Bilderserie
Mittwoch, 04. Juni 2014

Der Schneemann und das Geheimnis von Linda Lovelace: DVDs satt

Von Thomas Badtke

Bild 1 von 90
Filme sind etwas fürs Kopfkino, zum Abschalten, in andere Welten abdriften. Wer Hape Kerkeling als Schneemann sehen oder wissen will, wer hinter "Deep Throat" steckt, greift zur DVD - und lässt sich dann davon inspirieren. Auswahl gibt es genug, ... (Foto: picture alliance / dpa)

Filme sind etwas fürs Kopfkino, zum Abschalten, in andere Welten abdriften. Wer Hape Kerkeling als Schneemann sehen oder wissen will, wer hinter "Deep Throat" steckt, greift zur DVD - und lässt sich dann davon inspirieren. Auswahl gibt es genug, ...

Filme sind etwas fürs Kopfkino, zum Abschalten, in andere Welten abdriften. Wer Hape Kerkeling als Schneemann sehen oder wissen will, wer hinter "Deep Throat" steckt, greift zur DVD - und lässt sich dann davon inspirieren. Auswahl gibt es genug, ...

... wie die DVD-Neuerscheinungen und ...

... Blu-ray-Erstauflagen (wie "Citizen Kane") im bisherigen Jahresverlauf beweisen. Aus der Masse all dieser Werke hat n-tv.de rund zwei Dutzend Filme ausgewählt, die das Kopfkino auf Trab bringen - egal, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. Vorhang auf!

Und gleich in die Vollen, will heißen: ein Film für die ganze Familie - im Sinne der alten "Tom Sawyer und Huckleberry Finn"-Geschichten: "Mud". Der vierzehnjährige Ellis, auf einem Hausboot am Mississippi und in einer sich auflösenden Familie lebend, verbringt die meiste Zeit mit seinem Freund Neckbone. Als sie davon hören, dass der letzte Hurrikan auf einer kleinen Insel im Fluss ein ...

... Boot in die Bäume gewirbelt haben soll, machen sich die beiden auf die Suche. Sie finden das Boot - und Mud. Der lebt gerade darin, ist auf der Flucht, wartet nur noch ...

... auf seine große Liebe Juniper. Bis sie da ist, muss das Boot fahrtüchtig sein, damit das Paar vor seinen Verfolgern fliehen kann. Mud hat, um Juniper zu schützen, einen Mann umgebracht. Dessen Familie ist ihm nun dicht auf den Fersen.

Die beiden Jungen sind fasziniert von Mud, der nur ein Hemd und eine Pistole besitzt. Die Waffe verlangt Neckbone im Tausch für ihre Hilfe. Mud willigt ein und die Jungs tun ihr Bestes, damit das Boot fahrtüchtig wird. Es gelingt. Nur Juniper sträubt sich auf einmal mitzukommen.

"Mud" ist absolut hochkarätig besetzt: Oscar-Gewinner Matthew McConaughey als Mud, Oscar-Gewinnerin Reese Witherspoon als Juniper und Sam Shepard mischt auch noch mit. In "Mud" geht es um Freundschaft, Liebe, Enttäuschung und Erwachsenwerden - und das in wunderschönen Bildern.

Das Filme für die ganze Familie nicht unbedingt aus Hollywood kommen müssen, beweist "Belle & Sebastian" aus Frankreich.

Und allein die Story zieht in den Bann: Ein Waisenjunge, ein wilder Hund und die Berg-Idylle eines Alpen-Dorfes mitsamt dessen verschrobenen Bewohnern bieten das nötige Ambiente.

Klar: Sebastian findet in Belle einen Freund fürs Leben. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn und müssen dabei jede Menge Abenteuer bestehen. Dagegen sehen die meisten Dorfbewohner in dem Riesenhund nur eine Bedrohung, jagen ihn. Und am Ende? Lacht das Herz des Zuschauers und schlägt ein wenig schneller.

