Politik

Gefechte in der Ostukraine Minsker Runde sieht "Bruch" der Waffenruhe

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Särge mit getöteten ukrainischen Soldaten stehen vor einem Leichenschauhaus in Artemiwsk.

(Foto: REUTERS)

Immerhin in einem Punkt sind sich Bundeskanzlerin Merkel und die Präsidenten Hollande, Putin und Poroschenko einig: Sie fordern, an der Waffenruhe festzuhalten. Separatisten und ukrainische Soldaten beschuldigen sich gegenseitig der Verstöße gegen diese.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande haben zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko einen "Bruch" des vereinbarten Waffenstillstands in der Ostukraine angeprangert. Alle im Abkommen von Minsk am 12. Februar vereinbarten Maßnahmen müssten "streng" umgesetzt werden, forderten die vier Spitzenpolitiker in einem Telefonat, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte.

Separatisten und Regierungseinheiten warfen sich indes gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die ukrainische Armee habe mehrere Stellungen unter Feuer genommen, teilten die Aufständischen in Donezk mit. Das Militär sprach seinerseits von Angriffen der prorussischen Gruppen. 46 mal seien ukrainische Stellungen mit Raketen, Artillerie und Panzern beschossen worden, teilte die ukrainische Armee mit. Auch die Hafenstadt Mariupol sei mit Panzern und Artillerie unter Feuer genommen worden.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte zuletzt von mehreren Schusswechseln im Konfliktgebiet gesprochen, eine konkrete Schuldzuweisung aber vermieden. Die prorussischen Rebellen in den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk haben nach eigenen Angaben mit dem vereinbarten Abzug schwerer Waffen aus der Krisenregion begonnen. "Wir werden dies fortsetzen, wenn die Führung in Kiew auch Bemühungen zeigt", sagte Separatistenführer Denis Puschilin.

Am Mittwoch hatten die militanten Gruppen den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe eingenommen. Experten, auch in Kiew, sprechen von einer "Frontbegradigung" und halten es für wahrscheinlich, dass es im Donbass vorerst nicht zu neuen Gewaltexzessen kommt.

Die Kämpfe in Debalzewe führten zum Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem strategisch wichtigen Ort. Poroschenko forderte daraufhin einen internationalen Friedenseinsatz im Osten des Landes. "Das beste Format wäre eine von der UNO beauftragte Polizeimission der Europäischen Union", sagte er.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP/dpa/rts

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