Bilderserie
Montag, 09. April 2018

Lässiger Draufgänger: Die tausend Leben des Jean-Paul Belmondo

Bild 1 von 51
Claudia Cardinale, ... (Foto: imago/United Archives)

Claudia Cardinale, ...

Claudia Cardinale, ...

... Brigitte Bardot, ...

... Catherine Deneuve, ...

... Sophia Loren, ...

... Gina Lollobrigida ...

... und Jeanne Moreau: Jean-Paul Belmondo hat im Film die schönsten Frauen bezaubert, umarmt und geküsst. Doch ...

... nur mit wenigen hatte er auch im wahren Leben ein Verhältnis. Man habe ihn verdächtigt, der Geliebte aller Schauspielerinnen ...

... gewesen zu sein. Das habe nie gestimmt, sagte er in einem Interview. Bis auf eine Ausnahme, wie er einräumte.

Und das sei Ursula Andress gewesen. (hier beide in "Die tollen Abenteuer des Monsieur L.", 1965)

Er gibt Interviews, er tritt im TV auf, er schreibt seine Memoiren und dreht einen neuen Film - im Ruhestand ist Frankreichs Filmikone, die am 9. April 85 Jahre alt wird, immer noch nicht.

Regelmäßig macht er von sich reden. Dabei geht es auch häufig um das Privatleben Belmondos, der aus seiner Bewunderung für schöne Frauen nie ein Geheimnis gemacht hat. (Bild: im Februar 2018 mit Monica Bellucci)

Andress sei eine hyperdynamische Schweizer Tigerin gewesen, sagte er in einem Interview mit "Madame Figaro".

Kennengelernt hatte er die heute 82-Jährige auf den Dreharbeiten zu "Die tollen Abenteuer des Monsieur L." von Philippe de Broca aus dem Jahr 1965 (im Bild).

Die Beziehung mit dem ersten Bondgirl ("007 jagt Dr. No", 1962) ...

... habe sieben Jahre gedauert, erklärte Belmondo, ...

... der zweimal verheiratet war - 1959 bis 1965 mit der Tänzerin Renée Constant; 2002 bis 2008 mit Nathalie, ebenfalls Tänzerin (im Bild, 2003).

Die Beziehung zu Andress sei sehr intensiv gewesen.

Zu jenen, die dem charmanten Draufgänger mit dem breiten Grinsen widerstanden haben, gehört Brigitte Bardot, Leinwandstar und Sex-Symbol der 50er- und 60er-Jahre. Dabei hat sich ...

... Belmondo nicht unbedingt als galant und originell bewiesen. Er habe ihr bei den Dreharbeiten zu "Die Wahrheit" aus dem Jahr 1960 ...

... mehrmals an den Busen gegrapscht. Einmal, zweimal, dreimal, viermal, aber es habe nicht geklappt. (hier grapscht "Die Wahrheit"-Regisseur Clouzot, Belmondo schaut zu)

Etwas poetischer wirkt seine Offensive gegenüber Bardot in seinen Memoiren. Sie habe seinen überzeugenden und glühenden Verführungskünsten widerstanden, schreibt er in dem Buch, das vor Kurzem in Deutschland unter dem Titel "Meine tausend Leben" erschienen ist.

In dem Werk blickt Bébel, wie er von den Franzosen liebevoll genannt wird, auf seine Karriere und sein Leben zurück.

In wenigen Monaten wird Belmondo auch wieder vor der Kamera stehen. Die Dreharbeiten zu dem Film "Le coup de chapeau" von Fabien Onteniente (im Bild) sollen im Sommer starten. In der Komödie soll Belmondo die Hauptrolle spielen.

Zuletzt war Belmondo 2008 in "Ein Mann und sein Hund" im Kino zu sehen. In dem Film von Francis Huster spielt er einen alten vereinsamten Mann. (Bild: 2004 mit seiner Frau Nathalie - und Hund)

Das war sieben Jahre nach seinem schweren Schlaganfall auf Korsika. Seine Wiedergeburt habe er seinem Kampfgeist zu verdanken, sagte er in einem Interview.

Er habe zwei Jahre gebraucht, um wieder reden zu können. Belmondos Überzeugung lautet: Der Wille mache viele Dinge möglich. Nicht nur im Kino. (Bild: im April 2001 in Cannes mit Samy Naceri)

Lässig, männlich und immer mit einem gaunerhaften Lächeln auf den Lippen: So hat sich Belmondo in die Riege der beliebtesten Darsteller gespielt. (Im Bild: in "Elf Uhr nachts", 1965, von Jean-Luc Godard)

Regisseure wie François Truffaut, ...

... Louis Malle ...

... und Claude Sautet rissen sich ...

... um den jugendlichen, unerschrockenen Typen, hier 1963 im Medrano Circus in Paris.

Neben Alain Delon profilierte er sich zu einem der wandlungsfähigsten Darstellern in allen Genres. (hier beide 1970 in "Borsalino")

Belmondo kann heute auf eine Karriere mit knapp 100 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen zurückblicken. (1960 mit Claudia Cardinale)

Filme wie "Und dennoch leben sie" mit Sophia Loren, ...

... "Eine Frau ist eine Frau" mit Anna Karina von Regisseur Jean-Luc Godard ...

... und "Angst über der Stadt" mit der Musik von Ennio Morricone ließen ihn zu einer Kultfigur des französischen Kinos werden.

In "Die tollen Abenteuer des Monsieur L." spielte er 1965 den lebensmüden Playboy Arthur Lempereur, ...

... in "As der Asse" 1982 den französischen Fliegeroffizier und späteren Boxtrainer Jo Cavalier.

Belmondo trat in Abenteuerfilmen wie "Cartouche" (1962) ...

... oder "Abenteuer in Rio" (1964) ebenso überzeugend auf ...

... wie in Actionfilmen, wobei er bei den meisten auch ohne Double auskam. (mit Jacqueline Bisset 1973 in "Le Magnifique – ich bin der Größte")

Denn waghalsig war er schon immer. In seinen Interviews erzählte er gerne, dass er bereits als 15-Jähriger auf Dächer geklettert sei und sich in der Wohnung seiner Eltern im fünften Stock außen an den Balkon gehängt hätte. (Bild: in "Die tollen Abenteuer des Monsieur L.")

Herzensbrecher, Draufgänger, Rebell: Damit begann Belmondos Filmkarriere.

Im Jahr 1959 gab Jean-Luc Godard dem damals 26-Jährigen die Hauptrolle in "Außer Atem" - neben Jean Seberg mit ihrem legendären Pixie-Haarschnitt.

Der Film ging als Meisterwerk der Nouvelle Vague in die Filmgeschichte ein und Belmondo, der den Kleinkriminellen Michel spielt, wurde auf einen Schlag zum Leinwandstar.

Er wurde in seiner Schauspielkarriere auch mehrfach preisgekrönt: 1989 etwa bekam er den Cesar für die Hauptrolle in "Der Löwe" (mit Marie-Sophie L.), ...

... 1998 die Goldene Kamera für sein Lebenswerk (so wie auch Alain Delon).

Die Verleihung des belgischen Leopoldsordens 2012 rührte Belmondo gar zu Tränen.

Sein Lebenswerk wurde noch mehrmals gewürdigt: 2011 gab es dafür in Cannes die Goldene Palme, ...

... 2016 in Venedig den Goldenen Löwen ...

... und 2017 schließlich eine Ehrung (Hommage) bei der César-Verleihung. Bravo, Bébel! (abe/dpa)

weitere Bilderserien