Unterhaltung
Kim Wilde - 30 Jahre nach "Kids in America".
Kim Wilde - 30 Jahre nach "Kids in America".(Foto: Nikolaj Georgiew / Sony Music)
Freitag, 26. August 2011

Interview mit Liebesgeständnissen: Im Bett mit Kim Wilde

Okay, dass wir mit Kim Wilde im Bett waren, ist schon ein paar Jährchen her. Und wenn wir ehrlich sind, dann war sie auch eher am als im Bett. Nichtsdestotrotz haben wir das Interview mit ihr besonders genossen. Der Anlass: ihr neues Album "Snapshots". Mit dem ausschließlich aus Coverversionen bestehenden Werk setzt die mittlerweile 50-Jährige, die sich nach ihren großen Chart-Erfolgen in den 80ern zwischenzeitlich auch schon mal voll und ganz aufs Gärtnern verlegt hat, ihr 2006 begonnenes Comeback fort. Ein Gespräch über die Schönheiten der Popmusik, über Metallica, Madonna, Lady Gaga - und die Liebe.

n-tv.de: Ich muss erst einmal etwas loswerden: Mal abgesehen von den Mädchen im Kindergarten und in der Grundschule, waren Sie meine erste Liebe, Frau Wilde …

Kim Wilde: Oh, wirklich …

Ja, die Wand neben meinem Bett war mit Postern von Ihnen gepflastert. Und Ihre erste LP war die erste Musik-Platte, die ich jemals gekauft habe. Aber ich befürchte, dass ich nicht der Einzige bin, der Ihnen so etwas sagt …

(lacht) Ja, tut mir leid, das stimmt. Aber das ist entzückend. Wissen Sie, ich erinnere mich auch an die Poster in meinem Zimmer. Von daher weiß ich, wie sich das anfühlt.

Von wem waren bei Ihnen die Poster?

Das ist lustig: Mein neues Album heißt ja "Snapshots" (zu Deutsch "Schnappschüsse", Anm. d. Red.). Und als ich nach Bildern dafür gesucht habe, habe ich ein paar alte Fotos aus meinem Schlafzimmer gefunden. Ungefähr aus der Zeit, als ich 18 war, also kurz vor "Kids in America". Da war eine wunderschöne Aufnahme von Bowie an der Wand, mit dem ich viele Jahre später auf Tour gehen durfte. Ein anderes Bild war von Roy Wood von The Move. Mit ihm werde ich in diesem Winter in Großbritannien touren. Und dann war da noch ein Bild von Elvis Costello.

Wenn man auf Ihre Karriere blickt, dann flogen Ihnen die Herzen stets vor allem in Deutschland und der Schweiz zu - mehr als in Ihrer britischen Heimat. Haben Sie eine Erklärung dafür?

In den 90er Jahren wurde Kim Wilde zur Gärtnerin, moderierte eine Gartensendung im TV und schrieb Bücher zu dem Thema.
In den 90er Jahren wurde Kim Wilde zur Gärtnerin, moderierte eine Gartensendung im TV und schrieb Bücher zu dem Thema.(Foto: Sony Music)

Nein, nicht wirklich. Nun ja, ich habe immer viel Zeit hier verbracht. Aber ich weiß nicht genau, weshalb die Liebesbeziehung hier etwas länger angedauert hat als in Großbritannien. (lacht) Ich glaube, früher war die Musikszene sehr auf Großbritannien und Amerika konzentriert. Und ich glaube, da gab es eine Art Fast-Food-Mentalität, wenn es um Popmusik ging. Nach dem Motto: Ah, es wird eine neue Kim Wilde geben, eine neue tolle Band, neue Blur, neue Oasis, neue Coldplay … Natürlich stimmt das auch in gewisser Weise. Da wird man ein bisschen wie ein Möbelstück, wie etwas, das halt einfach da ist. Aber ich habe die Liebesbeziehung mit Großbritannien in letzter Zeit wieder etwas aufgefrischt und dort zum Beispiel vor Kurzem ein echt großes Konzert gegeben. Die Deutschen waren jedenfalls immer sehr loyal mir gegenüber. Dafür mag es verschiedene Gründe geben. Am besten gefallen würde es mir, wenn es daran lag, dass sie meine Musik immer mochten.