Filme, die berühren und ans Herz gehen - das ist Disneys täglich Brot. Mit "Frozen", so der Originaltitel von "Die Eiskönigin" nimmt sich das Studio wieder eines berühmten Märchens an: "Die Schneekönigin" von Hans-Christian Andersen.

Die Königstochter Elsa bringt beim Toben mit ihrer kleinen Schwester Anna diese fast um, denn Elsa besitzt Zauberkräfte - sie kann alles um sie herum gefrieren lassen. Zur Sicherheit werden die Schwestern getrennt. Doch als Elsa heiraten soll, passiert das große Unglück: Elsa versetzt das ganze Königreich in ewigen Winter - und flieht.

Nun ist es an Anna, ihre große Schwester zu suchen. Mit dabei sind der Junge Kristoff und sein Rentier ...

... sowie ein kleiner Schneemann. Der ist für die lustigen Kommentare auf der Reise zuständig, die natürlich nicht ganz ohne ist. Ein Riesen-Schneeungeheuer ist nur eine der Gefahren, die die Gefährten auf ihrer Suche bewältigen müssen.

Am Ende gibt es natürlich ein Happy End, jede Menge Komik, einen Hape Kerkeling in Hochform (er leiht dem Schneemann seine Stimme) und die für Disney-typischen Musikeinlagen. Der Märchen-Hybride gefällt und trifft den Geschmack des breiten Publikums, was das weltweite Kino-Einspielergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar belegt. Lacher und Spaß für die ganze Familie sind garantiert - auch wenn draußen der Sommer lockt.

Nicht mehr ganz taufrisch, aber dennoch ungemein witzig ist die französische Komödie "Schussfahrt nach San Remo", die 1968 in die Kinos kam und nun auf Blu-ray erhältlich ist.

Zugegeben, man muss den Radsport lieben, diese Tortur, den Kampf des Menschen gegen die widrige Natur und sich selbst - oder man mag ganz einfach französische Komödien, deren Charaktere ja zumeist durch ihre Verschrobenheit brillieren. Der Komiker Bourvil zeigt in "Schussfahrt nach San Remo" sein ganzes Können.

Er spielt den Erfinder Duroc, der gerade rechtzeitig für das 1. Große Radrennen von Paris nach San Remo ein Rennrad entworfen hat, mit dessen Hilfe sein Schwager gewinnen soll. Doch es kommt anders: Zum einen klebt Duroc ein Gerichtsvollzieher an den Hacken. Zum anderen fährt Durocs Schwager für ein Konkurrenzteam, mit einem anderen Rad.

Kurzerhand meldet sich Duroc selbst beim Rennen an, entkommt so dem Kuckuckskleber und kann seinem Schwager noch eins auswischen. Ja, die gute alte Zeit, als die Radsportler noch Rotwein tranken, um sich zu "dopen" auf den monströs anmutenden Etappen. Schön war’s - und das ist auch der Film. Wer skurrilen Humor der alten Schule mag, ist bei "Schussfahrt nach San Remo" richtig.

Skurril waren früher auch die Horrorfilme. CGI-Spezialeffekte? Pffft. Kunstblut, Pappmachee und jede Menge Schminke mussten reichen, um den Zuschauern wohlige Schauer über den Rücken zu jagen - wie bei "Re-Animator". Er fußt auf H.P. Lovecrafts gleichnamiger Erzählung von Anfang der 1920er-Jahre. Bis zur Verfilmung dauerte es dann noch mehr als 60 Jahre. Bis Capelight dann eine Collector’s Edition herausbrachte, sind mehr als 90 Jahre vergangen. Das Warten hat sich aber gelohnt.

Herbert West, angehender Arzt, hat ein Serum entwickelt - schick fluoreszierend -, das Tote zurück ins Leben holt. Yeah! Für seine Experimente schlüpft er bei dem Medizinstudenten Dan unter, und es dauert nicht lange, ...

... bis der Wind von der makabren Sache kriegt (seine tote Katze wird wiederbelebt und ist irgendwie nicht mehr die alte). Doch Dan verrät West nicht, stattdessen wird er immer tiefer in Wests Machenschaften hineingezogen.

