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Sonntag, 01. Februar 2015

Award-Spaß für Zyniker: Darum geht es wirklich in den Oscar-Filmen

Von Anna Meinecke

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Alle Filmemacher sind scharf auf ihn: den Oscar. Die Auszeichnung soll herausragende Filme ehren. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht auch über sie lustig machen kann. Das beweist das Filmportal "The Shiznit" mit seinen Neuauflagen der Filmplakate für die Oscar-nominierten Streifen. Denn die zeigen, worum es in den Filmen wirklich geht. (Foto: picture alliance / dpa)

Alle Filmemacher sind scharf auf ihn: den Oscar. Die Auszeichnung soll herausragende Filme ehren. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht auch über sie lustig machen kann. Das beweist das Filmportal "The Shiznit" mit seinen Neuauflagen der Filmplakate für die Oscar-nominierten Streifen. Denn die zeigen, worum es in den Filmen wirklich geht.

Alle Filmemacher sind scharf auf ihn: den Oscar. Die Auszeichnung soll herausragende Filme ehren. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht auch über sie lustig machen kann. Das beweist das Filmportal "The Shiznit" mit seinen Neuauflagen der Filmplakate für die Oscar-nominierten Streifen. Denn die zeigen, worum es in den Filmen wirklich geht.

Das Familiendrama "Boyhood" wurde in einem Zeitraum von zwölf Jahren gedreht - die Schauspieler altern also nicht nur dank gutem Make-Up.

Das Ergebnis ist eine filmische Langzeitstudie - oder auch "Pubertät im Zeitraffer". Nach 163 Minuten Coming-of-Age-Story gelangt "The Shiznit" vor allem zu einer Erkenntnis: Arbeitsrecht für Kinder gilt offenbar nicht bei Regisseur Richard Linklater.

Für "Birdman" muss sich Michael Keaton als alternder Schauspieler Riggan Thompson mit Edward Nortons Method Actor Mike auseinandersetzen, um die eigene Karriere anzuschieben.

Im Rücken: seine alte Paraderolle, der Superheld "Birdman". Im Kopf: dessen Stimme. Es ist die Krise des "Dark Knight", schließlich hat Keaton auch zweimal Batman gespielt. "The Shiznit" fasst die Filmkritiken schnell zusammen: "Hast du die Sache mit Batman verstanden?"

Für "Die Entdeckung der Unendlichkeit" schlüpfte Eddie Redmayne in die Rolle des Physikers Stephen Hawking. Der Wissenschaftler leidet an der Nervenkrankheit ALS. Im Film geht es um seine außergewöhnliche Karriere ...

... und um die Liebe zu seiner Frau Jane. Unterm Strich: "Liebe ist die größte Wissenschaft von allen - oder so". "The Shiznet" will das Rezept für Award-Show-Erfolge entdeckt haben: "Behinderung = Glaubwürdigkeit".

David Oyelowo ist Martin Luther King. Mit und für die schwarze Bevölkerung der USA streitet er in "Selma" für deren Wahlrecht.

"Wenn er dir nicht gefällt, hasst du im Grunde genommen Schwarze", titelt "The Shiznit" über den Streifen und empfiehlt, sich mal die idiotischen Online-Diskussionen zum Thema durchzulesen.

Für das Historiendrama "The Imitation Game" steigt Benedict Cumberbatch als Codeknacker Alan Turing in den Ring. Er ist Teil eines Alliierten-Teams, das während des Zweiten Weltkriegs deutsche Funksprüche entschlüsselt.

Der Film wurde bereits im Vorfeld so sehr gelobt, dass es für "The Shiznit" bei einem simplen "Alle mal pssscht, Benedict Cumberbatch liefert seine beste Leistung ab" bleibt.

Der millionenschwere Sportmäzen John du Pont (Steve Carell, r.) will dem Ringer Mark Schultz (Channing Tatum) zu neuer Größe verhelfen. Die Trainingsbedingungen bei Team "Foxcatcher" sind perfekt, die Stimmung allerdings alles andere als rosig, da John du Pont schwer gestört ist.

