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Sand, Druiden und zwei Leichen Kommissar Dupin pokert hoch

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Die Bretagne liefert die raue Kulisse für Bannalecs Kriminalgeschichten.

Für die Gegend-Krimis aus der Bretagne ist Jean-Luc Bannalec zuständig. Sein Kommissar Dupin ermittelt bereits zum vierten Mal. Auch diesmal geht es um Geschichte, um Essen und natürlich um einen geheimnisvollen Doppelmord.

Die Bretagne ist ein besonderes Fleckchen Erde. Hierhin hat es Kommissar Georges Dupin verschlagen, nachdem er aus Paris zwangsversetzt wurde. Dieser Teil ist nur für diejenigen, die noch nie etwas von Dupin und seiner neuen Heimat, dem Fischerort Concarneau an der französischen Atlantikküste, gehört haben. Das dürften nicht allzu viele Leserinnen und Leser sein.

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"Bretonischer Stolz" ist im Audio-Verlag erschienen.

Alle anderen haben schon auf den vierten Fall des Commissaire gewartet. Seit 2012 hat sich Jean-Luc Bannalec, der authentisch französischklingende Name ist nur ein Pseudonym, mit seinen Bretagne-Krimis eine beachtliche Fangemeinde geschaffen. Inzwischen wurde Dupin befördert. Leider bedeutet das, dass er an einer Fortbildung teilnehmen muss. Dieser lästigen Pflicht versucht er so lange wie möglich zu entkommen, unter anderem durch einen ausgiebigen Besuch bei den von ihm geliebten Pinguinen im Brester Océanopolis. Beinahe erleichtert nimmt er deshalb den Anruf an, mit dem ihm ein Leichenfund gemeldet wird.

Auch dass die Leiche beim Eintreffen der Polizei verschwunden ist, kann ihn nicht von intensiven Ermittlungen abhalten. Immerhin hat die Schauspielerin Sophie Bandol den Toten entdeckt, und für sie schwärmt Dupin schon lange. Auf seinen Instinkt ist auch diesmal Verlass, schon am nächsten Tag gibt es eine weitere Leiche. Zwei Kapitalverbrechen innerhalb von 24 Stunden oder war die Leiche nur 100 Kilometer weiter geschafft worden? Dupin glaubt an das Prinzip der Ballungen und fühlt sich erneut bestätigt.

Ein wenig kauzig

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Die Teile 1 bis 3 in der Bannalec-Box kosten 24,99 Euro.

Es dauert nicht lange, da kommen auch wieder Mythen und Legenden ins Spiel, schließlich ist für Bretonen die Vergangenheit genauso bedeutsam wie die Gegenwart. Da verwundert es auch nicht, dass es noch heute Druidenvereinigungen gibt. Und dann sind da noch die Austernzucht und der großangelegte Diebstahl von Sand. Leider soll Dupin ausgerechnet jetzt wegen seiner Magenbeschwerden auf Kaffee verzichten, der bekanntermaßen der Kraftstoff für seine grauen Zellen ist.

Ein Brand und ein schwerer Unfall scheinen zunächst nur schwer ins Bild zu passen. Dupin prüft eine rätselhafte Verbindung nach Schottland und handelt sich damit eine Suspendierung seines ungeliebten Präfekten ein. Ausgerechnet, als der Kommissar mit seiner gerade in die Bretagne gezogenen Freundin Claire einige Gläser Wein geleert hat, lassen seine Ermittlungen plötzlich keine Zweifel mehr daran, wer der Mörder ist.

Bannalec satt

Rechtzeitig zum Sommer hat der Audio-Verlag nicht nur den erst im Juni erschienenen Band 4 für die Ohren  aufbereitet, sondern auch die Fälle 1 bis 3 noch in eine Bannalec-Box gepackt. Zusammen macht das dann fast 40 Stunden kriminalistische Ermittlungen mit Kommissar Dupin in der Bretagne. Das reicht also locker für die ganze Hinfahrt, die Rückfahrt und natürlich auch noch für ein paar bretonische Regentage, an denen man wegen heftiger Schauer und Winde kaum das Ferienhaus verlassen mag.

Gerd Wameling hat bereits die Vorgängerbände eingelesen und dafür viel Lob bekommen. Inzwischen ist er ein routinierter Bannalec-Vorleser, gibt den einheimischen Bretonen etwas Knurriges, Sekretärin Nolwenn einen Schuss Hysterie und Dupin eine liebenswürdige Gelassenheit. Allerdings wünschte man sich seine Frauenfiguren etwas weniger blöde. Aber was macht das schon, wenn Dupin auch diesmal dem Scheitern wieder um Haaresbreite entgangen ist.

"Bretonischer Stolz" oder "Die große Bannalec-Box" bei Amazon bestellen

Quelle: n-tv.de

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