Am Ende gibt es jede Menge "Tote" - und ein offenes Ende.

Das war so von Lovecraft einst beabsichtigt, da seine Geschichte als Teil eines Fortsetzungsromans unter dem Titel "Grewsome Tales" herauskam. "Bride of Re-Animator" ist die logische filmische Fortsetzung.

Sie ahnen, worum es geht? West hat überlebt, und auch Dan ist wieder mit von der Partie. Oder besser vielleicht Party? Wests Serum kann nämlich nicht nur Tote wiedererwecken, es bewirkt auch, dass aus beliebigen Körperteilen Lebensformen gebastelt werden können, die dann lebenshungrig ihre Möglichkeiten auskosten. Eine Traumfrau ist die logische Schlussfolgerung für West. Natürlich gibt es wieder Probleme.

Mit den "Re-Animator"-Geschichten verarbeitete Lovecraft - so ist die herrschende Meinung heutzutage - den Tod seines Vaters und seiner Mutter, die beide in einem Hospital starben. Sein Vater hatte einen Nervenzusammenbruch und starb mehrere Jahre danach. Lovecrafts Mutter kam durch eine verpfuschte Gallenblasen-OP ums Leben. Lovecraft selber litt danach unter Depressionen und musste fortan sein Geld selbst verdienen: Er schrieb "Schauergeschichten" und wurde in einem Atemzug mit Edgar Allan Poe genannt. Ein frühes Horrorgenie würde man Lovecraft heute nennen, "Re-Animator" ist einer der Horror-Klassiker überhaupt.

Der Tod ist auch das tragende Thema in "Tödliches Spiel". Der Film des Regisseurs David Huy Levy ("Der Börsen-Crash") sieht sich durchaus als Hommage an die "Saw"-Reihe.

Die Story basiert auf dem englischen Spiel "Would you rather ..." (so auch der Originaltitel des Films), einem Partyspiel, bei dem man zwischen zwei Optionen wählen kann. In "Tödliches Spiel" sitzen mehrere Personen, offenbar wahllos von einem verrückten Millionär ausgewählt, an einem Tisch - und sollen eben dieses Spiel spielen. Allerdings sind die Optionen nicht so ganz ohne: ...

... Entweder man fügt sich selbst Schmerz zu oder einer anderen Person am Tisch. Gutmütigkeit und Menschenliebe tut so irgendwann selbst tierisch weh. Und was dann? Nach und nach sterben die Protagonisten, manche selbst verschuldet, andere durch Wunden, die ihnen die Tischnachbarn zugefügt haben. Ein makabres Spiel um Leben und Tod nimmt seinen Lauf.

Das Ganze klingt zwar ziemlich hart und irgendwie auch nicht neu. Dennoch schafft es "Tödliches Spiel", zu faszinieren. Kopfkino wird hier besonders groß geschrieben.

Übertroffen wird "Tödliches Spiel" noch von "Philosophers". Stell dir einfach vor, ...

… die Apokalypse, der Weltuntergang ist gekommen. Der nukleare Ernstfall tritt ein. Es gibt zwar einen Atombunker, der zehn Menschen Sicherheit für einen langen Zeitraum bietet und so das Überleben der Menschheit garantiert.

Das Problem ist: Ihr seid 21.

Nach welchen Kriterien würdest du die Menschen bestimmen, die einen Platz im Atombunker bekommen? Aussehen? Handwerkliche Fähigkeiten? Berufsausbildung? Sympathie? Eine wirklich brisante Ausgangslage, ein Gedankenspiel, das auch den Zuschauer nicht kalt lässt. Dieses Szenario gibt der Philosophielehrer Zimit (James D'Arcy) der Klasse auf einer internationalen Schule in Jakarta zum Abschluss des Schuljahres vor.