Ich glaube, Sie wurden zumindest immer respektiert, weil Sie - im Gegensatz zu manch anderen Popstars - nach Ihren großen Erfolgen nie etwas Peinliches gemacht haben. Manche haben sich vielleicht etwas gewundert, als Sie zur Gärtnerin wurden. Aber im Endeffekt war man doch der Meinung, dass Sie den Wechsel vom gefeierten Popstar in ein "normales" Leben gut gemeistert haben. Alles richtig gemacht, würde ich sagen - oder würden Sie im Nachhinein etwas ändern?

Nein, gar nicht. Ich war gerade hier im Hotel oben im sechsten Stock. Als ich aus dem Fenster runtergeblickt habe, waren da zwei wunderschöne Gärten im Hinterhof. Und da waren eine Mutter und ihr Sohn, die zwischen den Bäumen gejätet haben, in einem besonders schönen Teil des Gartens. Besonders schön deshalb, weil man sieht, dass sich jemand darum kümmert und nicht überall Unkraut ist. Diese gezähmte Wildnis hat etwas Bezauberndes. Und ich habe mir in dem Moment gewünscht, mit meinen Jeans und Handschuhen da unten zu sein und mit meinem Sohn Unkraut zu jäten. Das wäre ein toller Tag. Also, das Gärtnern ist wirklich zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Und ich glaube, es ist wirklich eine wertvolle Sache, die man mit seinen Kindern teilen kann. In einer Zeit, in der der Umwelt so zugesetzt wird, kann es nicht schlecht sein, die Verbindung zur Natur zu fördern.

Das klingt sehr bodenständig. Andere Popstars haben größere Probleme, den Verlust von Ruhm zu verkraften …

Ja, viele versinken in Drogen und Alkohol. Oder verbringen viel Zeit vor Gericht. (lacht)

Was denken Sie, wenn Sie Leute wie den früheren Sex-Pistols-Frontmann John Lydon oder den Ex-East-17-Sänger Brian Harvey in Fernsehshows wie dem britischen Dschungelcamp sehen?

Also, was John Lydon angeht: Ich finde, er hat das ganz gut hingekriegt. Ich schaue mir das eigentlich nicht an. Aber ihn musste ich mir damals wirklich ansehen. Und ich fand ihn hinreißend. Er hat das mit Würde bewältigt. Aber für mich kann er wahrscheinlich eh nichts falsch machen. (lacht)

Mit Nena sang Kim Wilde 2003 "Anyplace, Anywhere, Anytime".
Mit Nena sang Kim Wilde 2003 "Anyplace, Anywhere, Anytime".(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Stichwort "Würde": In Deutschland gibt es die Redewendung davon, "in Würde zu altern". Sie sind vergangenes Jahr 50 geworden. Haben Sie Probleme mit dem Altern?

Nein, nicht wirklich. Also, nein, eigentlich gar nicht. Ich kann dagegen ja eh nichts machen. Das ist das große, unverrückbare Ding, an dem ich nicht vorbeikomme. Und wenn ich an etwas nicht vorbeikomme, lerne ich, es zu lieben.

Ich habe ja schon Brian Harvey von East 17 erwähnt …

Ja, hat er es nicht geschafft, sich selbst zu überfahren? Es gibt diese berühmte Geschichte von ihm, dass er sich mit seinem eigenen Auto überfahren hat.

Echt? Die kenne ich gar nicht …

Ja, doch. Das war echt urkomisch. (lacht)

Trotzdem ist "It's alright" von East 17 die erste Single aus Ihrem Album "Snapshots". Was sprach für diesen Song?

Weil ich ihn einfach liebe. Ich liebe ihn als Popsong. Ich mochte auch die Band damals ganz gerne. Sie haben einige echt coole Platten gemacht. Ich war jetzt nicht auf ihren Konzerten und habe auch kein T-Shirt von ihnen getragen, aber ich habe insbesondere "It's alright" wirklich geliebt.

Damals gab es ja das East-17-Lager und das Take-That-Lager. Sie waren also im East-17-Lager …

Seit 2006 ist die Sängerin auch wieder als Solokünstlerin aktiv.
Seit 2006 ist die Sängerin auch wieder als Solokünstlerin aktiv.(Foto: Sony Music)

Ja, irgendwie schon. Aber ich mochte einige der Take-That-Sachen auch. Ich fand nur, dass East 17 ein bisschen cooler waren. Sie waren modisch verrückter, sie hatten Tattoos, die Köpfe rasiert und hatten viel "Street Attitude". Ich fand sie einfach schnuckliger. Aber mein Herz schlug schon immer für die bösen Jungs.

