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"Unerwartete technische Probleme" Airline muss trotzdem Schadensersatz zahlen

Das Flugzeug hat Verspätung? Wenn man mehr als drei Stunden später landet als geplant, gibt es ein paar hundert Euro Schadensersatz. Oft versuchen sich die Fluggesellschaften vor der Zahlung zu drücken. Vor Gericht kommen sie damit aber nicht immer durch.

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Ist die Verspätung durch höhere Gewalt verursacht, gibt es keine Entschädigung.

(Foto: imago/Thilo Schmülgen)

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erneut im Sinne von Fluggästen geurteilt. Eine Fluggesellschaft muss ihren Passagieren auch dann Schadenersatz zahlen, wenn der Flug wegen unerwarteter technischer Probleme annulliert wird, entschieden die Luxemburger Richter (C-257/14). Ausnahmen seien nur bei außergewöhnlichen Umständen erlaubt, etwa wenn es um versteckte Fabrikationsfehler, Sabotageakte oder terroristische Handlungen gehe.

Eine Frau hatte gegen die niederländische Fluggesellschaft KLM geklagt und 600 Euro Entschädigung verlangt. Ihr Flug von Quito in Ecuador nach Amsterdam hatte 29 Stunden Verspätung, doch KLM verweigerte den Schadenersatz, der Passagieren normalerweise in solchen Fällen zusteht. Die Fluggesellschaft argumentierte, die Verspätung resultierte aus einem Mangel am Kraftstofffilter eines Motors. Dies sei vorher bei der Wartung nicht zu erkennen und auch nicht abzusehen gewesen. Ersatzteile hätten per Flugzeug aus Amsterdam geliefert werden müssen, um sie einzubauen.

Die Richter sahen darin aber keinen Grund, den Schadenersatz zu verweigern. Es sei normal, dass Fluggesellschaften mit solcher Art von unvorhergesehenen technischen Problemen klarkommen müssten. "Folglich kann ein technisches Problem wie das in Rede Stehende nicht unter den Begriff 'außergewöhnlicher Umstand' fallen", schrieben die Richter. Die Fluggesellschaft könne im Übrigen den Hersteller für defekte Teile in Regress nehmen.

Laut EU-Verordnung haben Fluggäste bei Verspätungen einen Anspruch auf 250 bis 600 Euro, je nachdem, wie lange sie warten mussten und wie weit sie fliegen. Schon mehrfach hat der Gerichtshof sich hinter Passagiere gestellt. So urteilten die Richter 2012, dass Airlines schon bei einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden ihre Passagiere entschädigen müssen.

Rechtsschutzversicherungen im Vergleich

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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