Eine wirklich brisante Ausgangslage, ein Gedankenspiel, das auch den Zuschauer nicht kalt lässt. Denn Zimit führt es mehrmals durch, verschärft immer weiter die Versuchsanordnung, ändert die Protagonisten, spielt mit ihnen ein perfides Spiel. Und der Zuschauer fragt sich selbst: Wie würde ich entscheiden, wenn der Tag der Tage kommt? Wo hört das Menschliche auf, wo beginnt der blanke Überlebenswille überhand zu nehmen? Ein kluger Film, der Fragen aufwirft. "Philosophers" ist perfektes Kopfkino.

So feinsinnig "Philosophers" ist, so brachial kommt "Metallica - Through The Never" daher. Das ist keine klassische Live-Musik-DVD im althergebrachten Sinn. "Predators"-Regisseur Nimrod Antal bekam ein 32-Millionen-Dollar-Budget und schuf damit einen 3D-Musik-Hybriden.

Rund um ein spektakuläres Metallica-Livekonzern strickte er ein Actionadventure, in dessen Mittelpunkt der junge Roadie Trip (Dane DeHaan) steht. Während die geilste Heavy-Metal-Show der Welt läuft, bekommt er den dringenden Auftrag, etwas für die Band in der Stadt abzuholen.

Doch die Stadt ist nicht mehr die gleiche. Da reiten furchtbar aussehende Reiter in angsteinflößenden Rüstungen durch die Straßen, jagen Menschen. Es scheint, als ob die Hölle ihre Pforten geöffnet hätte. Die passende musikalische Untermalung kommt von Metallica.

Klar, man muss Metallica-Fan sein, um diesen Film zu mögen. Man sollte auch eine Surroundsound-Anlage besitzen und einen extragroßen, wenn möglich sogar 3D-Fernseher. Der Film wurde für die übergroßen Imax-Kinos gemacht. Das Bild und die Musik sind umwerfend, düster und genau auf die Zwölf. Wer seinen Techno hörenden Nachbarn eine Lektion erteilen will - mit "Metallica - Through The Neve" gelingt das garantiert. Schwere Geschütze. YEAAAAH!

Um Power geht es auch in "Highspeed", wenn man so will, einer leicht abgespeckten spanischen Version der "Fast & Furious"-Reihe.

Verpackt ist sie diesmal aber nicht in US-Muscle-Cars oder grelle japanische Boliden. Hier lassen es die Europäer richtig krachen: Audi, Porsche, Ferrari, Lamborghini. Aber: Die Autos stehen nicht im Mittelpunkt. Vielmehr wird um sie herum ein thrilliges Liebesdrama gestrickt mit der wunderschönen Adriana Ugarte ...

... und dem spanischen Jungstar Alex Gonzalez.

Die junge Ari reißt Männer auf, ihre Kumpel rauben diese dann aus. Das Ganze auf hohem Niveau, je reicher, desto besser. So landet Ari auch bei Mikel (Gonzalez), einem einst erfolgreichen Rennfahrer, der jetzt im Juweliergeschäft seiner gut betuchten Freundin arbeitet. Die Heirat steht zudem kurz bevor. Doch ...

... es kommt anders: Ari und Mikel verlieben sich sofort. Und ehe Mikel sich versieht, ist er Teil der Bande und soll an einem illegalen Autorennen teilnehmen. Klingt doch irgendwie nach "Fast & Furious" light. Aber ...

... die Hochglanzoptik, die sowohl die Schauspieler als auch die PS-Boliden liefern, machen den Film sehenswert. Wieder einmal muss man sich fragen: Wieso sind solche Filme in Deutschland nicht möglich?

Schnelligkeit ist auch das Thema in "Big Ass Spiders". Wer sich hier nicht schnell genug in Sicherheit gebracht hat, ist tot und dient als Futter.

Kammerjäger Alex stolpert eher zufällig in die ganze Chose. Er ist im Krankenhaus, um einen Spinnenbiss untersuchen zu lassen, als es in der Pathologie des Hospitals rumort und sich einen kopfgroße Spinne ihren Weg aus einer Leiche bahnt. Noch ehe Alex "Holy shit" rufen kann, rückt eine militärische Spezialeinheit ein, perfekt ausgerüstet und kampfbereit.