"Snapshots" ist ja ein Album, das nur aus Coverversionen besteht - das reicht von "Anyone who had a Heart" von Cilla Black aus dem Jahr 1964 bis hin zu "About you now" von den Sugababes von 2007. Wer hatte die Idee dazu?

Ich habe schon in der Vergangenheit immer mal wieder live Songs gecovert - zum Beispiel "Ca plane pour moi" von Plastic Bertrand oder "Real Wild Child" von Iggy Pop. Die Idee zu dem Album kam nun zunächst durch die Tour, die ich nach "Come out and Play" (Kim Wildes Album vor "Snapshots", Anm. d. Red.) gemacht habe. Auch da habe ich ein paar Coverversionen im Programm gehabt, um das Ganze aufzupeppen …

(Im Hintergrund johlt ein Kind lustig vor sich hin)

Sind Kinder nicht etwas Tolles? (lacht) Also, ich hatte "A Little Respect" und "Sleeping Satellite" im Programm. Meine Plattenfirma hörte das und fragte mich, ob wir nicht ein komplettes Album zusammenstellen wollen. Ich sagte: Hey, wir haben doch gerade erst "Come out and Play" gemacht. Und sie meinten: Ja, aber schau, du bist gerade 50 geworden. Das wäre doch ein gutes Geburtstagsgeschenk an dich selbst. Und sie mochten ganz offensichtlich meine Versionen von den Songs, weil sie das Gefühl hatten, dass ich sie zu meinen eigenen gemacht und nicht nur Karaoke gesungen habe.

Erstmals wurden bestimmte Coverversionen von ihr live ausprobiert.
Erstmals wurden bestimmte Coverversionen von ihr live ausprobiert.(Foto: picture alliance / dpa)

Sind die 14 Songs auf dem Album alles Lieblingslieder von Ihnen?

Ja, eigentlich schon. Einige wurden mir auch von engen Freunden vorgeschlagen. Und dann gibt es da noch die Songs, die man nur allzu gerne machen würde, bei denen man aber feststellen muss, dass sie einfach nicht die Richtigen für einen sind. So habe ich auch einige Songs ausprobiert, die ich wirklich abgöttisch liebe, die aber einfach nicht zu meiner Stimme passen wollen. Man ist nicht immer gut darin, sich selbst zu beurteilen. Mir war klar, dass "Anyone who had a Heart" gesetzt ist, denn das ist der erste Song, an den ich mich erinnern kann, ihn gehört zu haben. Das war der Ausgangspunkt. Und von da wollte ich alle folgenden Dekaden bis zur jüngsten Zeit abdecken - als Ausdruck meiner Hingabe zur Popmusik.

Nicht nur zeitlich gesehen, sondern auch was die Originalkünstler angeht, umspannen die Songs ein breites Spektrum - das reicht von Diana Ross bis zu The Cure. Was ist der für Sie ungewöhnlichste Song?

Am meisten Kopfzerbrechen hat mir "Beautiful Ones" von Suede bereitet. Ich liebe Suede wirklich und auch diesen Song. Trotzdem musste ich einen inneren Kampf mit mir ausfechten, ob ich ihn wirklich mache. Aber letztendlich glaube ich, dass wir aus dem Song etwas Neues herausgeholt haben. Er wird dennoch nicht jedermanns Sache sein. Er wird wohl am ehesten die Nation spalten. (lacht)

Auf "Kooks", im Original von David Bowie, singen Sie ein Duett mit Ihrem Ehemann, Hal Fowler. Wie hat sich das angefühlt?

Oh, das war toll. Wir brauchten dafür nur ein oder zwei Stunden an einem Nachmittag im Studio. Es war wundervoll, ihn zu fragen und zu sehen, wie sehr er sich darüber gefreut hat. Abgesehen von unserem ersten Zusammentreffen (Wilde und Fowler lernten sich bei einem gemeinsamen Engagement für das Musical "Tommy" kennen, Anm. d. Red.), verliefen unsere Karrieren ja eigentlich stets getrennt. Wir haben seither beruflich an sich nichts zusammen gemacht. Insofern war es wirklich bezaubernd. Es war bezaubernd, mit ihm über unsere Kinder zu singen, zumal einen Song von David Bowie, der einen so großen Einfluss auf mich hatte. Und noch dazu vom Album "Hunky Dory", das mir unglaublich am Herzen liegt.

