Politik

Von Moskau nach Berlin "Nachtwölfe" erreichen Deutschland

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Bereits im vergangenen Jahr waren die Nachtwölfe von Moskau nach Berlin gefahren. Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park wurden sie von 10.000 Menschen empfangen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Um den Sieg über Hitler-Deutschland zu feiern, fährt der Putin-nahe russische Motorradklub "Die Nachtwölfe" auch dieses Jahr von Moskau nach Berlin. Vor dem Zwischenstopp in Dresden überqueren die ersten Biker die deutsche Grenze.

Dutzende Mitglieder des russischen Rockerklubs "Die Nachtwölfe" sind in Deutschland eingetroffen. Sie passierten südlich von Dresden mit 80 Motorrädern und fünf Begleitfahrzeugen aus Tschechien kommend die Grenze, wie die Bundespolizei in Pirna mitteilte. Bei der Kontrolle habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die Gruppe wolle nach eigenen Aussagen am Militärhistorischen Museum in Dresden einen Kranz niederlegen und dann weiter nach Berlin fahren, erklärte die Polizei. Bei einer Rundfahrt durch die Hauptstadt wollten sie am Montag mehrere Ehrendenkmäler und -gräber besuchen.

Die "Nachtwölfe" waren Ende April in Moskau aufgebrochen, um den 6000 Kilometer langen Weg der Roten Armee quer durch Ost- und Mitteleuropa nachzufahren und damit den Sieg über Hitler-Deutschland vor 71 Jahren zu feiern. In Polen wurde ihnen in der vergangenen Woche aber wie schon im vorigen Jahr die Einreise verweigert.

Einflussreiche Biker

Viele Polen sehen die Fahrt der Rocker angesichts jahrzehntelanger Moskauer Dominanz in der Sowjetzeit und der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt kritisch. Sie kreiden den "Nachtwölfen" zudem an, dass sie die Gegner der Kiewer Regierung in der Ostukraine unterstützen. Das russische Außenministerium sprach von einer "böswilligen und zynischen Geste" der polnischen Regierung.

Die "Nachtwölfe" hatten sich 1989 kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegründet. Dem Rockerklub gehören heute rund 5000 Mitglieder an, unter ihnen der vom Kreml unterstützte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow.

Ihr Anführer Alexander Saldostanow fuhr bei offiziellen Paraden auch schon an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seinerseits den Patriotismus der Rocker rühmt. Demonstrativ bekundeten die Biker in der Vergangenheit zum Beispiel ihre Unterstützung für die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. Das Klubmotto lautet: "Wo wir sind, ist Russland."

Quelle: ntv.de, chr/AFP