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Wettlauf gegen die Langeweile Der Luzerner "Tatort" im Schnellcheck

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Eine der beiden Boxerinnen wird den Kampf nicht überleben.

(Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler)

Doping ist böse. So viel ist bekannt. Was wir noch nicht wussten: In der Schweiz werden junge Boxerinnen, die aus dem System aussteigen wollen, gerne mal in Luftschutzbunkern festgehalten. Wie schwach ist der letzte "Tatort" der Saison wirklich?

Das Szenario

Die junge Boxerin Martina Oberholzer (Tabea Buser) ist auf dem aufsteigenden Ast: Sie hat Talent und die nötige Schlagkraft, um ganz oben mitzumischen. Nachdem einer ihrer Kämpfe aber mit dem Tod ihrer Konkurrentin endet, will Martina hinschmeißen: Ihre Rivalin starb nicht an den Folgen eines Schlags, sondern erlag einem Herzinfarkt als Folge jahrelangen Dopings. Im gleichen Dopingsystem steckt Martina - und weil ihr Manager (Urs Humbel) und sein inhaftierter Chef Pius Küng (Pit-Arne Pietz) unbedingt vermeiden möchten, dass sie auspackt, wird sie kurzerhand ohne Wasser in einen Luftschutzbunker gesperrt.

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Legen sich mit einem inhaftierten Unterweltbaron an: Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser)

(Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler)

Die Situation verschärft sich noch, als die Kommissare Flückiger (Stefan Gubser) und Ritschard (Delia Mayer) in die Wohnung des Managers gerufen werden, der mit zwei Bauchschüssen tot in seinem eigenen Blut liegt. Neben ihm steht Martinas Onkel Heinz (Peter Jecklin) mit einer Pumpgun und beteuert seine Schuld. Außerdem im Raum: Eine Kamera, die die eingesperrte Martina zeigt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, die Kommissare greifen zu einer verzweifelten Maßnahme und schmuggeln Heinz in denselben Zellentrakt, in dem auch Dopingbaron Küng sitzt. Der Ex-Polizist und frühere Ausbilder von Ritschard will auf Tuchfühlung gehen, um Martina zu finden.

Die eigentliche Botschaft

Eigentlich: Doping ist böse, wer einmal mitmacht, findet nur schwer wieder raus. Die Botschaft kommt allerdings nur schwer an, weil sich der Film nur zu Beginn wirklich damit beschäftigt.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Die Szene, in der Martina aus lauter Verzweiflung und Durst ihren eigenen Urin aus einem Eimer trinkt.

Der Plausibilitätsfaktor

So lala. Klar, kriminelle Dopingstrukturen sind ein Riesenproblem. Aber die Art und Weise, wie dieser "Tatort" seine Story konstruiert, schluckt jede Plausibilität.

Die Bewertung

5 von 10 Punkten. Nach den vergangenen Episoden waren die Erwartungen an das Luzerner Team hoch. "Ausgezählt" wiederholt aber leider die Sünden früherer Schweizer Fälle.

Quelle: n-tv.de

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