Etwas ändern? "Nein, gar nicht."
Etwas ändern? "Nein, gar nicht."(Foto: picture alliance / dpa)

Wissen die Künstler, die Sie gecovert haben, davon? Gab es Reaktionen?

Das Album kommt ja gerade erst raus. Von daher kann noch keiner von ihnen etwas gehört haben, selbst wenn sie sich dafür interessieren sollten. Ich denke, in den nächsten Jahren wird es vielleicht zu manch einem von ihnen durchsickern und die eine oder andere gute oder auch schlechte Reaktion geben. Darauf bin ich vorbereitet. Musik ist eine so persönliche Sache. Und wenn jemand von dem, was ich gemacht habe, nicht begeistert sein sollte, könnte ich das auch verstehen. Ich kann nur sagen: Damals bei "You Keep me Hanging on" (Coverversion von Diana Ross, mit der Kim Wilde 1986 ihren größten Hit hatte) sickerte es zu Lamont Dozier durch, der den Song geschrieben hatte. Er schrieb mir in einem Telegramm, wie begeistert er von meiner Version ist. Diana Ross hingegen hatte dazu nicht so recht Lust … (lacht) Für mich ist das nicht so wichtig.

Wirklich?

Okay, also, wenn ich ganz ehrlich sein soll: Wenn ich von Robert Smith von The Cure eine Nachricht erhalten würde, dass er meine Version von "In Between Days" toll findet, dann würde ich auf Wolke Sieben schweben. Und genauso wäre es bei Mike Oldfield, von dem ich auch ein echt großer Fan bin (Kim Wilde covert den Oldfield-Song "To France", Anm. d. Red.).

Sie betonen, dass Sie ein großer Fan von Popmusik sind. Aber Popmusik lässt sich heute schwer definieren. Einen Nummer-1-Hit können genauso Metallica wie Rihanna landen …

Ja, aber genau das liebe ich daran. Das ist auch genau das, was ich mit dem Album sagen will. Das kleine Wörtchen Pop umfasst all diese Spielarten. Dem kann man nicht entkommen, egal, wie viele Menschen vielleicht auch glauben, dass sie sich außerhalb des Pop-Zirkels bewegen. Pop umfasst sie alle.

Mit Madonna würde Kim Wilde nicht tauschen wollen.
Mit Madonna würde Kim Wilde nicht tauschen wollen.(Foto: Nikolaj Georgiew / Sony Music)

Sie haben zwei Kinder - einen Sohn (13) und eine Tochter (11). Ich habe gelesen, der Junge steht auf Heavy-Bands wie eben Metallica und Slipknot. Wie gehen Sie damit um - und wie findet er die Musik seiner Mutter?

Neulich war ich mit ihm im Auto und habe mein Album angehört. Er hatte wirklich die Schnauze voll und konnte es nicht erwarten, es auszumachen und wieder Metallica zu hören. Zu seinem Glück bin ich auch ein großer Metallica-Fan und genauso erpicht darauf, dass er "Death Magnetic" (das letzte Metallica-Album, Anm. d. Red.) zu hören bekommt, wie er. (lacht) Mein kleines Mädchen ist eher so ein Pop-Kopf. Trotzdem mag sie Metallica auch irgendwie. Ich finde es super, dass sie für jede Art von Musik aufgeschlossen sind. Aber wenn mein Sohn hier wäre und man ihn fragen würde, ob er lieber Kim Wilde oder Slipknot hören will, weiß ich, was die Antwort wäre. (lacht) Ich nehme das wie ein Mann.

Andererseits gibt es ja schon seit Jahren ein starkes Revival der 80er-Sounds in der Musik. Was halten Sie davon?

Ich finde das wirklich klasse. Ich finde, es klingt wieder richtig frisch. Und es macht deutlich, wie toll es damals geklungen hat. Die 80er wurden in den 90ern ja ziemlich niedergemacht. Das war nicht cool. Jetzt blickt noch einmal jeder anders darauf - mit Frische und weniger herablassend. Man blickt darauf, wie die Musik wirklich war, wie stark und einflussreich. Und sieht, wie stark die Melodien waren, von A-ha oder Nik Kershaw - von uns allen. Wir konzentrierten uns auf Melodien, auf Attitüden, darauf, dass es frisch ist, spaßig und heraussticht. Das waren wertvolle Beiträge zur Popgeschichte. Und ich glaube, jetzt wird das angemessen gewürdigt.

