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Dorfleben tötet Magdeburger "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Von Jurij schwanger: Die Dorfschönheit Annette (Katharina Heyer).

(Foto: Stefan Erha/ MDR)

Eine verschwiegene Dorfgemeinschaft, ein russischer Gigolo und ein Kofferraum voller Blut bilden die Bühne für den letzten Auftritt von Matthias Matschke als Magdeburger "Polizeiruf"-Kommissar. Eine Vorstellung, die sich lohnt.

Das Szenario

In einem abgelegenen Waldstück bei Magdeburg findet ein Jäger ein abgestelltes Auto. Der Kofferraum gleicht einem Schlachthaus, doch vom Opfer fehlt jede Spur. Das Auto selbst gehört einem gewissen Jurij, die Kommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) folgen der Spur des Besitzers in ein nahegelegenes Dorf. Das wirkt nur auf den ersten Blick idyllisch, unter der Oberfläche gärt es dagegen schon seit längerem - und der Grund dafür ist Jurij.

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Wütend: Der Autoschrauber des Dorfes (r.).

(Foto: Stefan Erha/ MDR)

Der charismatische Freigeist hat nicht nur die Dorfschönheit um den Finger gewickelt und geschwängert, auch der Rest des Dorfes ist ihm entweder verfallen oder spinnefeind. Weil Jurij sich auch reihenweise Geld erschlichen oder erpresst hat, hat mehr oder weniger der gesamte Ort ein Mordmotiv. Trotzdem kommen die Kommissare bei ihren Ermittlungen lange nicht weiter, weil die Dorfgemeinschaft mauert und sich gegenseitig deckt. Erst nach und nach gelingt es Brasch und Köhler, den dicken Mantel des Schweigens zu lüften, der über dem Dorf hängt.

Die eigentliche Botschaft

"Einer für alle, alle für einen" trifft auf "Mitgehangen, mitgefangen": Der erste Polizeiruf der neuen Saison nimmt die gruppendynamischen Prozesse innerhalb einer Dorfgemeinschaft aufs Korn - und das ziemlich gut.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Die Szene, in der der Autoschrauber des Dorfes seine Frau in flagranti mit Jurij erwischt - und sich statt einzuschreiten im Nebenraum in eine Ecke kauert und den Beiden beim Stöhnen zuhört.

Der Plausibilitätsfaktor

Gar nicht mal so niedrig. Dörfer sind eigene Ökosysteme mit eigenen Regeln und bisweilen so verschlossen, wie es der "Polizeiruf" zeigt - auch wenn die typischen Problematiken in diesem speziellen Fall natürlich arg zugespitzt sind.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. Ausgerechnet im letzten Fall von Matthias Matschke drehen die Ermittler auf und zeigen, was sie wirklich draufhaben. In Zukunft muss Claudia Michelsen dann alleine ermitteln. Ob sie das Niveau halten kann, bleibt abzuwarten.

Quelle: n-tv.de

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