Essen und Trinken

Frauen unter sich Let’s talk about sex

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Das bleibt aber unter uns!

(Foto: Maren Beßler_pixelio.de)

Frauen sollen ja viel mehr reden als Männer. Sagt man. Und wenn Männer mal reden, dann nur über Fußball und den Hintern der Kellnerin. Heißt es. Stimmt das wirklich? Geschlechterforscher kommen zu dem "überraschenden" Ergebnis: "Frauensprech" ist anders als ein Gespräch unter Männern.

Karla, Martina und ich hatten endlich mal wieder einen "Mädchentag". Frauen wissen, wovon ich rede, Männer auch - und verdrehen die Augen. Nur keinen Neid: Die einen haben Kumpels, Bier und Fußball (oder eine elektrische Eisenbahn), die anderen eben beste Freundinnen, Prosecco und Liebesromane und -filme, Diäten, Depressionen, ‘ne Couch beim Psychologen, Frisuren und Röcke/Hosen/Blusen, die auf wundersame Weise ständig enger werden, fürchterliche Nachbarn, langweilige (Ehe)-Männer, nervende Kinder, den Abwasch und überhaupt zu viel Arbeit und zu wenig Freiräume. Und jeden Abend und am Wochenende die Frage: "Was gibt’s denn zu essen???" Da muss frau einfach mal raus…

Kumpels, Bier und Fußball umfassen eine Dauer von 45 + 15 + 45 Minuten. Mädchentage sind anders, deshalb heißen sie ja so. Zwei Halbzeiten und eine Pause - wer soll denn damit auskommen? Frauen jedenfalls nicht.

Frauen: Liebe, Sex, Familie, Job und Zukunft

Unser Mädchentag fiel dieses Mal sprichwörtlich ins Wasser. Kurzzeitig wurde sogar erwogen, den rassigen Spanier (in der Flasche) zum Glühwein umzufunktionieren, das erschien uns dann aber doch zu verweichlicht.

Nach sieben (!) Stunden unterm Partyzelt im nassen Garten, eingemummelt in Decken und bei bester Laune wussten wir wieder alles von den Ex-en, den neuen Lieben, den nicht anwesenden Freundinnen, den besten Back- und Kochrezepten, Kindern und Enkeln, früheren gemeinsamen Kollegen und -innen, dem ständigen Loch im Portemonnaie, Klamotten, Renovierungs- und Urlaubsplänen, Wehwehchen von Knie bis Kopf - einfach alles, na gut - fast alles.

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Auch Männer brauchen Gespräche.

(Foto: Rainer Sturm_pixelio.de)

Mit der "konversationellen Kompetenz von Frauen" beschäftigen sich Dutzende Wissenschaftler, die Studien, Bücher und Ratgeber erarbeiten, um diverse Voreingenommenheiten und Ablehnungen aus dem Weg zu räumen. Resultat der Forschungsbeiträge: Frauen verfolgen durch Reden ein anderes Ziel als Männer und erreichen ein anderes Ergebnis, nämlich Solidarität und Verständigung. Männer wollen lieber fachsimpeln und Lösungen finden. Dass Frauen nicht einparken und Männer nicht zuhören können dürfte ein blödes Klischee sein - mit Übung und gutem Willen schaffen beide beides.

Männer: Job, Zukunft, Familie, Liebe und Sex

Frauen im Pulk behaupten oft von Männerhorden, diese würden nur sexistische Witze erzählen, den Hintern der Kellnerin betrachten und über Frauen herziehen. Insider (die müssen beide Gesprächsrunden kennen) behaupten, das Gegenteil sei der Fall: Frauen würden viel öfter und offener über Sex reden als Männer.

Laut Hauke Brost stehen Frauen bei Männergesprächen gar nicht an erster Stelle! Die Frage "Wie läuft‘s bei dir?" beantworten Frauen und Männer unterschiedlich: Bei Männern geht es um die Firma, bei Frauen um die Beziehung. Seit ich "Wie Männer & Frauen ticken" von Brost gelesen habe, weiß ich: Männer reden über den Job, Maschinen (Auto, Rasenmäher, Schiffsmotoren), Hobbys, die Polizei und ihre Pustegeräte, Politik (alle reden durcheinander, laut und lange und keiner hört richtig zu) und erst an letzter Stelle über Frauen, und dann noch ganz allgemein und nicht mal über die eigenen. So kann man sich irren!

