Ratgeber

Trekkingräder bei Warentest Bei zwei Modellen brach der Rahmen

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Trekkingräder eignen sich für längere Touren, aber auch für den täglichen Einsatz im Alltag.

(Foto: imago/Schöning)

Trekkingräder sind komfortable Begleiter für Alltag und Touren. Wer bereit ist, 800 Euro oder mehr auszugeben, bekommt oft auch gute Qualität. Doch nicht alle Modelle bestehen den Dauertest.

Was die Multifunktionsjacke in der Mode ist, ist das Trekkingrad bei Fahrrädern: Ein praktischer Allrounder ohne besondere ästhetische Ansprüche. 20 Trekkingrad-Modelle bekannter Hersteller hat sich die Stiftung Warentest für die Juni-Ausgabe des "Test"-Hefts genauer angesehen. Zwölf von ihnen garantieren dauerhaften Fahrspaß. Zwei fielen im Dauertest allerdings durch: der Rahmen war gebrochen.

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Der Prüfstand: Tretkurbel, Lenker, Sattel­stütze und Gabel werden über 20 000 Kilometer Lasten ausgesetzt, wie sie in der Praxis vorkommen.

Trekkingräder eignen sich für den Weg zur Arbeit ebenso wie für längere Touren. Die Federgabel sorgt für Bequemlichkeit. Die Rahmengeometrie und die fein abgestufte Kettenschaltung – meist Shimano Deore - ermöglichen sportliches Fahren auch auf längeren und hügeligen Strecken. Dazu kommt die alltagstaugliche Ausstattung mit Licht, Gepäckträger und Schutzblechen. Scheibenbremsen sind inzwischen Standard, auf Felgenbremsen setzten nur die beiden Kandidaten von Gudereit. Die Technik hat allerdings auch ihren Preis, die Räder im Test kosteten zwischen 750 und 900 Euro.

Rahmenbruch im Dauertest

Nicht immer könnten die Käufer für das Geld gute Qualität erwarten, moniert "Warentest". Den harten Dauertest – 20.000 Kilometer unter Belastung, abgespult im Zeitraffer – haben nur vier von zehn Herrenrädern ganz ohne Blessuren überstanden. Bei den Modellen von Pegasus und Gudereit brach der Rahmen an der Schweißnaht zwischen Steuerrohr und Unterrohr. Weil das eine ernsthafte Sicherheitsgefahr sein kann, wurden die beiden Räder auf "mangelhaft" abgewertet. Die Damenvarianten erwiesen sich als etwas stabiler. Hier gab es keine Brüche, sondern nur Risse bei den Rädern von Gudereit und Hercules. "Ausreichend" war das trotzdem noch.

Die trapezförmigen Damenrahmen sind flexibler und stecken Erschütterungen leichter weg als die steifen Diamantrahmen. Die haben dafür einen anderen Vorteil: Mit viel Gepäck beladen fahren sie sich oft besser. Die meisten Hersteller geben das zulässige Gesamtgewicht, also Rad plus Fahrer und Gepäck, mit 120 bis 135 Kilogramm an – übrigens sowohl bei Damen-, also auch bei Herrenrädern. Im Test mussten sich die Räder nur mit 25 Kilogramm Zuladung beweisen. Als besonders fahrstabil stach das Kalkhoff Endeavour hervor, sowohl in der Damen- als auch in der Herrenvariante. Auch das Pegasus Opero SL (Damen) und das Raleigh Rushhour (Herren) überzeugten.

Kritisch wurde es dagegen beim Diamant Elan Deluxe. Beladen und bei Tempo 30 habe die Damenvariante so widerborstig auf Unebenheiten reagiert, "dass manchem Fahrer angst und bange wurde", schreibt "Warentest". Nur die Tatsache, dass dieses Tempo im Alltag ohnehin selten erreicht wird, bewahrte das Modell vor einer Abwertung auf "mangelhaft".

Kalkhoff liegt knapp vorn

Neben der Fahrstabilität prüfte Warentest unter anderem Komfort, Wendigkeit und Schaltverhalten, die Beleuchtung und die Verarbeitung. Testsieger bei den Damenmodellen wurde mit hauchdünnem Vorsprung das Kalkhoff-Modell für 900 Euro. Will man Anhänger oder Kindersitz montieren, gibt es aber bessere Varianten. Die günstigste: das Pegasus Opero für 750 Euro. Ein "Preisbrecher mit guter Qualität", loben die Warentester.

Bei den Herrenmodellen lagen Kalkhoff und Raleigh in der Gesamtwertung gleichauf. Preislich sind beide bei 900 Euro angesiedelt, wobei beim Kalkhoff die etwas hochwertigere Deore-Schaltung verbaut ist. "Laufruhig, sportlich und solide" lautet das Test-Urteil zum Kalkhoff, das Raleigh sei dagegen komfortabel und "besonders reisetauglich". Das günstigste "gut" getestete Herrenmodell war das Kreidler Raise RT6 für 800 Euro. Wer häufig viel Gepäck dabei hat, sollte aber lieber noch etwas mehr Geld ausgeben.

Quelle: ntv.de, ino