Die 80er halt - so sah das Cover ihrer ersten LP aus.
Die 80er halt - so sah das Cover ihrer ersten LP aus.(Foto: EMI Music)

Ihnen wird nachgesagt, dass Sie eine der ersten Frauen im Popgeschäft waren, die wussten: "Sex sells". Heute werden Sängerinnen wie Rihanna oder Lady Gaga für ihre Freizügigkeit gelegentlich scharf kritisiert. Wie sehen Sie das?

Ich habe damit überhaupt kein Problem. Okay, ich habe gestern Beyoncé im Fernsehen gesehen … oh mein Gott … wow … Das hat mich einfach nur weggeblasen: Ihre Ausdruckskraft, ihre sexuelle Ausstrahlung und diese Wahnsinns-Stimme - was für ein Gesamtpaket! Nein, ich bin wirklich ein Fan davon, es nach vorne zu bringen, wie ich es nenne. (lacht) Ich stehe darauf, wenn Rihanna etwas gewagt auftritt oder sehr, sehr unanständig. (lacht) Ich fand es immer toll, wenn Leute den Mumm zu so etwas haben. Das Großartige an diesen Mädels ist doch, dass man das Gefühl hat, dass sie die komplette Kontrolle über alles haben. Hässlich wird es, wenn man den Eindruck hat, dass jemand manipuliert wird, bestimmte Dinge zu tun.

Was denken Sie über Lady Gaga? Ist sie die neue Madonna?

Nun, eines ist sicher: Ihre Plattenverkäufe sind gut. Sie hat die Kontrolle über alles. Und mir gefällt irgendwie, wie sie die Fahne hochhält. Aber ich glaube, dass eine andere kommen und es besser machen wird. Denn irgendwann geht es auch um die Musik. Und ich habe von Lady Gaga bisher nichts so Gutes gehört. Ich habe irgendwann mal diesen Song, in dem "Fernando" vorkommt (gemeint ist wohl das Lied "Alejandro", Anm. d. Red.), gehört. Ich musste echt das Radio ausstellen. Madonna dagegen hat über Jahrzehnte brillanteste Popmusik abgeliefert. Aber: Es ist ja niemand gezwungen, bei Lady Gaga hinzusehen oder eine Platte von ihr zu kaufen. Ich kaufe jedoch keine.

Und so sieht das Cover der neuen LP "Snapshots" aus - ab sofort im Handel.
Und so sieht das Cover der neuen LP "Snapshots" aus - ab sofort im Handel.(Foto: Sony Music)

Sie haben mal gesagt, Sie wollten mit Madonna nicht tauschen. Warum nicht? Sie hätten doch vielleicht sogar das Potenzial zu so einer Karriere gehabt …

Nein, das glaube ich nicht. Ich hatte nie dieses brennende Verlangen und diesen Biss, den man dafür braucht, so erfolgreich zu sein. Diesen Biss, die Beste zu sein, die Beste zu bleiben und besser als die Besten zu sein. Ich glaube, das kann einen letztlich auch von vielen Schönheiten des Lebens entfremden. Ich will nicht werten, welcher Weg der bessere ist. Ich kann nur sagen, welcher Weg der bessere für mich ist. Ich bin froh darüber, dass mir mein Leben erlaubt hat, nach links und rechts zu blicken und andere Dinge zu sehen. Ich weiß nicht, ob ich ein Leben mit Bodyguards aushalten würde. Megastars wie Madonna zahlen einen hohen Preis. Und ich bin unglaublich froh, dass ich diesen Preis nie zahlen musste.

Auf "Snapshots" covern Sie 14 Songs anderer Künstler. Aber wenn Sie sich das Gleiche für einen Ihrer Songs wünschen könnten - welches Kim-Wilde-Lied sollte wer covern?

Hmm, ich würde gern Metallica mit "Kids in America" hören.

Mit Kim Wilde sprach Volker Probst

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Kim Wilde befindet sich im März 2012 auf Tour: Mainz (7.3.), Trier (8.3.), Köln (9.3.), Bremerhaven (10.3.), Nürnberg (12.3.), Stuttgart (13.3.), Hannover (14.3.), Berlin (15.3.)

Quelle: n-tv.de