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Banden plündern Reisende Die Tricks der Taschendiebe in der Bahn

Taschendiebe gehen gewieft vor. Sie haben ganz unterschiedliche Tricks und Herangehensweisen, um Wertgegenstände zu klauen. Foto: Andrea Warnecke

Taschendiebe gehen gewieft vor. Sie haben ganz unterschiedliche Tricks und Herangehensweisen, um Wertgegenstände zu stehlen.

(Foto: dpa-tmn)

Taschendiebe haben meist bestimmte Vorgehensweisen. Reisende sollten deshalb Wertgegenstände immer möglichst nah bei sich tragen. Wer sein Smartphone oder Portemonnaie behalten möchte, sollte sich vor diesen Tricks schützen.

Die Zahl der Taschen- und Gepäckdiebstähle in Zügen und Bahnhöfen steigt. Reisende sollten deshalb unbedingt die Tricks der Diebe kennen. Die Bundespolizei spricht von professionellen Tätern, die international unterwegs seien. Sie gingen arbeitsteilig in Gruppen von drei bis sechs Leuten vor: Ein Täter beobachte die Umgebung. Einer lenke das Opfer ab, das vielleicht mit einer offenen Handtasche oder einem Geldbeutel in der Hosentasche vielversprechend aussehe. Ein Dritter lange zu.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes stellt typische Maschen der Kriminellen vor:

Der Rempel-Trick

Das Opfer wird in einer Menschenmenge von einem Dieb oder mehreren Tätern bedrängt. Oder beim Einsteigen in den Zug oder beim Aussteigen stolpert der Vordermann plötzlich, und das Opfer läuft auf. Diese Ablenkung nutzen die Diebe aus.

Der Stadtplan-Trick

Ein Fremder fragt nach dem Weg, auf einem Stadtplan oder einem Aushang am Bahnhof soll man ihm die Route beschreiben. Diebe nutzen die Ablenkung aus und greifen zu.

Der Geldwechsel-Trick

Auch hier wird Hilfsbereitschaft ausgenutzt: Öffnet das Opfer sein Portemonnaie, um für den Dieb Geld zu wechseln, greift dieser sich schnell die Scheine und haut ab.

Der Bettel-Trick

Mehrere Kinder umringen das Opfer und betteln es an - ein Kind nutzt die Situation und stiehlt unbemerkt die Geldbörse.

Der Klopf-Trick

Ein Täter klopft an die Fensterscheibe des Zuges. Während der irritierte Fahrgast nach draußen blickt, schlägt der Komplize zu und klaut Wertsachen oder die ganze Handtasche. Innerhalb kürzester Zeit ist der Dieb unbemerkt aus dem Zug ausgestiegen.

Wichtig ist es zudem, Bargeld, Karten und Papiere so nah wie möglich am Körper zu tragen, am besten auf mehrere Innentaschen verteilt. Die Verschlussseite von Handtaschen sollte zum Körper hin getragen werden. Hat doch ein Dieb zugeschlagen, gilt es, Geldkarten unter der Rufnummer 116 116 und im polizeilichen Meldesystem KUNO zu sperren.

44.800 solche Delikte hat die Bundespolizei im vergangenen Jahr in Zügen und auf Bahnhöfen gezählt: Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 25 Prozent. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt aufgrund solcher Zahlen auf eine verstärkte Einstellung von Ermittlungsbeamten. Dies sei nötig, um die notwendige Kriminalitätsbekämpfung und Ermittlungsarbeit wirkungsvoll bewältigen zu können. 

Quelle: n-tv.de, awi/dpa