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Wer zahlt im Schadensfall? Autodiebstahl? So vorbeugen

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Die ansteigende Kriminalität macht auch vor den fahrbaren Untersätzen der Deutschen nicht halt. Auch Auto-Diebstähle nahmen 2015 im Vergleich zum Vorjahr zu. Wie sich Besitzer vor den Langfingern schützen und wer zahlt, wenn der Wagen abhanden kommt, lesen Sie hier.

Es verhält sich bei Auto-Diebstählen genauso wie bei Wohnungseinbrüchen: Eine 100-prozentigen Schutz gibt es nicht. Dennoch können die Besitzer einiges dafür tun, den Kriminellen ihr Handwerk zu erschweren. Denn wenn der Autoknacker auf den ersten Blick erkennt, dass der Diebstahl mit höherem Aufwand und einer erhöhten Gefahr erwischt zu werden, einhergeht, lässt zumindest der Gelegenheitsdieb mitunter die Finger vom Objekt.

Und dennoch hatte das Bundeskriminalamt (BKA) im vergangenen Jahr 19.391 Pkw registriert, die dauerhaft entwendet wurden. Damit stieg die Zahl der Auto-Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent. Besonders gefragt waren teure Geländewagen (SUV) - mit entsprechend hohen Kosten für die Versicherungen. Diese mussten dadurch für jeden Diebstahl 15.611 Euro an die Betroffenen zahlen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt hat. Wirtschaftlich ist so ein Rekordschaden von 291 Millionen Euro entstanden - ein Anstieg um 11 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014.

Doch wie können Autofahrer sich schützen?

  • Das Auto sollte möglichst sicher geparkt werden. Am besten in einer abschließbaren Garage oder auf einem nicht-öffentlichen Parkplatz. Ist das nicht möglich, das Auto in gut beleuchteten und belebten Straßen abstellen.
  • Auch bei kurzer Abwesenheit den Schlüssel abziehen und Scheiben, Türen, Schiebe- oder Cabrio-Dach schließen.
  • Beim Abschließen mit der Fernbedienung auf das optische beziehungsweise akustische Signal des Autos achten. Diebe können das Signal mithilfe von Funkblockern stören.
  • Originalpapiere und Zweitschlüssel nicht im Auto aufbewahren.
  • Außerdem sollte über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Parkkralle oder Lenkradsperre sowie eine Alarmanlage und ein Ortungssystem nachgedacht werden.
  • Ist ein Schlüssel weg, muss umgehend gehandelt werden. Steht das Auto in der Nähe, sollte es bewacht und wenn möglich an einen sicheren Ort gebracht werden. Danach sollte der Versicherer informiert und ein Schlüssel-Diebstahl bei der Polizei angezeigt werden.

Kommt der Wagen dennoch abhanden, muss sofort die Polizei informiert werden und zeitnah danach auch die Versicherung. Diese hat dann einen Monat lang Zeit, den Fall zu überprüfen. Manchmal taucht ein als gestohlen gemeldetes Fahrzeug auch wieder auf. Der Geschädigte muss seinen Pkw in diesem Fall wieder zurücknehmen. Bleibt der Wagen verschwunden, wird es rechtlich gesehen Eigentum der Versicherung. Diese ersetzt dem Geschädigten dann in der Regel den Wiederbeschaffungs- oder Zeitwert. Dieser wird häufig mit Hilfe eines Sachverständigen ermittelt.

Den entstandenen Schaden ersetzt die Teilkaskoversicherung. Es sei denn, es liegt ein grobe Fahrlässigkeit beim Halter vor. Auch wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, wird entschädigt, denn die Teilkasko ist automatisch in der Vollkasko inbegriffen. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl keinen Einfluss, wie die GDV mitteilt. Wer nur die gesetzliche vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, ist hingegen gegen den Diebstahl seines Wagens nicht versichert.

Quelle: n-tv.de, awi

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