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Aus dem Nirvana zum Foo Fighter Dave Grohl - Rock-Gott von nebenan

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Rock on! Dave Grohl.

(Foto: imago/Fotoarena)

Auf der Suche nach dem fleischgewordenen Gegenpol zum divenhaften Frontmann mit Starallüren stolpert man früher oder später zwangsläufig über den Namen Dave Grohl. Heute feiert der Foo-Fighters-Chef seinen 50. Geburtstag. Eine Huldigung.

Wie zerstört man ein Fünf-Sterne-Hotelzimmer? Wie schnieft man zwei Dezimeter-Streifen Koks gleichzeitig in die Nase? Und wie zieht man, trotz einer ausgeprägten Arschloch-Attitüde, mehr willige Geschlechtspartner in seinen Bann als ein professioneller Pornodarsteller?

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Berühmt wurde Grohl (l.) als Schlagzeuger von Nirvana.

(Foto: imago/Future Image)

Ja, der Knigge für Rockstars ist voll von chaosstiftenden Sex-Drugs-And-Rock'n'Roll-Anleitungen. Dave Grohl könnte sich mittlerweile die in Gold gebundene, von Keith Richards und Robert Plant handsignierte Erstausgabe der Ich-bin-ein-Rockstar-ihr-könnt-mich-alle-mal-Bibel leisten. Nach mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern und gefühlt mindestens genauso vielen unters Volk gebrachten Konzerttickets hat der ehemalige Nirvana-Drummer und Foo-Fighters-Kopf wahrscheinlich sogar mehr Anspruch auf den Rock-Gott-Thron als alle koksschniefenden Rampensäue dieser Welt zusammen.

Rocken, bis der Arzt kommt

Im Leben des sympathischen Rock'n'Roll-Tausendsassas aus Ohio spielen gängige Ego-Aufputscher in Form von Kontoauszügen, Award-Sammlungen und Musikgeschichtsbucheinträgen aber nur eine untergeordnete Rolle. Seit seinem Business-Einstieg im Jahr 1986 (Scream) verfolgt der passionierte Autodidakt nur ein Ziel: rocken, bis der Arzt kommt. Und der Onkel Doktor lässt sich tatsächlich des Öfteren blicken.

In Zeiten, in denen Dave Grohl hinter Grunge-Messias Kurt Cobain die Trommelstöcke schwingt, fliegt so manches Instrument im Eifer des Gefechts unkontrolliert über die Bühne. Unzählige Platzwunden, Prellungen und blaue Flecken sind die Folge - ein Preis, den Dave Grohl aber mit einem Lächeln auf den Lippen bezahlt. Und zwar immer und immer wieder.

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Inzwischen ist er seit über 20 Jahren Frontmann und Chef der Foo Fighters.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Selbst als der einstige Battle-Gegner vom Muppets-Show-"Animal" mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Nirvana-Ende mit einem gebrochenen Knöchel im Fotograben des vollbesetzten Ullevi-Stadions in Göteborg liegt, zeigen die Mundwinkel nach oben. "Gute Laune ist das A und O. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie mit schlechter Laune auf die Bühne gegangen", verrät Grohl sein Immer-weiter-immer-weiter-Erfolgsgeheimnis.

Ja, einen Dave Grohl haut so schnell nichts aus der Bahn. Der von Fans, Kritikern und Kollegen gleichermaßen geliebte, geschätzte und verehrte "Mr. Nice Guy des Rock" ist das Paradebeispiel für eine Sub-Spezies, deren Erhalt mindestens genauso wichtig ist wie das hoffentlich irgendwann einmal in Kraft tretende Weltweit-Verbot von Plastikverpackungen. Die Rede ist vom Rockstar von nebenan.

Fernab von Allüren und divenhaftem Getue

Grohl fungiert als Aushängeschild derer, die sich fernab von Allüren und divenhaftem Getue nur aufs Wesentliche konzentrieren: aufs große Rock'n'Roll-Miteinander. David "Dave" Eric Grohl verzaubert sie alle: seine mittlerweile zweite Ehefrau Jordyn Blum und seine drei Töchter genauso wie Millionen Fans auf der ganzen Welt, von denen er immer mal wieder gerne einen oder auch zwei zum Mitfeiern auf die Bühne holt.

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Das Schlagzeug beherrscht er natürlich auch noch immer.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Trällert man ihm ein Ständchen aus Tausend Kehlen, kommt Dave Grohl mit seiner Multi-Platin-Combo sogar ins kleinste Örtchen zum "Danke" sagen (Cesena, "Rockin' 1000"). Gerät irgendwo ein Brand außer Kontrolle, sorgt Dave für Feuerwehr-Energie-Nachschub in Form von Barbecue-Powerhäppchen (Waldbrände in Kalifornien). Und wer wie durch ein Wunder ein verheerendes Minenunglück überlebt, dem widmet der gute Dave auch schon mal ein ganzes Lied ("Ballad Of The Beaconsfield Miners").

Dave Grohl ist der Rockstar der Herzen - so viel ist sicher. Am 14. Januar 2019 feiert der drittreichste Drummer der Welt (Experten schätzen Grohls Vermögen auf 260 Millionen US-Dollar) - gleich nach Ringo Starr und Phil Collins - seinen 50. Geburtstag. Hoffen wir, dass noch viele, viele weitere Jahre dazu kommen. Rock on, Dave!

Quelle: n-tv.de

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