Politik

Es kann nur besser werden Tsipras ist nicht zum Fürchten

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Alexis Tsipras.

(Foto: AP)

Die bisherige Retterei ist in Griechenland grandios gescheitert. Es ist höchste Zeit für einen Neuanfang. Mit Alexis Tsipras könnte der gelingen.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das gilt auch für die Politik. Es ist viel klüger, Alexis Tsipras nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als Chance zu begreifen. Wie bisher kann und darf es in Griechenland nicht weitergehen.

Das Land ist trotz milliardenschwerer Kredite im Grunde pleite, die Wirtschaft ist um 25 Prozent eingebrochen, die Arbeitslosigkeit erschreckend hoch, und Besserung ist nicht in Sicht. Ein zweiter Schuldenerlass ist unausweichlich.

Das ist die Bilanz der bisherigen Rettungsversuche. Im Klartext: Sie sind gescheitert. Gibt es irgendetwas, das die Regierung von Antonis Samaras gut gemacht hat? Irgendetwas, mit dem die Griechen zufrieden sein können? Eben.

Die Korruption blüht, die Bürokratie lähmt das Land, politische und wirtschaftliche Elite bleiben eng verflochten. Samaras ist Teil des Systems, das Griechenland heruntergewirtschaftet hat.

Und so verkörpert Tsipras die Hoffnung, dass es besser wird. Seine vollmundigen Versprechen sind zwar nicht gerade vertrauenserweckend. Doch er wird sich den Realitäten stellen müssen. Und wenn er das nicht tut, muss die Eurozone ihm deutlich zu verstehen geben, dass Esten, Niederländer oder Deutsche nicht bereit sind, griechische Beamte zu finanzieren.

Ja, der Sparkurs muss erleichtert werden. Die Eurozone muss Tsipras hier entgegenkommen - das Land braucht dringend Wachstum. Das kann natürlich nicht heißen, dass Tsipras fröhlich das Geld anderer verprassen darf. Sollte Tsipras auf Dauersubventionierung setzen, darf das Thema "Grexit" kein Tabu sein - allein schon um zu verhindern, dass andere Länder seinem Beispiel folgen.

Doch vorher muss Tsipras eine faire Chance bekommen, in seinem Land die grundlegenden Probleme anzupacken. Wenn er das tut, verdient er großzügige Unterstützung.

Quelle: n-tv.de

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