"Steve Carell ist nicht wiederzuerkennen, wie er da Robin Williams in 'One Hour Photo' verkörpert", spaßt "The Shiznit". In den Hauptrollen: Carells "Gru" aus "Ich - Einfach unverbesserlich", Tatums "Jenko" aus "21 Jump Street" und Mark Ruffalos "Hulk". Und wer hat's laut "The Shiznet" verzapft? Die "psychisch gestörten Menschen" von World Wrestling Entertainment natürlich.

Im "Grand Budapest Hotel" der 1930er-Jahre erleben Concierge Monsieur Gustave H. (Ralph Fiennes, r.) und sein Protegé Zero Moustafa (Tony Revolori, 2.v.l.) ein verrücktes Abenteuer rund um ein immenses Familienvermögen.

Die bestechende Bildästhetik von Regisseur Wes Anderson war "The Shiznit" offenbar zu hip. Darum hat das Portal das Film-Hotel fix umbenannt in "Hipster Travelodge", die fiktive Trenddependance der Hotelkette "Travelodge" - Fahrräder aus antiken Tuba-Teilen sind willkommen.

In "Gone Girl" sucht Nick Dunne seine spurlos verschwundene Ehefrau Amy und gerät dabei selbst unter Verdacht.

"The Shiznit" hat die Besetzungsliste dezent korrigiert: die Hauptrolle spielen Ben Afflecks Penis und Rosamund Pikes boshafteste Seite - "doppelzüngige Arschlöcher, die sich gegenseitig verdient haben". Was der neue Filmtitel "Selfish Cunts" bedeutet, können Sie bei Bedarf gern selber nachschlagen.

Chris Kyle heißt der Soldat, der im Irak auf den Jungen schießt, dem die Mutter eine Granate in die Hand gedrückt hat. Mit 160 bestätigten Tötungen ist er laut US-Verteidigungsministerium der "erfolgreichste" US-amerikanische Scharfschütze. "American Sniper" erzählt seine Geschichte.

"The Shiznit" nennt den patriotischen Streifen ein "Rekrutierungsvideo der Armee" und beglückwünscht die Macher ironisch: "Die Republikaner Amerikas werden diese Botschaft gutheißen. Vorwärts USA!" Neben Bradley Cooper und Sienna Miller zu sehen: Waffen. Sehr viele Waffen.

Newcomer Miles Teller (l.) gibt den Jazz-Drummer: "Whiplash" begleitet den 19-jährigen Andrew Neiman bei seiner Ausbildung an der besten Musikschule der USA, wo er mit dem mehr als sperrigen Lehrer Terence Fletcher (J. K. Simmons, r.) konfrontiert wird.

"Krasse Beats", findet "The Shiznit". Von Simmons' "J. Jonah Jameson"-Humor in der Fernsehserie "Der ultimative Spider-Man" ist bei seinem Spiel allerdings nichts mehr übrig geblieben.

Aus dem Kleinkriminellen Lou Bloom wird mittels eines kleinen Camcorders ein skrupelloser Paparazzo, ein "Nightcrawler". Tote Polizisten, blutende Gangster - Bloom filmt alles und verkauft es an eine vergleichbar skrupellose TV-Dame.

Für "The Shiznet" ist der Streifen schlicht die filmgewordene Version der Klatsch-Website "TMZ" - "Scarface für Paparazzi" eben.

Das Undenkbare ist eingetreten: Bei "Interstellar" droht der Menschheit die Nahrung auszugehen. Auf der Suche nach neuen Rohstoffen begibt sich ein Expertenteam - vor allem aber Matthew McConaughey - ins All. Rückkehr? Ungewiss.

"The Shiznet" sieht darin vor allem eine Hommage (oder war's Abklatsch?) an Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" - nur halt im Jahr 2014. Über McConaughey heißt es in Anspielung auf die Zeitreise im Film: "Das ist es, was er an der Raumfahrt liebt, Mann. Die anderen werden älter, er bleibt gleich alt."

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