Politik

Gemeinsamkeiten mit Front National Höcke fordert Treffen Petrys mit Le Pen

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Björn Höcke befeuert die parteiinterne Debatte um den Umgang mit dem Front National.

(Foto: dpa)

Zum französichen Front National hat die AfD noch keine einheitliche Position gefunden. Teile der Führung lehnen jede Zusammenarbeit ab, andere kooperieren schon. AfD-Landeschef Höcke aus Thüringen sieht ebenfalls wichtige Gemeinsamkeiten.

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke befürwortet ein Gespräch seiner Partei mit der französischen Rechtsextremisten-Partei Front National (FN). "Die Parteiführungen von AfD und Front National sollten sich treffen, um sich auszutauschen und zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gibt", sagte Höcke der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Höcke zufolge sollten führende Köpfe beider Parteien ausloten, ob man Vertrauen aufbauen könne. "Wenn das der Fall ist, kann man über verschiedene Formen der Zusammenarbeit entscheiden." Der Front National setze sich "wie die AfD gegen eine weitere Überfremdung ein und für den Erhalt der Identität der europäischen Völker", sagte Höcke. Außerdem gebe es Überschneidungen mit dem FN "in seiner Gegnerschaft zum Freihandelsabkommen TTIP und seiner Kritik an der einseitigen Fixierung europäischer Außenpolitik auf die Vereinigten Staaten von Amerika".

Höcke gehört zum rechtsnationalen Flügel der Alternative für Deutschland und ist ein Widersacher von Parteichefin Frauke Petry. Vergangenes Jahr hatte er dem FN zu seinen Wahlerfolgen gratuliert und dafür Kritik aus der Parteispitze bekommen. FN-Chefin Marine Le Pen hatte angekündigt, es werde sicher ein Treffen mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry geben.

AfD nicht nur bei Position zu FN uneinig

Beim Parteitag der AfD in Stuttgart am vergangenen Wochenende kündigte der fraktionslos gewordene Europaabgeordnete Marcus Pretzell an, sich der Fraktion "Europa der Nationen und der Freiheit" (ENF) anschließen zu wollen. Die anwesenden Mitglieder der AfD hatten die Ankündigung begeistert aufgenommen. Die ENF wird vom Front National dominiert, Marine Le Pen ist Fraktionschefin. Pretzell reagierte mit einem Tweet auf Höckes Forderung: "Björn Höcke kann mich in Brüssel besuchen. Ich organisiere ihm gern selbst einen Termin."

Die zweite Europaabgeordnete der AfD, Beatrix von Storch, hatte nach ihrem Austritt aus der Fraktion "Europäische Konservative und Reformer" (EKR) Anschluss bei der Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" (EFDD) gefunden. Von Storch und Pretzell waren beide aufgefordert worden, die EKR zu verlassen. Von Storch kam der Aufforderung nach, Pretzell reagierte nicht und wurde daraufhin ausgeschlossen.

Die unterschiedliche Orientierung der beiden Europaabgeordneten ist symptomatisch für die AfD, der Politologen Uneinigkeit sowohl innerhalb der Führung als auch zwischen Vorstand und Mitgliedern attestieren.

Quelle: ntv.de, nsc

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