Hier stinkt doch etwas gewaltig zum Himmel! Alex geht auf die Jagd nach den wuseligen Achtbeinern, die sich vermehren und immer größer werden. Los Angeles ist in Gefahr - und nur Alex kann die Stadt vor dem Untergang bewahren, so viel ist mal sicher!

Der Film erinnert an "Starship Troopers", ist aber um Längen witziger, was ihn wieder in Richtung "Ghostbusters" treibt, nur dass hier nicht ein schleimiges grünes Ektoplasma für Ärger sorgt, sondern Riesenspinnen. Und: Na klar steckt das US-Militär dahinter. Ja, ein bisschen "Akte X" ist auch dabei. Zum Brüllen komisch!

"Big Ass Spiders" muss man gesehen haben - im Fernseher. Real doch lieber nicht.

Das Lachen vergeht einem spätestens in "Apartment 1303".

Hierhin zieht Janet (Julianne Michelle), um ihrer alkoholsüchtigen Mutter Maddie (Rebecca De Mornay) zu entkommen. Auf den ersten Blick ist das Apartment, in einem Hochhausblock gelegen, ein Traum: Der Ausblick über die Stadt ist eine Wucht. Der Mietvertrag geht über ein Jahr. Doch bereits am ersten Abend merkt Janet, dass etwas nicht stimmt.

Sie ist nicht allein in der Wohnung. Sie ruft ihren Freund und ihre ältere Schwester Lara (Mischa Barton) an. Doch wenige Tage darauf ist Janet tot. Selbstmordsprung aus dem Fenster. Lara glaubt nicht daran. Sie zieht vorübergehend ins Apartment, stellt Nachforschungen an und erfährt, ...

... dass Janet nicht die erste junge Frau ist, die hier ihren Tod gefunden hat. Doch das Übernatürliche hat sie längst im Visier. Und ein Happy End gibt es bei dem US-Remake des gleichnamigen japanischen Horrorfilms nicht. Überhaupt: Die Stimmung erinnert sehr an "The Grudge" oder auch an die "Ring"-Saga. Und wie bei diesen Werken ist es auch bei "Apartment 1303": Mal abgesehen von Mischa Barton oder auch Rebecca De Mornay - das japanische Original ist gruseliger.

Mit Abigail Breslin ("Signs", "Little Miss Sunshine", "Zombieland") in der Hauptrolle kann auch "Haunter" mit einem gutaussehenden Hollywoodstar aufwarten.

Breslin spielt die Jugendliche Lisa. Die muss den gleichen Tag immer und immer wieder erleben - wie Wetteransage Phil Connors in "Und täglich grüßt das Murmeltier". Allerdings ist Lisa im Gegensatz zu Phil längst tot. Sie muss einer jahrzehntealten Mordserie auf die Spur kommen, was ihr "Leben" nicht einfacher macht. Auch dass sich ihre Familie für durchaus lebendig hält, zerrt an den Teenager-Nerven.

Sie merken schon: wieder einmal Kopfkino. Es geht auf das Konto von Regisseur Vincenzo Natali ("Cube", "Splice"), der sich mit verdrehten und verwirrenden Geschichten aus dem Horrorgenre auskennt. Das kommt dem Film zugute.

Die düsteren Bilder schaffen ein Ambiente, in dem Gänsehaut garantiert ist. Breslins Schauspiel ist dann das i-Tüpfelchen auf diesen überaus gelungenen Mindfuck-Horrorstreifen.

Überaus gelungen, dieses Prädikat passt auch auf den Weltkriegsstreifen "Die letzte Front". Es geht um die Zeit kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs - und eine kleine Randnotiz.

Im November 1919 marschiert die deutsche Eiserne Division mit Zehntausenden Soldaten vor den Toren Rigas auf. Die junge Nation Lettland ist in Gefahr, auch weil die Alliierten einen Flächenbrand vermeiden wollen, der deutsche General von der Goltz scheint leichtes Spiel zu haben.

