Ratgeber

Erste Wahl fürs Eigenheim Die besten Riester-Bauspartarife

Die eigenen vier Wände stehen als Altersvorsorge hoch im Kurs. Seit 2008 gibt es dafür auch wieder Förderung vom Staat: Wohn-Riester heißt das Modell, das Bausparkassen derzeit gute Geschäfte beschert und Bauherren schneller ins Eigenheim bringt - vorausgesetzt, sie haben einen brauchbaren Vertrag. Die Stiftung Warentest hat nachgerechnet, welche Angebote sich wirklich lohnen.

Mit Riester-Renten machen die Versicherer derzeit kaum noch Geschäfte. Das heißt aber nicht, dass sich die Bundesbürger die staatliche Förderung durch die Lappen gehen lassen würden: Wohn-Riester ist gefragt wie nie zuvor. Die Stiftung Warentest hat sich für die November-Ausgabe von "Finanztest" entsprechende Bauspar-Tarife angesehen und mit ungeförderten Angeboten verglichen. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Riester-Bausparverträge schlagen konventionelle Angebote – und Wüstenrot ist der klare Testsieger.  

Auffallend ist, wie viele Anbieter sich dem Test entzogen: Neun von 21 angefragten Bausparkassen verweigerten die Teilnahme. Die Vermutung liege nahe, dass ihre Tarife "wohl nicht so ideal" seien, so "Finanztest". Drei Bausparkassen konnten zudem keinen Riester-Tarif anbieten.

Ein Riester-Bausparvertrag funktioniert zunächst wie jeder andere Bausparvertrag: Durch relativ niedrige Guthabenzinsen in der Ansparphase sichert man sich für die Zukunft ein Darlehen zu vorher festgelegten Konditionen. Angesichts der andauernden Niedrigzinsphase keine schlechte Idee, in den Test-Tarifen lagen die Kreditzinsen zwischen 2,75 und 4,25 Prozent. Von den Einzahlungen aufs Bausparkonto gehen Kontoführungsgebühren und eine Abschlussgebühr ab. Letztere wird bei Riester-Verträgen nicht gleich am Anfang verrechnet, sondern auf die ersten fünf Jahre verteilt. Das ist kundenfreundlich, weil schon ab der ersten Einzahlung Zinsen gesammelt werden.

Förderung spart Zinsen

Der größte Vorteil der Riester-Bausparverträge liegt in der staatlichen Förderung: Bis zu 154 Euro im Jahr legt der Staat auf die Einzahlungen drauf, hinzu kommt gegebenenfalls eine Kinderzulage von 185 bis 300 Euro pro Kind, je nach Geburtsjahr. Mit den gleichen Fördersätzen hilft der Staat später bei der Tilgung des Darlehens, so dass Bauherren am Ende schneller schuldenfrei sind als bei einem gewöhnlichen Bausparvertrag. Die besten Riester-Tarife, die "Finanztest" geprüft hat, können es auch ohne Förderung mit herkömmlichen Bauspartarifen aufnehmen. Durch Zulagen und gegebenenfalls auch Steuervorteile schneiden sie aber noch deutlich besser ab.   

Allerdings ist nicht jeder Riester-Vertrag durch die Förderung automatisch ein gutes Geschäft. Ein Vergleich ist schwierig: Nur auf die Spar- und Darlehenszinsen zu achten, bringt Bausparer kaum weiter, weil noch eine Reihe weiterer Kriterien eine Rolle spielen. Abschlussgebühren etwa, Mindestguthaben oder Zuteilungsfristen. Und letztlich ist auch entscheidend, wie gut der Vertrag auf den Kunden abgestimmt ist. Bei einer zu hohen Bausparsumme etwa hilft auch der beste Vertrag nichts. "Finanztest" hat den Bausparkassen also vier konkrete Modellfälle vorgelegt und anhand dessen Angebote errechnen lassen.

Gemessen wurden die Bausparverträge an einer Bankenfinanzierung: In den Beispielfällen war das ein Riester-geförderter Banksparplan mit 1,5 Prozent Zinsen, der später als Eigenkapital für ein Hypothekendarlehen mit 5,25 Prozent Zinsen verwendet wird.

Testsieg geht an Wüstenrot

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Wenn der Bausparer sicher ist, dass er auch bauen will, ist der RB/FX-Tarif von Wüstenrot mit seinem Kreditzinssatz von 2,80 Prozent die beste Wahl. Im Vergleich zur Finanzierung sparten die Beispielkunden hier bis zu 5360 Euro. Allerdings ist die Bausparsumme bei Wüstenrot mit mindestens 50.000 Euro schon recht hoch angesetzt. Wer weniger sparen will, ist mit den Tarifen der Aachener (Tarif G) oder der Alten Leipziger (easy finanz Riester) besser bedient. 

Die Angebote der Aachener sowie von Schwäbisch Hall (Fuchs WohnRente) eignen sich auch für unentschlossene Sparer, die noch nicht wissen, ob sie das Darlehen später wirklich abrufen möchten. Wer lieber weiterspart oder das Geld auf einen anderen Riester-Vertrag überträgt, wird hier mit einem Zinsbonus entschädigt und kommt damit auf eine bessere Rendite als mit einem Riester-Banksparplan mit 1,5 Prozent Zinsen.

Die Nachteile von Wohn-Riester

Das Guthaben abzuziehen und den Vertrag zu kündigen, ist beim Riester-Bausparen zwar möglich, aber keine gute Option. In diesem Fall fordert die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen die gezahlten Zulagen und den Steuervorteil zurück, außerdem muss der Zinsvorteil versteuert werden. Apropos Steuern: Die werden wie bei konventionellen Riester-Verträgen auch beim Wohn-Riester im Rentenalter fällig. Dafür werden alle Tilgungsleistungen und Zulagen auf einem fiktiven Wohnförderkonto erfasst und mit zwei Prozent verzinst, ab 2013 soll der Satz auf ein Prozent sinken. Im Ruhestand muss man auf die Summe auf dem Förderkonto Einkommensteuer bezahlen, entweder sofort oder in Raten bis zum 85. Lebensjahr.

Und noch etwas ist beim Riestern anders als beim normalen Bausparen: Die Riester-Förderung gilt nur fürs Eigenheim. Wird das Haus verkauft oder vermietet, kommt der Fiskus schon vor dem Rentenalter ins Spiel und verlangt Steuern für das Förderkonto. Dem kann man entgehen, wenn man sich innerhalb der nächsten vier Jahre ein neues Haus kauft oder den Betrag auf dem Förderkonto in einen anderen Riester-Vertrag einzahlt. Flexibilität gibt es bei berufsbedingten Umzügen: Dann darf man die Immobilie untervermieten – vorausgesetzt, man zieht mit spätestens 67 Jahren wieder ein.   

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Quelle: n-tv.de, ino

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