Ratgeber

Barmer zieht nach Diese Beitragssätze sind beschlossen

In dieser Woche beschließen auch die letzten Krankenkassen, wie viel Geld sie künftig von ihren Kunden verlangen. Richtig mutig sind nur wenige. Zwei heben ihren Beitrag über das bisherige Niveau und müssen nun hoffen, dass ihnen nicht die Mitglieder weglaufen.

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Für die Kunden der Barmer bleibt alles beim Alten.

(Foto: imago/Rainer Unkel)

Mit der Barmer GEK hat nun auch die zweitgrößte Krankenkasse ihren Beitrag für das kommende Jahr verkündet. 15,5 Prozent zahlen die 8,6 Millionen Barmer-Versicherten, den gleichen Beitrag wie im vergangenen Jahr. Der Verwaltungsrat entschied am Mittwoch, die Einführung der neuen Zusatzbeiträge nicht für eine Veränderung der Beitragslasten zu nutzen. Der Branchenprimus Techniker Krankenkasse hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Beitrag  um 0,1 Prozentpunkte zu verringern. Angesichts einer Rücklage von drei Millarden Euro hätten sich manche womöglich mehr erwartet.  

Auch die IKK classic als größte Innungskrankenkasse agiert vorsichtig. Hier zahlen die Versicherten künftig ebenfalls 15,4 Prozent, genauso wie bei der Mobil Oil, einer der größten Betriebskrankenkassen. Für die eine Million Versicherten der SBK bleibt der Beitrag konstant bei 15,5 Prozent. Die DAK Gesundheit lässt ebenfalls alles beim Alten.

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Diese Beitragssätze sind beschlossen.

Auf einen Preiswettbewerb möchten sich die großen Kassen offenbar nicht einlassen. Das ist verständlich, denn die Rücklagen werden sie in Zukunft noch brauchen. Die Kosten für Arzneimittel, Arztbehandlungen und Klinikaufenthalte steigen schneller als die Einnahmen. Deshalb verhalten sich viele Kassen – darunter auch die Schwergewichte der Branche – eher konservativ und reizen den Spielraum für Preissenkungen nicht einmal ansatzweise aus.

Die fetten Jahre sind vorbei

Mit der von der Koalition beschlossenen Finanzreform sinkt der allgemeine Beitragssatz für alle Kassen zum 1. Januar von üppig kalkulierten 15,5 auf 14,6 Prozent. Über diesen Grundbetrag hinaus können die Kassen prozentuale Zusatzbeiträge festsetzen. Da parallel der Sonderbeitrag von 0,9 Prozent wegfällt, entsteht für die Kassen eine Finanzlücke von rund elf Milliarden Euro. Zwei Kassen trauen sich zu, ohne Zusatzbeitrag auszukommen: Die BKK Euregio und die Metzinger BKK, die  bereits jetzt mit dem Slogan "Starke Leistung, kleiner Preis" um neue Kunden wirbt. Beide sind allerdings nicht bundesweit zugänglich. Die Metzinger BKK steht nur Versicherten aus Baden-Württemberg offen. Die BKK Euregio ist auf Versicherte aus NRW und Hamburg beschränkt.

Bis heute Nachmittag haben dem Internet-Portal krankenkassen.de zufolge 73 Kassen ihren Beitrag festgesetzt. 41 davon liegen unter 15,5 Prozent und werden damit für ihre Mitglieder günstiger. Zwei Anbieter werden aber auch einen höheren Beitrag verlangen: Die BKK family und die IKK Südwest haben sich auf einen Beitrag von je 15,8 Prozent geeinigt und riskieren damit, von ihren Mitgliedern abgestraft zu werden.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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