Essen und Trinken

Braten für Faule Gans langsam

Eine knusprige Gans ist etwas "gans" Leckeres - aber der Stress mit dem verflixten Vogel! Entweder stehen die Gäste schon hungrig in der Tür und der Vogel ist noch zäh oder der Braten ist schneller gar als die Gäste da sind. Und steht dann alles auf dem Tisch und alle lassen es sich schmecken, ist Koch oder Köchin eigentlich schon satt vom Küchengeruch und will nur noch die Beine hochlegen.

DAS MUSS NICHT SEIN! Es gibt eine Lösung, für die man/frau allerdings früh aufstehen muss. Doch auch dieser Tatsache kann man etwas Gutes abgewinnen: Keiner stört in der Küche, der oder die Gans-Beauftragte kann in Ruhe so nebenbei einen Kaffee schlürfen und, nachdem der Vogel im Herd ist, einfach wieder ins Bett gehen und weiterschlafen. Oder die Zeit für andere schöne Dinge nutzen ? Jedenfalls kann man den Tag "gans" locker angehen mit der

Gans für Faule

Zutaten

1 frische Gans, etwa 4-5 kg
1 Bund getrockneter Beifuß oder 1 Sträußchen frischer Rosmarin
1 unbehandelte Zitrone
1 unbehandelte Orange
evtl. 1 Apfel
2 Zwiebeln
Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
½ Liter Gänsefonds (fertig gekauft)

Zubereitung

Gans säubern, Fett und Rückenblut entfernen, auswaschen und mit Küchenkrepp gut abtrocknen. Den Hals (ohne Haut) und die Flügel (bis zum ersten Gelenk) entfernen und in Stücke hacken. Zitrone und Orange mit einer Reibe fein abreiben. Das Abgeriebene mit Salz und Pfeffer mischen (nicht zu wenig nehmen) und mit dieser Paste die Gans innen ausstreichen. 1 geviertelte Zwiebel und Beifuß oder Rosmarin einlegen. Wer will, kann auch einen säuerlichen Apfel vierteln, entkernen und ebenfalls in die Gans legen. Die Bauchöffnung und die am Hals mit Kückenzwirn zunähen oder mit Rouladennadeln zustecken. Das Tierchen von außen gut mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer einreiben.

Die zweite Zwiebel vierteln und zusammen mit den Hals- und Flügelstücken in die Saftpfanne geben. Gans mit der Brust nach oben darauf setzen. Im heißen Ofen auf der untersten Schiene bei 120 Grad sechs Stunden braten (im Gegensatz zu den üblichen 220 Grad und drei Stunden Bratzeit). Das Geheimnis dieser Zubereitungsart ist die niedrige Temperatur. Fleisch, das bei Niedrigtemperaturen gegart wird, bleibt besonders zart.

Nach drei Stunden die Gans nach und nach mit etwa ½ l Gänsefonds begießen (Wasser geht auch, die Soße wird dann nicht so kräftig).

Nach 5 ½ Stunden Bratzeit die Gans auf ein Blech setzen und weiter braten. Bratenfonds durch ein Sieb gießen in einen Topf gießen und recht gut entfetten (Falls sich beim Braten schon sehr viel Fett absetzt, dieses schon nach drei Stunden vor dem Zugießen des Fonds abschöpfen. Die Soße wird sonst nicht dunkel.) Soße bei starker Hitze etwas einkochen, binden und abschmecken.

Nach sechs Stunden den Grill zuschalten und die Gans bei 250 Grad kurz grillen. Dabei bitte am Herd bleiben und aufpassen, dass sie nicht verbrennt! Das abgeschöpfte Fett lässt sich übrigens gut für den Grünkohl zur Gans verwenden. Salzkartoffeln oder Klöße dazu reichen.

Achtung: Diese Zubereitungsart ist für eine Gans mit Füllung ungeeignet. Will man den Vogel mit Gehacktem, Maronen o.ä. füllen, genügt das Braten bei Niedrigtemperatur nicht.

Viel Spaß und gutes Gelingen wünscht Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de