Ostfront-Veteran Martin will endlich seine Freundin Elsa heiraten, als das Unheil seinen Lauf nimmt. Statt Hochzeit heißt es nun erbitterter Widerstand gegen eine Übermacht. Mit Bauernschläue und dem eisernen Willen Davids im Kampf gegen Goliath stellen sich wild entschlossene Bürger einer Stadt gegen ihren Untergang und den des ganzes Landes.

Was bleibt da noch groß zu sagen? "Die letzte Front" ist der erfolgreichste Kinofilm Lettlands aller Zeiten. Zu Recht, denn er ist ein nimmermüder Appell an den Glauben an die Freiheit!

Um Freiheit dreht sich auch der Pandastorm-Film "Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko".

Um 1860 herum ist Napoleons Streitmacht die größte des Planeten. Mit einem Handstreich, so der Plan, sollte man Mexiko einnehmen können, um dann die Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg zu unterstützen. Allerdings haben die Franzosen die Rechnung ohne den mexikanischen General Ignacio Zaragoza gemacht.

Obwohl seine Armee hoffnungslos unterlegen ist - in Mannstärke und Ausrüstung -, entbrennt bei Puebla die alles entscheidende Schlacht. Familie, Ehre, Freiheit - wie viel ist man bereit, dafür zu opfern? Wie weit würdest du gehen? "Tage der Freiheit" zeigt, was möglich ist, wenn man als Unterlegener an eine gerechte Sache glaubt, an etwas, für das man bereit ist, sein Leben zu geben.

Die durchweg guten Darsteller und das noch relativ unbekannte Thema machen den Film sehenswert.

Durch eine herausragende Jungschauspielerin wird das Drama "Scherbenpark" zum echten Glücksfall. Jasna Fritzi Bauer spielt die wütende 17-jährige Sascha, ...

... die den Mörder ihrer Mutter, ihren Stiefvater Vadim, töten will. Die junge Frau ist wild entschlossen und obwohl sie Männer eigentlich nicht leiden kann, laufen ihr diese bei ihrem Vorhaben mehrmals über den Weg.

Sie lernt, erbost über einen Zeitungsbericht, in dem Vadim verklärt dargestellt wird, Volker Trebur (Ulrich Noethen) und dessen Sohn Felix kennen. Beide leben in einer ganz anderen Welt als Sascha, die aus einem Neubauviertel, eben dem "Scherbenpark", kommt.

Hin- und hergerissen zwischen den beiden muss Sascha schon bald feststellen, dass es auch in der Vorstadtidylle echte Probleme gibt.

"Scherbenpark" nach dem gleichnamigen Roman von Alina Bronsky ist eine realitätsnahe, anrührende und oftmals urkomische Geschichte. Das Drama der Regisseurin Bettina Blümner ist zu Recht ein mehrfach preisgekrönter Film.

Und gleich noch ein Sozialdrama fürs Kopfkino: Ben (Edin Hasanovic) ist ein gewaltbereiter Jugendlicher, der Tankstellen überfällt, Autos knackt und schnell mal austickt. Er scheint sein Leben als Kleinkrimineller und Schläger in keinster Weise infrage zu stellen, denn eines ist für Ben klar: Schuld sind immer die anderen.

Der junge Mann landet wegen seiner Vergehen zunächst im Jugendknast, wird aber von Sozialarbeiter Niklas (Marc Ben Puch) ins Waldhaus geholt. Dort bekommt Ben eine zweite Chance, um sein Leben in die richtige Richtung zu steuern.

Mit körperlicher Arbeit und strengen Regeln haben die Jugendlichen die Möglichkeit zur Resozialisierung. Neben dem Sozialarbeiter Niklas steht auch dessen Frau Eva (Julia Brendler) den Jungs zur Seite und nach anfänglichen Schwierigkeiten fängt Ben an, sich auf die Sache einzulassen, bis...

... er bemerkt, dass es Eva war, die er überfallen hatte. Auch Eva erkennt Ben als ihren Peiniger wieder. Die Frau hat dem Überfall durch Bens Brutalität ihr ungeborenes Kind verloren. Eva versucht mit aller Kraft einen Umgang mit der Situation zu finden ...