Beide haben Fleischeslust, nur unterschiedlich

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Es gibt gewisse Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Frauen und Männer reden nicht nur unterschiedlich, sie essen auch anders. Männer essen Fleisch, denn Fleisch ist männlich, trommelt jedenfalls die Werbeindustrie; Frauen mümmeln gerne an Salatblättern. Stimmt natürlich kein bisschen in dieser absoluten Verallgemeinerung, im Durchschnitt aber schon: Männer egal welchen Alters essen mit Vorliebe Fleisch, Frauen dagegen essen in allen Altersgruppen deutlich weniger Fleisch als Männer. Gleich bei beiden Geschlechtern ist wiederum, dass die Fleischeslust mit Anfang/Mitte 20 am größten ist und mit fortschreitendem Alter kontinuierlich abnimmt.

Frauen und Männer kochen auch anders, Frauen mit weniger Öl und weniger Salz. Der britische Starkoch Jamie Oliver hält die "kulinarischen Instinkte" von Frauen für ausgewogener und vernünftiger. Sie kochen "mit weniger Chichi, weniger Deko, konzentrieren sich stärker auf saisonal verfügbare Zutaten".

An unserem verregneten Mädchentag gab es von allem etwas, Fleisch und Gemüse, Rotwein und Wasser, Fisch und Obst, frisches Brot und Apfelkuchen. Und tatsächlich, der Jamie hat recht: Chichi fehlte, die Deko beschränkte sich auf Sonnenblumen und Servietten. Unser Hauptgang hätte sicher auch Männern geschmeckt, die Lammhaxen von meinem Lieblingsbauern Pompe aus Gräbendorf allerdings wären für männliche Fleischesser sicherlich zu klein gewesen. Für uns waren sie gerade richtig: 

Mediterrane Lammhaxen

Zutaten (4 Pers):

4 Lammhaxen
4 Knoblauchzehen
1 kleiner Stängel frisches Bergbohnenkraut
2 frische Salbeiblätter
4 kleine Stängel frischer Thymian
1 frisches Lorbeerblatt
1/2 Habanero-Schote (oder weniger)
8 Paprikazwerge
4 dicke Frühlingszwiebeln (lila)
200 g Piccolo-Tomaten
1 Möhre
ca. 1/4  Sellerieknolle
6 Stangen Stangensellerie
1 Fl trockener kräftiger Rotwein
Meersalz
Olivenöl zum Anbraten

Zubereitung:

Aus den Paprikazwergen den Stielansatz herausschneiden, in die Öffnungen je eine Minitomate stecken. Am Blütenende die Paprikazwerge ein wenig flach abschneiden, damit sie stehen.  Alle anderen Minitomaten am Stielansatz über Kreuz einschneiden. Möhre, Stangensellerie und Bleichsellerie in dünne Stifte (ca. 3 cm lang) schneiden, das Grün der Frühlingszwiebeln bis auf einen kurzen Rest abschneiden und die Zwiebeln halbieren. Knoblauchzehen in Stifte schneiden und damit die Haxen spicken.

Den Ofen auf 220 Grad vorgeheizen. Olivenöl in einer großen Pfanne auf der Herdplatte erhitzen, die Haxen ringsum mit Meersalz einreiben und von allen Seiten kräftig anbraten. Deckel auf die Pfanne setzen und in den Herd stellen. So lange schmoren lassen, bis der Fleischsaft verkocht ist. Mit etwas Rotwein ablöschen, die Chilischote dazugeben. Auf 180 Grad reduzieren und köcheln lassen, bis der Fond verkocht ist. Dann wieder Rotwein zugießen und so weiter fortfahren. Falls der Fond zu scharf wird, bitte die Habanero zwischenzeitlich entfernen (oder gleich weniger verwenden).

Nach ca. 2 Stunden die Kräuter zufügen (Lorbeer und Salbei durchschneiden), wieder etwas Rotwein dazugeben und alles köcheln lassen. Von der Flasche Rotwein etwa 200 ml Rotwein zurückbehalten.

Nach einer weiteren halben Stunde die Paprikazwerge zwischen die Lammhaxen stellen und das übrige Gemüse rings um die Haxen verteilen. Den Rest des Rotweins zugeben und alles noch einmal eine halbe Stunde köcheln lassen, bis ein kurzer Bratenfond entsteht.

Die Gesamtschmorzeit richtet sich nach dem Alter des Lamms, nach 3 Stunden sollte das Fleisch gar sein, saftig und zart. Am besten mit der Pfanne auf den Tisch bringen und frisches Ciabatta dazu reichen.

Viel Spaß beim Kochen und Reden wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de