Kino

Malavita - The Family De Niro & Pfeiffer als Pate & Patin

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Wenn Mama zündelt, sollten alle in Deckung gehen!

(Foto: dpa)

Sie sind witzig, sie sind spießig und doch so fies. Vati weiß, wie man jemanden leise umbringt, und wenn Mutti was im Supermarkt nicht passt, zündet sie ihn eben an. Ganz einfach. Auch die Kinder haben es faustdick hinter den Ohren.

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Die Goodfellas - ein Vorbild für de Niro.

(Foto: imago stock&people)

"Manche nennen es organisiertes Verbrechen - andere nennen es Familie", wird der Film beworben. Dass Familie schlimm sein kann, dürften alle wissen, die eine haben. Kleiner Scherz. Und dass Familie grundsätzlich etwas Tolles ist, ist klar. Dass sie nerven kann, ebenso. Dass "Famiglia" in Italien aber noch etwas mehr bedeutet, wird einem immer dan n besonders bewusst, wenn der Zusatz "Mafia" genannt wird.

Robert De Niro und Michelle Pfeiffer sind auf jeden Fall ein schönes Paar, auch wenn beide schon ein wenig in die Jahre gekommen sind. Er mit Plautze, sie mit echten Falten. Ewig könnte man ihr zusehen dabei, wie sie spricht, wie sie raucht, wie sie läuft, nichts hat sie verloren von ihrer Ausstrahlung. Als relativ skrupellose Gangsterbraut macht sie eine gute Figur. Okay, und Robert De Niro weiß, wie man den Paten gibt: "Ich habe mir 'Good Fellas' noch einmal angesehen. Auf der DVD gibt es Zusatzmaterial, das ich vorher gar nicht gesehen hatte. Da sind Interviews drin, daher bekam ich schon einige Informationen. Aber ich wollte natürlich auch ganz genau sein in dem, was meine Figur tut, vor allem in Bezug auf die Mafia. Im Buch ist es nicht so ganz genau angelegt, daher habe ich zusammen mit Luc (Besson) jede einzelne Szene genau besprochen."

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Eine schrecklich nette Famiglia: der aufbrausende Dad, die zündelnde Mon, die Lolita und der kleine Pate.

(Foto: dpa)

Na klar, so kennen wir De Niro - penibel und eins mit der Figur. Aber der Witz ist dabei zum Glück nicht auf der Strecke geblieben. Und Michelle, die zwar schon mal mit Robert De Niro in einem Film zu sehen war, aber noch nie mit ihm gleichzeitig vor der Kamera stand? "Als ich das Drehbuch gelesen habe, da habe ich es geliebt. Es war eine ungewöhnliche Vorlage für einen Film - und ja, es war risikoreich. Es ist leicht, über das Ziel hinauszuschießen und dann wäre der ganze Film zerfallen. Auch wenn der Unterton stimmt, kommt es auf jede einzelne Szene an, denn die eine ist ernsthafter, die andere komödienhafter. Am Ende muss ein runder Film herauskommen."

Das ist gelungen, auch wenn einige Szenen ganz schön heftig sind, dafür, dass es lustig sein soll. Der französische Regisseur Luc Besson bringt diese ziemlich humorvolle Version eines Mafia-Films ins Kino. Es ist eine sehr dunkle Komödie geworden, in der Mord kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Witz. Die Story kurz erzählt: Mafiaboss Fred, der sich und seine Familie ins Zeugenschutzprogramm und damit aus den USA nach Frankreich manövriert hat, nachdem er gegen eine Reihe gefährlicher Mafiosi ausgesagt hat, die allesamt zur Familie gehören, startet mal wieder ein neues Leben. Das Problem: Man sollte sich in so einem Programm idealerweise weitgehend unauffällig verhalten. Fred aber kann nicht aus seiner Haut und bringt immer wieder Menschen um oder verprügelt sie schlimm - aus alter Gewohnheit. So nun auch wieder in Frankreich.

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Was soll er machen, er kann nicht anders, und der Klempner ist blöd ...

(Foto: dpa)

Und auch Ehefrau Maggi (Michelle Pfeiffer) und die beiden halbwüchsigen Kinder sind nicht gerade durchschnittlich. Maggi jagt einen Supermarkt in die Luft, als die französischen Angestellten über kulturlose Amerikaner lästern, Tochter Belle macht mit zudringlichen Mitschülern kurzen Prozess und Sohn Warren zieht auf dem Schulhof seine eigene Mafia auf.

Da diese Familie nicht auf sich selbst aufpassen kann, überwacht Stansfield (Tommy Lee Jones), der persönliche und Kummer gewöhnte FBI-Agent als eine Art Babysitter die schrecklich nette Familie. Er hat wirklich keine leichte Aufgabe, denn die Mafia-Verwandtschaft aus New York ist dem Quartett auf der Spur. Und es wird ihnen auch nicht sonderlich schwer gemacht, denn die Mafiosi-Familie macht so viele Fehler, dass es nur eine Frage der Zeit ist.

Das ist ein lustiger Film, schade, dass die brutalen Szene einen Tick zu brutal sind, dafür ist es dann umso zuckriger, wenn es rührend wird.

Und er zeigt, dass der Zusammenhalt der Familie fast alles Schlimme besiegen kann.

Aber - vielleicht zündet ein typischer Amerikaner auch keinen Supermarkt an, bloß weil es keine Erdnussbutter und Marshmallows gibt ...

"Malavita" läuft ab dem 21. November in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de