... und scheitert schließlich daran. Ein aufwühlender und nachdenklich machender Film mit herausragenden Schauspielern.

"Schuld sind immer die anderen" ist das Film-Debüt des Regisseurs Lars Gunnar Lotz, der für diese Abschlussarbeit mehrfach ausgezeichnet worden ist.

Von schwerer Kost zu einem Tabu-Thema, einem äußerst lukrativen. Der 1972 gedrehte Porno "Deep Throat" gilt noch heute als lukrativster Film aller Zeiten. Rund 25.000 Dollar Produktionskosten stehen Einnahmen von mehr als 600 Millionen Dollar gegenüber. Klar, ...

… dass sich daraus jede Menge weiterer Filmstoff ergibt. "Lovelace" kommt als Biopic daher, zeichnet das Leben der "Deep Throat"-Hauptdarstellerin Linda Lovelace nach.

Die wird verkörpert von Amanda Seyfried, aber auch die restlichen Rollen, nahezu bis in die kleine Nebendarstellung, sind namhaft besetzt: ...

... Peter Sarsgaard spielt Lindas Mann Chuck, Sharon Stone und Robert Patrick Lindas Eltern. Ebenfalls auf der Payroll stehen James Franco, Adam Brody, Chloe Sevigny, Wes Bentley, Eric Roberts oder auch Walter Cronkite.

Lindas Aufstieg zum ultimativen Star der Porno-Industrie folgt ihr ebenso fulminanter Abstieg und Zusammenbruch. Dafür hauptverantwortlich ist ihr Ehemann, der sie schlägt, demütigt, als Hure verkauft. Lindas bewegtes Leben - in dem sie einiges ein- und wegstecken muss -, in einem top-besetzten Film, den man gesehen haben muss – das ist "Lovelace".

Zu den "Must haves" des bisherigen DVD-Jahres gehört auch die mittlerweile bereits dritte Staffel von "Hell on Wheels".

Weiter geht es mit dem legendären Eisenbahnbau in Amerika im 18. Jahrhundert: Es ist Winter. Der Besitzer der Linie, Durant, sitzt wegen kreativer Buchführung in Haft. Sein zweiter Mann und Vorarbeiter Collen Bohannon macht sich zu ihm auf, um sich seinen Posten zu sichern – und ehe er sich versieht, leitet er den Eisenbahnbau.

Die Probleme werden dadurch aber nicht kleiner: Indianer, Wetter und die unwirtliche Natur machen die Arbeit und das Leben in "Hell on Wheels" zur namensgebenden Hölle. Und Bohannons blutige Vergangenheit bricht sich immer wieder Bahn. Dass Durant durch Erpressung wieder freikommt und "seine" Eisenbahn zurückhaben will – geschenkt, nur ein weiteres Problem auf Bohannons To-do-Liste.

Neben altbekannten Figuren wie Elam Ferguson und ...

... seiner Geliebten Eva werden auch neue Figuren in der dritten Staffel eingeführt, dazu zählt etwa eine lesbische Journalistin und eine Mormonen-Familie und ehe man sich versieht, ist Bohannon sesshaft und verheiratet und die dritte Staffel zu Ende. Die Eisenbahnlinie von der Ost- an die Westküste der noch jungen Vereinigten Staaten ist aber beileibe noch nicht fertig, weitere Staffeln von "Hell on Wheels" lassen die Fans bereits frohlocken. Gute, alte Zeit ...

An die dürfte auch Francis Urquhart gern zurückdenken. Seine Zeit als Premierminister Großbritanniens scheint abgelaufen. Aber so will der Machtmensch und König der politischen Ränkespiele nicht abtreten - er träumt von einem letzten Coup, der ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert.

Im Gegensatz zu "Hell on Wheels" ist die dritte Staffel der BBC-Serie "House of Cards" der ultimative Abschluss der Mini-Serie. Am 15. Juli wird sie veröffentlicht. Das beweist: Auch die zweite Jahreshälfte hat fürs Heimkino einiges zu bieten.

weitere Bilderserien