Essen und Trinken

Absolut hemmungslos Männerträume werden wahr

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Wahrgewordener Männertraum - ein saftiges Rindersteak frisch vom Grill.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist ganz einfach: Sie benötigen keine Dessous, um den Mann Ihrer Träume dahin zu bringen, wo - und wie - Sie ihn haben wollen. Ein wenig Mühe, ein paar Ideen, sozusagen als Initialzündung, ein bisschen Spielzeug, wenige Handgriffe - und er legt los.

Ganz umsonst ist natürlich kein Mann zu haben. Ein wenig Initiative von Seiten der holden Weiblichkeit ist schon nötig, vor allem als Vorbereitung. Aber dann können wir uns entspannt zurücklehnen - denn wenn ER am Grill steht, ist für uns dort sowieso kein Platz.

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Das Feuer gibt Nahrung und Wärme ...

(Foto: Sister C/pixelio.de)

Was nur um Himmels Willen ist an dieser Spielerei so irre, dass sich fast jeder Mann an das Feuer drängelt, sich schmutzige Hände holt, ab und an die Finger verbrennt, die Bratwurst aus dem Gras angelt und - unbeobachtet - wieder auf den Grill legt und auch noch sein geliebtes Bier über dem Grillgut verplempert? Dabei soll das Ablöschen mit Bier gar nicht so gut sein, Wasser geht auch, aber welcher Mann tauscht Bier gegen Wasser?

Egal, Ostern wird bei mir angegrillt. Meine männlichen Gäste sind schon ganz wild darauf, mir zu "helfen". Sollen sie, mir bleiben ja noch die Zubereitungen vorher und vor allem das Saubermachen nachher …

Rings um aus den Gärten hat es schon an den vergangenen Wochenenden verführerisch gerochen. Ist es vielleicht genau dieser Duft, der Erinnerungen an den vergangenen Sommer auslöst und sich Familien und Freunde um die Grills drängeln lässt? Ich weiß es nicht, aber diese "Grillomania" hat schon etwas Faszinierendes an sich.

Am Anfang war der Homo erectus

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Rekonstruktion des Homo erectus im Neanderthal-Museum nach einem 1,75 Millionen Jahre alten Schädel aus Kenia.

(Foto: Ökologix/Wikipedia)

Gibt es eigentlich ausgesprochene Grill-Muffel? Das offenkundige Fehlen von Feinden des offenen Feuers in der Neuzeit lässt den empirischen Schluss zu, dass diese Spezies den Schritt zum Homo erectus nicht geschafft haben - und verhungert sind. Vielleicht haben sich dennoch einige Exemplare bis in die Gärten des Jahres 2011 gerettet - in meinen jedoch nicht. Ich kenne nur Feueranbeter.

"Erfunden" hat das Grillen vermutlich der Homo erectus; die frühesten Hinweise auf den kontrollierten Gebrauch von Feuer stammen aus Kenia vor etwa 1,5 Millionen Jahren. Wie genau unsere Urahnen an das Feuer kamen, bleibt wohl ewig ein Anlass für Spekulationen. Möglicherweise war das erste Grillfest der Weltgeschichte das Ergebnis eines Buschbrandes. Den Frühmenschen waren sowohl die zerstörerische Kraft des Feuers als auch dessen wohltuende Wärme und der bessere Schutz vor wilden Tieren durch offene Flammen wohl bekannt.

Eigener Herd ist Goldes wert - eigener Grill auch

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In Berlin gibt es 19 ausgewiesene öffentliche Grillplätze. Das Ordnungsamt sorgt dafür, dass das "Grillen in Maßen" so wenig Spuren wie möglich hinterlässt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ob nun dem wilden Kerl aus der Höhle die Rehkeule aus Versehen ins Lagerfeuer gefallen ist oder sich ein frühzeitlicher "Einstein" ans Experimentieren machte, wird wohl auch ein ewiges Rätsel bleiben. Anthropologen zufolge ist jedenfalls der primitive Akt des Fleischgarens über einem Feuer letztendlich die "Initialzündung" für Sprache, Kunst, Religion und Gesellschaft.

Um die Macht des Feuers ranken sich seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt Sagen und Legenden, denken Sie nur an den Titan Prometheus, der das Feuer zu den Menschen gebracht haben soll. Leider hatte er es dem Göttervater Zeus geklaut und diesen arg erbost. Wie das ausging, wissen Sie auch. Es ist also immer gut, ein bisschen eigenes Feuer zu haben …

Entzünden Sie es - fachmännisch, versteht sich - und grillen Sie (oder lassen grillen) "Bunte Spieße":

Zutaten (4 Personen):

200 g Schweinefilet
3 Wiener Würstchen
6 Nürnberger Bratwürstchen
80 g durchwachsener Speck
1 säuerlicher, fester Apfel
1 frische Ananas
Öl zum Bepinseln, Salz, weißer Pfeffer, Holzspieße - und ein Grill

Zubereitung:

Fleisch und Wiener in gleichgroße Stücke schneiden, die Nürnberger dritteln, den Speck in Scheiben schneiden. Apfel schälen und in Stücke schneiden. Ananas schälen und in Scheiben schneiden, dabei den harten inneren Teil entfernen. Die Scheiben schneiden Sie in Stücke - so viel, wie Sie etwa benötigen. Den Rest lassen Sie in Scheiben.

Alle Stücke abwechselnd auf die Spieße stecken, mit etwas Öl bepinseln und grillen. Erst dann mit Salz und frisch gemahlenem weißen Pfeffer würzen.

Auf die restlichen Ananasscheiben träufeln Sie etwas weißen Rum und grillen Sie die Scheiben behutsam von einer Seite. Umdrehen, etwas brauen Zucker darauf streuen und die zweite Seite grillen. So haben Sie gleich noch ein leckeres Dessert. Bei größerer Nachfrage nehmen Sie die zweite Ananas … Aber Vorsicht beim Grillen, die Scheiben dürfen nicht schwarz werden!

Viel Spaß am eigenen Feuer oder dem des Nachbarn und ein frohes Osterfest wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de