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Mittwoch, 19. November 2014

"Wir sind völlig friedfertig": Der Synagogen-Anschlag

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Ein grausames Attentat erschüttert die Heilige Stadt: Im Westen von Jerusalem - dem Zentrum dreier Weltreligonen - überfallen zwei Palästinenser eine Synagoge. (Foto: REUTERS)

Ein grausames Attentat erschüttert die Heilige Stadt: Im Westen von Jerusalem - dem Zentrum dreier Weltreligonen - überfallen zwei Palästinenser eine Synagoge.

Ein grausames Attentat erschüttert die Heilige Stadt: Im Westen von Jerusalem - dem Zentrum dreier Weltreligonen - überfallen zwei Palästinenser eine Synagoge.

Bewaffnet mit einem Beil und einer Pistole dringen sie in die Gebetsstätte ein und richten unter den Gläubigen ein Blutbad an.

Die Attentäter überraschen ihre Opfer beim Morgengebet.

Nach wenigen Sekunden liegen vier Rabbiner tot am Boden. Augenzeugen sprechen von einem "Massaker" unter den Betenden.

Nach den ersten Hilferufen eilen schwer bewaffnete Sicherheitskräfte zur Synagoge.

Der Tatort wird umgehend abgesperrt, teils von israelischen Spezialeinheiten in Zivil.

Im Inneren der Synagoge müssen sich Szenen unfassbarer Grausamkeit abgespielt haben.

Ein Rettungssanitäter beschreibt die "grauenhafte Szene", die er mit anderen Ersthelfern am Tatort erblickt: "In der Synagoge lagen einige mit Schusswunden; anderen waren mit einem Fleischermesser Glieder abgehackt worden", berichtet er nach dem Attentat.

Die Täter kannten offenbar keine Gnade.

Es ist der blutigste Angriff auf im Glauben versammelte Juden seit sechs Jahren. Damals, im März 2008, tötete ein Angreifer in einer nur zwei Kilometer entfernten Talmud-Hochschule acht Studenten, bevor Schüsse ihn stoppen konnten.

Der Überfall auf die Synagoge des von Ultraorthodoxen bewohnten Viertels am Westrand der Stadt schickt nun neue Schockwellen durch das Land.

Bei den Angreifern soll es sich um zwei Cousins handeln. Nach Polizeiangaben stammen sie aus dem palästinensischen Stadtteil Jabal Mukaber in Ostjerusalem. Dort kommt es zu Festnahmen.

Der Anschlag selbst dauert nur wenige Minuten. Die Folgen könnten eine ganze Region tiefer in den Abgrund reißen.

Streifenpolizisten liefern sich mit den Attentätern einen Schusswechsel. Die beiden Palästinenser kommen dabei ums Leben. Ein Polizist erliegt später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Nach der Tat kämpfen Anwohner mit den Tränen: "Das ist eine Nachbarschaft aus Gottesfürchtigen. 90 Prozent hier gehen nicht zum Militärdienst. Wir sind völlig friedfertig."

Bei den vier Mordopfern aus der Synagoge handelt es sich um Rabbiner, Drei von ihnen hatten zusätzlich zur israelischen auch die US-Staatsbürgerschaft, der vierte die britische.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (hier vor einem Porträt des legendären Palästinenserführers Jassir Arafat) erklärt nach dem Attentat, so wie er die Tötung von Zivilisten auf beiden Seiten zu jeder Zeit verdammt habe, "verurteilen wir heute die Tötung von Betenden in einer Synagoge in Westjerusalem."

Die radikalislamische Hamas rechtfertigt das Attentat dagegen als "heroische Tat" und als "angemessene Antwort" auf die "Verbrechen der israelischen Besatzer an der Al-Aksa-Moschee".

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt harte Konsequenzen an.

Wenige Stunden nach dem Attentat lockert die israelische Regierung die Beschränkungen für bewaffnete Selbstverteidigung.

Der Minister für öffentliche Sicherheit, Jizchak Aharonovitch, ordnet an, dass alle Waffenscheininhaber, Armeeoffiziere sowie Wachpersonal an Schulen und Kindergärten nun ihre Feuerwaffen auch außer Dienst mit sich führen sollen.

Lässt sich die Spirale der Gewalt dadurch aufhalten?

Bei den beiden Attentätern handelt es sich nach Angaben von Verwandten um Uday und Ghassan Abu Dschamal, beide etwas älter als 20. Die Familie sei völlig überrascht, erklärt ein weiterer Cousin.

Ihre Tat macht die Hoffnung auf eine Beilegung der jüngsten Spannungen im Nahen Osten zunichte. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon droht, die Auftraggeber solcher Attacken "diesseits und jenseits von Israels Grenzen zu verfolgen".

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