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Zaubertopf für 699 Euro? Augen auf beim Thermomix-Kauf

Gut 1100 Euro für einen Küchenhelfer? Wem das zu viel ist, der findet im Netz auch deutlich günstigere Thermomix-Angebote. Nur sollte man denen besser nicht trauen. Vielleicht sind ja die Billig-Zaubertöpfe von Lidl und Aldi-Süd eine Alternative.

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Der Thermomix kann kochen, dampfgaren, häckseln, mahlen und vieles mehr. "Zaubertopf" nennen ihn seine Fans.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Produkt ist weiß, es kostet eine ganze Menge Geld - und die meisten seiner Nutzer wollen nicht mehr ohne auskommen. Der Kauf läuft nur über persönlichen Kontakt. Nein, es geht nicht um Kokain, sondern um den Thermomix TM5. Die Wunder-Küchenmaschine aus dem Hause Vorwerk ist mit 1109 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Trotzdem strömen Interessenten auf die Thermomix-Partys der Vorwerk-Repräsentanten und nehmen Lieferzeiten von zwei Monaten im Kauf, bis der Alleskönner in der heimischen Küche steht. Jetzt warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor betrügerischen Thermomix-Deals im Netz.

Grundsätzlich gilt: Einfach online bestellen ist beim Thermomix nicht drin. Selbst in den Vorwerk-Repräsentanzen vor Ort kann man das Gerät nur anschauen, aber nicht kaufen. Der Handel läuft ausschließlich über lokale Repräsentanten. Trotzdem findet man die Geräte natürlich bei Ebay und in anderen Onlineshops. Oft handelt es sich dabei um Privatverkäufe. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, nur sollten die Käufer wissen, dass die zweijährige Gewährleistung beim Weiterverkauf erlischt. Gewerbliche Händler sind zur Gewährleistung verpflichtet, allerdings rufen sie zum Teil auch deutlich höhere Preise auf als Vorwerk selbst. 1300 Euro oder mehr sind für den TM5 plus Zubehör keine Seltenheit.

Bei manchen Shops schrillen die Alarmglocken

Bei Vorwerk sind solche Verkaufsaktivitäten natürlich nicht gern gesehen: "Der Direktbezug eines Thermomix von anderen gewerblichen Anbietern ist ausgeschlossen", betont das Unternehmen. Mehr noch: Um Kunden vor unseriösen Anbietern oder Angeboten zu schützen, "stoßen wir eine rechtliche Prüfung an". Das größte Risiko für Kunden dürfte hier freilich eine Pleite des Händlers sein, der für die Gewährleistung verantwortlich ist.

Anders sieht es bei den "Zu schön, um wahr zu sein"-Angeboten aus. Wenn Händler den Edelhelfer neu und besonders günstig verkaufen, kann man sicher sein: Da ist etwas faul. Die Verbraucherschützer warnen beispielsweise vor dem Angebot von Techkro.de. Der Onlineshop gibt den TM5 samt Kochbuch für schlappe 699 Euro raus. Zudem soll die Lieferung binnen zwei Werktagen beim Kunden eintrudeln. Auffällig ist allerdings, dass der Händler nur Vorkasse akzeptiert. Ist das Geld einmal weg, kann man es sich nicht zurückholen. Weitere Warnzeichen: Rückfragen per Mail bleiben unbeantwortet und eine Telefonnummer hat der Shop auch nicht angegeben. Fazit: Wer hier kauft, wird sein Geld wohl nicht mehr wiedersehen, den Thermomix aber wohl auch nicht.

Alternativen vom Discounter

Wer 1100 Euro für einen Küchenhelfer mit Kochfunktion ohnehin für etwas teuer hält, kann sich auch bei Aldi Süd und bei Lidl umsehen. Die beiden Discounter gehen dieser Tage mit ihren eigenen Thermomix-Alternativen für überschaubare 199 Euro an den Start. Bei Lidl heißt das Modell Silvercrest Monsieur Cuisine. Aldi präsentiert die Küchenmaschine der Eigenmarkte Studio unter dem etwas sperrigen Namen KM2014DG. Erste Tests werden noch auf sich warten lassen, denn das Lidl-Gerät steht erst seit Montag in den Läden, Aldi zieht am Donnerstag nach.

Anhand der Daten kann man annehmen, dass beide Maschinen wohl ihr Geld wert sind, aber vom Komfort des Thermomix doch ein gutes Stück entfernt sind. Das zeigt sich beispielsweise bei der Maximaltemperatur. Der TM5 schafft 130 Grad, der Monsieur Cuisine nur 100 Grad. Die Aldi-Maschine soll bis zu 120 Grad erhitzen können. Je höher die Maximaltemperatur, desto schneller lassen sich Speisen auch kochen oder dämpfen. In Sachen Zeitersparnis dürfte beim Lidl-Modell also nicht viel zu holen sein.

Beide Discounter-Modelle kommen zudem ohne eine in den Fußen integrierte Waage, das manuelle Abwiegen nimmt ebenfalls etwas zusätzliche Zeit in Anspruch. Einer der größten Vorteile des TM5 ist, dass er Schritt für Schritt durch Rezepte führt und die nötigen Einstellungen selbst vornimmt. Die Küchenmaschinen von Aldi und Lidl bieten da deutlich weniger Hilfestellungen. Fazit: Wer wirklich "idiotensicher" und mit maximalem Komfort kochen will, muss wohl die gut 1100 Euro für den Thermomix investieren. Für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer dürften es aber auch die Discountermaschinen tun.

Quelle: n-tv.de, ino

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