder-CD - Schweiz, wie ich sie liebe - und die Schweizer Küche. 

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Nichts für schwache Mägen: Ein Käse-Fondue macht mächtig satt.

(Foto: Paul-Georg Meister_pixelio.de)

Wer geschmolzenen Käse sehr mag (so wie ich), der kommt um Schweizer Käsefondue nicht herum. Warum sollte er auch, denn es gibt nichts Nahrhafteres, Leckeres und Geselligeres, als in den gemeinsamen Topf zu stippen, Wein zu trinken, zu quasseln, zu träumen, sich innerlich zu wärmen. Geht auch im Sommer, denn abends wird’s in den Bergen kühl. Den Schweizer Käse wussten schon die alten Römer zu schätzen und sie holten den Käse der Helvetier in beträchtlichen Mengen über die Alpenpässe. Auch heute noch ist Käse eines der wichtigsten Exportgüter des Landes und längst liegt die Rarität der römischen Speisezettel überall in der Welt auf den Tellern.

In der Schweiz ist für Nicht-Schweizer nicht immer verständlich, was man an Täfeli und Zeltli, Brötli und Käsli zwischen Znüni und Zvieri in sich hinein nascht oder zum Zmittag und zum Znacht vor sich auf dem Teller hat  - aber immer ist es sehr verführerisch und lecker. Sollten Sie mal Appetit auf heißen Käse haben, aber weder Zeit noch Lust für ein aufwändiges Fondue, überraschen Sie die Familie oder Gäste mit

Heidis Brat-Käsli

Zubereitung:

Zutaten (4 Pers)

300 g Schweizer Emmentaler oder Greyerzer
2 Schalotten
2 El Butter
Pfeffer aus der Mühle

Die Schalotten in Ringe, den Käse in kleine Würfel schneiden. Die Butter erhitzen und die Zwiebelringe darin goldgelb braten. Die Käsewürfel dazugeben und gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Wenn die Unterseite knusprig-braun ist, den Käse mit zwei Pfannenwendern umdrehen und die zweite Seite genau so knusprig braten. Zum Schluss etwas Pfeffer darüber mahlen.

Ein kräftiger Rotwein und frisches Weißbrot oder auch Pellkartoffeln vervollständigen das einfache, aber sehr schmackhafte Mahl.

Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner. Und vergessen Sie nicht, "Heidi, Heidi …" in der Küche zu pfeifen.

Quelle: ntv.de