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Wie damals in den 90ern Der Wiener "Tatort" im Schnellcheck

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Eisner (Harald Krassnitzer, m.) und Fellner (Adele Neuhauser, r.) wollen den Mord an einer Journalistin aufklären.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Cult Film/Petro D)

Eine Investigativjournalistin wird ermordet, ihre Lebensgefährtin schwört Rache und Eisner und Fellner müssen sich bei ihren Ermittlungen mit der Inneren Sicherheit herumschlagen. "Wahre Lügen" ist ein David-gegen-Goliath-Fall, wie man ihn von früher kennt.

Das Szenario

Im malerischen Wolfgangsee findet die Feuerwehr bei einer Übung ein versenktes Auto inklusive Insassin. Die Frau am Steuer ist allerdings nicht ertrunken, sondern wurde erschossen - posthum wurde der Toten außerdem noch die Tatwaffe an die Hand getaped. Die Wiener Ermittler Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) finden schnell heraus, dass die Erschossene als Investigativjournalistin gearbeitet hat und einer heißen Story auf der Spur war, die hochrangigen österreichischen Politikern Verwicklungen in den internationalen Waffenschmuggel nachweisen sollte.

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Sybille Wildering (Emily Cox) will Waffenschieber David Weimann (Robert Hunger-Bühler) verführen.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Cult Film/Petro D)

Die Lebensgefährtin der Toten (Emily Cox) ist sich sicher, dass der Unternehmer Weimann (Robert Hunger-Bühler) für den Mord verantwortlich ist und schwört auf Rache. Währenddessen behindert die Innere Sicherheit die Ermittlungen von Eisner und Fellner, weil die Wiener Kommissare neben dem aktuellen Mordfall auch den angeblichen Selbstmord eines Innenministers aus den 80ern wieder ans Licht holen wollen. Weitere Morde folgen - und am Ende ist dann doch wieder alles ganz anders als gedacht.

Die eigentliche Botschaft

"Wahre Lügen" zeigt, wie Krimis in den 90ern funktioniert haben: Die Guten sind zwar ziemlich raubeinig unterwegs, aber trotzdem uneingeschränkt gut. Ihr Kampf gilt der Ungerechtigkeit in der Welt, und die kommt oft in Form der Obrigkeit daher, die einfach nur böse ist.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Über die Multifunktionalität von Ledergürteln: Sie lassen sich nicht nur prima als Sexspielzeug benutzen, sondern können direkt im Anschluss auch als Mordinstrument verwendet werden.

Der Plausibilitätsfaktor

So lala. Die Charaktere sind größtenteils klischeehafte Abziehbilder und die Story ist schon arg konstruiert - allerdings liegt der Fokus der Episode auch nicht unbedingt auf größtmöglicher Glaubwürdigkeit.

Die Bewertung

6,5 von 10 Punkten. Eisner und Fellner sind für den Kampf David gegen Goliath wie geschaffen. Der Verzicht auf Grautöne in der Erzählung ist irgendwie erfrischend - leider übertreibt es "Wahre Lügen" mit seiner Schablonenhaftigkeit, dafür gibt es Abzüge in der B-Note.

Quelle: n-tv.de

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