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Kopfrechnen für Geiselnehmer Der Luzerner "Tatort" im Schnellcheck

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Mike (Misel Maticevic) nimmt die junge Leonie (Cecilia Steiner) als Geisel.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Daniel Winkler)

Ein geschasster deutscher Arbeiter macht sich mit viel Wut im Bauch und einer Beretta im Gepäck auf den Weg in die Schweiz, um seinem Chef den ausstehenden Lohn der nächsten 20 Jahre abzupressen. Keine gute Idee, wie sich schnell herausstellt.

Ein geschasster deutscher Arbeiter macht sich mit viel Wut im Bauch und einer Beretta im Gepäck auf den Weg in die Schweiz, um seinem Chef den ausstehenden Lohn der nächsten 20 Jahre abzupressen. Keine gute Idee, wie sich schnell herausstellt.

Das Szenario

Mike Liebknecht (Misel Maticevic) verliert seinen Job bei einem Bremerhavener Gewindehersteller, weil der Schweizer Mutterkonzern den Zulieferbetrieb abwickelt: Ein chinesisches Unternehmen kann die Gewinde, die Mike produziert, für 65 statt 78 Cent pro Stück herstellen. Mit rechtschaffener Wut und einer Beretta im Gepäck macht sich Mike auf den Weg nach Luzern, um dem verantwortlichen Manager Anton Seematter (Roland Koch) seine Abschlussrechnung zu präsentieren: 567.840 Euro fordert der geschasste Arbeiter von dem steinreichen Schweizer - die Gesamtsumme ergibt sich aus Mikes aktuellem Monatslohn, hochgerechnet auf die 20 Jahre, die er noch arbeiten müsste.

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Ritschard (Delia Mayer, l.) und Flückiger (Stefan Gubser, r.) ermitteln in einem Mord, der bald zur Nebensache wird.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Daniel Winkler)

Leider hält Mike dem Manager nicht nur eine Rechnung unter die Nase, sondern nimmt gleich mal die ganze Familie als Geisel. Die Situation läuft erwartungsgemäß aus dem Ruder - und fährt komplett gegen die Wand, als auch noch die Ermittler Ritschard (Delia Mayer) und Flückiger (Stefan Gubser) am Tatort auftauchen, um den Manager in einem anderen Mordfall zu befragen. Nach einem dramatischen Showdown im Hobbykeller entwickeln Opfer und Täter schließlich Sympathien füreinander und schließen einen Deal.

Die eigentliche Botschaft

Geld spaltet. Werden die monetären Klassenunterschiede erst einmal aufgehoben (es muss ja nicht immer gleich eine Geiselnahme oder etwas ähnlich dramatisches sein) finden bisweilen selbst die merkwürdigsten Paare zueinander.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Seematters erstaunliches Talent fürs Kopfrechnen: Der Manager braucht ziemlich genau sieben Sekunden, um zu berechnen, wieviel 567.840 Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Inflation von zwei Prozent inflationsbereinigt sind - nämlich genau 842.750,65 Euro.

Der Plausibilitätsfaktor

Mäßig. Dass die Tochter des Hauses ausgerechnet dann ihre Dozentin ermordet, wenn ein Bremerhavener Arbeiter entscheidet, die Familie als Geisel zu nehmen, ist schon ein arger Zufall.

Die Bewertung

7,5 von 10 Punkten. "Friss oder stirb" ist ein gut gemachter Thriller, der den Puls nach den besinnlichen Feiertagen pünktlich zum Jahresende wieder nach oben treibt.

Quelle: n-tv.de

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