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Zweiter Blick auf "Unsere Erde" Auf wuchtiger Expedition mit Lehrer Jauch

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Dieser Faultier-Herr ist auf verzweifelter Partnersuche - und einer der Hauptdarsteller im Kinofilm "Unsere Erde 2".

Universum Film

Liebestolle Faultiere, Kolibris im Duell mit Bienen, Galapagos-Racer auf Treibjagd: Rund um den Erdball bietet die Natur atemberaubende und herzerwärmende Geschichten. Das beweist der Kinofilm "Unsere Erde 2". Und Günther Jauch ist mittendrin.

Es geht ihm nur um Sex. Wenn er nicht gerade schläft. Zwischen diesen beiden Welten fristet einer der neuesten BBC-Helden, das Zwergfaultier-Männchen, auf einer Insel vor der Küste Panamas sein Dasein. Es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel jäh aus süßen Träumen und somit fast vom gemütlichen Ast gerissen zu werden. Zum Glück ist der Lärm nur ein Balzruf eines Weibchens. Der haarige Baumbewohner nimmt es entsprechend sportlich, springt ins Wasser und kämpft sich durch einen Mangrovensee in Erwartung eines erquickenden Liebesakts.

Vom seligen Schlummer bis hin zum Liebesfinale des Faultiers ist der Zuschauer hautnah dabei im Kinofilm "Unsere Erde 2". Dabei ist der kleine Tiger Woods nur einer von unzähligen Hauptdarstellern, mit denen das Kinopublikum mitfiebern kann - und wird. Ob Pandas auf Entdeckungsreise, Zebrafohlen auf dem Weg ans rettende Flussufer oder Pinguine beim waghalsigen Trip ans Füllhorn Neptuns: Dieser Naturfilm ist voller Dramen und Wunder.

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Kleine Rolle, großes Kino: Günther Jauch leiht "Unsere Erde 2" seine Stimme.

(Foto: Universum Film)

Dass diese Dokumentation ein Erlebnis der besonderen Art ist, liegt auch an Günther Jauch. Zu sehen ist der TV-Moderator darin zwar nicht. Aber er leiht ihr seine Stimme. Mit hörbar großer Hingabe und Faszination kommentiert Jauch die filmische Reise über die Kontinente hinweg. Dabei klingt er wie ein Lehrer - allerdings wie einer, dem Schüler selbst beim kompliziertesten Lehrstoff gebannt lauschen würden.

Geschwirr, Geschnatter, Gebrüll

Dabei sprechen die Bilder oft für sich. In 94 Minuten versuchen die Regisseure Peter Webber, Richard Dale und Fan Lixin, Szenen eines kompletten Tages auf dem gesamten Planeten einzufangen und auf die Leinwand zu zaubern. Nicht nur damit ließen sie sich auf ein ambitioniertes Projekt ein. Vor zehn Jahren überraschte der erste Teil von "Unsere Erde" an den Kinokassen der Welt. In Deutschland war er mit fast vier Millionen Zuschauern sogar noch erfolgreicher als der damals weltweit erfolgreichste Film "The Dark Knight". Wieder einmal war der Beweis erbracht, dass Tierdokus auch fürs Kino taugen.

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Glühwürmchen-Flashmob in einer brasilianischen Höhle.

(Foto: Universum Film)

Vieles spricht dafür, dass auch "Unsere Erde 2" ein Renner wird. Im Vergleich zu Teil eins ist das neue Werk um Längen besser. Diesmal geht die Reise nicht von Nord nach Süd, sondern sie folgt dem Lauf der Sonne rund um den Erdball. Der abwechslungsreiche Tagesrhythmus und die permanenten Ortswechsel kreieren ein dynamisches Kino-Abenteuer. "Der Film entfaltet eine Wucht, auch durch die Musik, der man sich nur schwer entziehen kann", sagt Jauch im Interview mit n-tv.de.

Hinzu kommt ein simples Erfolgsrezept: der technologische Fortschritt seit dem ersten Teil 2008. Mit Drohnen, Hochgeschwindigkeits- und Erdloch-Kameras, die über Monate Aufnahmen liefern, haben die Filmemacher schier jeden Winkel der Welt unter die Lupe genommen und so neue beeindruckende Perspektiven aufgetan. Den Soundtrack dazu liefert das Geschwirr, Geschnatter und Gebrüll der animalischen Hauptdarsteller.

Expedition an grenzenlose Sehnsuchtsorte

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Filmpremiere: Treibjagd von Galapagos-Racern auf Baby-Meerechse.

(Foto: Universum Film)

Natürlich kommt "Unsere Erde 2" nicht umhin, sich klassischer Elemente des Tierfilms zu bedienen. Schließlich schreibt die Natur auch im Zeitalter von Smartphones und Abgasaffären noch immer die besten Drehbücher. Und so zeigt auch dieser Film die täglichen Kämpfe um Nahrung, Lebensraum und Macht. Dabei sind auch weniger bekannte Konflikte zu sehen wie zwischen Galapagos-Racern und frisch geschlüpften Meerechsen. "Die Verfolgungsjagd zwischen Nattern und Leguanen hat schon James-Bond-Faszination", sagt Jauch. Nicht minder dramatisch ist das Duell um Nektar zwischen einem Kolibri und einer Biene.

Auch wenn es nicht auf allen Stationen der filmischen Expedition so turbulent und dramatisch zugeht: Packend sind die Szenen allesamt. Sie entführen die Zuschauer an wahrhaft grenzenlose Sehnsuchtsorte, die genauso faszinierend sind wie ihre Bewohner. Der Film ist nichts weniger als eine Liebeserklärung an die Vielseitigkeit und Schönheit der Natur. Zudem beweist er, dass gutes Kino auch ohne menschliche Darsteller möglich ist, ja sogar ohne Leinwand auskommt: "Wie wir in 'Unsere Erde 2' sehen, finden die Wunder auch direkt vor der Haustür statt", so Jauch. Es lohnt sich also, schon auf dem Weg ins Kino die Augen für das Wesentliche offen zu halten.

"Unsere Erde 2" startet am 15. März in den deutschen Kinos.

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Quelle: n-tv.de

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