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Rohrzangen gegen Fliegerbomben Der Kölner "Tatort" im Schnellcheck

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Haben ganz schön viel durchgemacht: Alexander Haug (Sascha Alexander Geršak) und Alena Krämer (Alessija Lause)

(Foto: WDR/Martin Valentin Menke)

Je explosiver der Job, desto ausgeglichener sollte die Persönlichkeit sein: Ob das so im Handbuch für Sprengmeister steht, wissen wir nicht. Nach dem Genuss von "Bombengeschäfte" wünschen wir uns aber zumindest, dass es das tut.

Das Szenario

Ein Kölner Sprengmeister wird von einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg in Stücke gerissen. Die Explosion ist so gewaltig, dass lediglich ein Splitter seines Unterkiefers übrig bleibt, um den Mann später zu identifizieren. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, scheint allerdings keiner zu sein: Zum einen war die Bombe eigentlich längst entschärft, zum anderen galt der Sprengmeister als enorm umsichtig und verantwortungsbewusst. Obendrein profitiert sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld des Opfers eine ganze Reihe von Menschen vom Tod des Sprengmeisters.

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Die Kommissare ermitteln auch gegen Spielhallenbesitzer und Motorradfahrer Feichdinger (Thomas Darchinger).

(Foto: WDR/Martin Valentin Menke)

Die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) versuchen das Beziehungsgeflecht zu entwirren und stoßen dabei auf mehr Motive, als ihnen lieb ist: Der frühere beste Freund des Ermordeten steht auf dessen Frau, ein anderer Kumpel von früher fühlte sich von ihm ausgebootet - und der Sohn seines Arbeitgebers befürchtete, in der Nachfolgeregelung des Unternehmens zu kurz zu kommen.

Die eigentliche Botschaft

Die Kölner "Tatorte" haben ja selten eine ganz klare Botschaft. So ist es auch diesmal. Was man allerdings auf jeden Fall aus "Bombengeschäfte" ziehen kann: Wer versucht es allen recht zu machen, kommt unweigerlich irgendwann unter die Räder.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Dass eine handelsübliche Rohrzange offenbar ausreicht, um Weltkriegsbomben zu entschärfen, die sich angeblich unmöglich entschärfen lassen.

Der Plausibilitätsfaktor

Bombenfunde sind ein Ding in Köln: Alleine 2018 wurden 15 Blindgänger in der Domstadt gefunden und unschädlich gemacht.

Die Bewertung

6,5 von 10 Punkten. "Bombengespräche" ist ein konventionell inszenierter Krimi, der bis zum Schluss spannend ist - aber leider bei der Charakterzeichnung schwächelt.

Quelle: n-tv.de

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