Politik

"Wir waren zu träge" Laschet-Vertrauter Reul kritisiert Union

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Malte Krudewig/dpa

Für die finale Phase des Wahlkampfs fordert Reul ein zentrales Unions-Thema.

(Foto: Malte Krudewig/dpa)

Als es um die Kanzlerkandidatur der Union geht, unterstützt NRW-Innenminister Reul seinen Ministerpräsidenten Laschet. Wenige Monate später stecken CDU und CSU im Umfragetief. Gründe dafür sieht Reul bei den Parteien selbst. Die Grünen bezeichnet der CDU-Politiker als "machtgeil".

Glaubt man den Umfragen, läuft dieser Bundestagswahlkampf nicht gut für die Union. Im aktuellen Trendbarometer von ntv und RTL rutschten CDU und CSU ab auf 19 Prozent, es ist der wohl niedrigste Wert, den je ein Institut für die Schwesterparteien ermittelt hat. Schlechter noch kommen die persönlichen Werte von Kanzlerkandidat Armin Laschet daher.

Vor diesem Hintergrund hat nun mit Herbert Reul ein enger Vertrauter Laschets den Wahlkampf der Unionsparteien deutlich kritisiert. Darüber berichtet der "Spiegel". "Wir waren zu träge und haben gedacht: Wir gewinnen sowieso", sagte Reul demnach am Rande einer Veranstaltung der Seniorenunion. Der CDU-Politiker ist Innenminister im Kabinett von NRW-Ministerpräsident Laschet.

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"Wir haben verlernt zu kämpfen und unser zentrales Anliegen klarzumachen", wird Reul zitiert. "Nur den Kanzler stellen reicht nicht." Zuletzt hatte sich vor allem CSU-Chef Markus Söder für mehr Engagement im Unions-Wahlkampf ausgesprochen. Reul, der sich im Duell von Laschet und Söder um die Unions-Kanzlerkandidatur auch öffentlich für Laschet ausgesprochen hatte, pocht auf ein zentrales Thema für die letzten Wochen des Wahlkampfs. "Wir brauchen jetzt ein Thema, ähnlich wie die Grünen das Klima haben." Er sei aber überzeugt, "dass uns das in den nächsten Tagen gelingt".

Doch Reul übte nicht nur Kritik an den Unionsparteien. Über die Grünen sagte er demnach, es habe ihn nicht gewundert, dass Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nach eigenen Angaben mit der SPD regieren wolle. "Ich habe noch nie eine so machtgeile Partei erlebt wie die Grünen", so Reul. Bei den Grünen gelte: "Hauptsache Posten." Baerbocks Partei würde "riechen, dass der Wind sich dreht" - weshalb sie "in Richtung SPD" marschierte.

Quelle: ntv.de, mbe

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