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"Antipatriotisches Signal" AfD Sachsen greift Mesut Özil an

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Das Foto von Mesut Özil vor der Kaaba haben bei Facebook inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen geliked.

(Foto: Twitter/User @MesutOzil1088)

Erst mit Jérôme Boateng, jetzt legt sich die AfD mit Mesut Özil an. Der Kreisvorstand Mittelsachsens lässt sich über die Pilgerfahrt des Fußball-Nationalspielers nach Mekka aus. Derweil wirft die AfD-Vize von Storch der Kanzlerin vor, die EM abschaffen zu wollen.

Die AfD Sachsen hat den deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil für dessen Pilgerfahrt nach Mekka kritisiert. Der 27-Jährige hatte in sozialen Netzwerken ein Foto von sich vor der Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam, veröffentlicht. Mittelsachsens Kreisvorstand Andrea Kersten sagte der "Welt", Özils "öffentlichkeitswirksame" Reise nach Mekka sei ein "antipatriotisches Signal".

Kersten erklärte weiter, es werde "eine Ideologie hofiert", in der "es keine Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt, in der Homosexuelle mit dem Tod bedroht werden und in der Ehrenmorde zum guten Ton gehören". Sie warf Özil zudem vor, eine Gesinnung zu unterstützen, "in der Christen und Juden nur Menschen zweiter Klasse sind" und in der "die Scharia über der Demokratie steht".

Es ist damit bereits das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass AfD-Mitglieder mit ihren Äußerungen über DFB-Spieler für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst hatte AfD-Vize Alexander Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt, die "Leute" würden den dunkelhäutigen Jérôme Boateng nicht als Nachbarn haben wollen. Sie fänden ihn nur als Fußballspieler gut.

Später erklärte Gauland, er habe Boateng nicht beleidigt, sondern nur "die Einstellung mancher Menschen beschrieben". Gauland betonte auch Boatengs "gelungene Integration", dabei ist Boateng in Berlin geboren. Im Internet erntete der AfD-Vize dafür einen Shitstorm. Es gab viele Solidaritätsbekundungen für Boateng, unter anderem von anderen Fußball-Profis und dem DFB.

Von Storch wettert gegen Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Gaulands Äußerungen als "niederträchtig" verurteilt. Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch warf daraufhin der Kanzlerin Niederträchtigkeit vor. Auf ihrer Facebook-Seite behauptete von Storch unter anderem, Merkel wolle die Fußball-Europameisterschaft abschaffen: "Und anders als Sie, wollen wir die Fußball-EM auch nicht abschaffen, sondern auch künftig gegen Italien und Spanien spielen, statt in einer gemeinsamen EU-Mannschaft".

Quelle: n-tv.de, hul

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