TV

Drogen, Russen, Maulwürfe Der Kölner "Tatort" im Schnellcheck

3_Tatort_Weiter_immer_weiter.jpg

Spielt das "Streifenhörnchen" sehr eindringlich: Roeland Wiesnekker (Mitte)

(Foto: WDR/Martin Valentin Menke)

Nur zwei Wochen nach dem famosen "Damian" thematisiert der "Tatort" einmal mehr psychische Krankheiten - diesmal in Kombination mit der schwierigen Aufgabe, ein guter Polizist zu sein.

Das Szenario

Bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle stoppt der Kölner Streifenpolizist Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) die offensichtliche Drogenfahrt eines jungen Mannes. Der Angehaltene will panisch zu Fuß flüchten, kommt aber nicht weit, sondern wird nur ein paar Meter weiter von einer Straßenbahn in voller Fahrt erwischt und ist sofort tot. Nur wenige Sekunden später sieht Lorenz einen schwarzen Jeep vorbeifahren, in dem schwerbewaffnete Männer mit Halstattoos sitzen. Der Streifencop ist davon überzeugt, dass die Russenmafia den jungen Mann zu Tode gehetzt hat und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln.

9_Tatort_Weiter_immer_weiter.jpg

Ich sehe was, was du nicht siehst: Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) und seine Schwester Mecki (Annette Paulmann)

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Mit seinem Alleingang kommt Lorenz den eigentlichen Ermittlern des Falls, Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär), immer wieder in die Quere - vor allem Ballauf ist nicht von der Schuld der Russen überzeugt. Kollege Schenk ist da schon empfänglicher: Lorenz und er waren auf der Polizeischule miteinander befreundet, Schenk hält den Kollegen für einen guten Polizisten. Und tatsächlich scheint Lorenz dank guter Kontakte in die Szene den wahren Tätern auf die Spur zu kommen. Oder etwa doch nicht?

Die eigentliche Botschaft

Überstunden, Stress, Misstrauen und Abneigung von allen Seiten: Polizisten sind die Prügelknaben der Nation.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Dass man zur Mitte des Films eigentlich schon akzeptiert hat, dass Ermittler-Sidekick Jütte (Roland Riebeling) der Maulwurf in der Kölner Polizei ist. Und das leicht unangenehme Gefühl wenn man merkt, dass man doch zu früh geurteilt hat.

Der Plausibilitätsfaktor

Mittel. Polizeiarbeit kann vor allem auf der Straße psychisch sehr belastend sein, psychische Störungen und Probleme sind in der Folge also auch keine Seltenheit. Dass ein offensichtlich psychotischer Beamte wie Lorenz allerdings so frei verfahren kann ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. "Weiter, immer weiter" ist ein spannender Fall mit doppeltem Boden und einer starken Besetzung. An die Klasse des zwei Wochen zuvor ausgestrahlten Schwarzwald-"Tatorts" "Damian", bei dem es ebenfalls um psychische Krankheiten ging, kommt der Kölner Fall allerdings nicht ganz heran.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema