Ratgeber

Geänderte Straßenverkehrsordnung Diese Regeln gelten jetzt für Radler

imago61756534h.jpg

Wenn es keine Fahrradampeln gibt, gelten für Radler die gleichen Lichtzeichen wie für Autos.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Das Wetter lädt aktuell nicht unbedingt zum Radfahren ein. Trotzdem sollten sich Verkehrsteilnehmer mit den Regeln vertraut machen, die für Radfahrer mit dem Jahreswechsel in Kraft getreten sind.

Radfahren mit Kind ist in Großstädten kein ganz einfaches Unterfangen. Technisch nicht, aber auch rechtlich nicht. Bisher zumindest war es Eltern kaum möglich, kleine Kinder auf dem Rad zu begleiten, ohne sich angreifbar zu machen. Denn Kinder unter acht Jahren mussten grundsätzlich auf dem Gehweg fahren. Für erwachsene Radfahrer war das verboten – bis jetzt. Nach einer Änderung ist die Straßenverkehrsordnung realitätsnäher geworden.

Jetzt darf eine Begleitperson ab 16 Jahre ebenfalls auf dem Gehweg radeln, um ihre Aufsichtspflicht zu erfüllen. Allerdings nur mit reiner Muskelkraft und nicht per E-Bike. Und natürlich vorsichtig, betont das Bundesverkehrsministerium: "Fußgänger haben absoluten Vorrang." Sind mehrere Erwachsene mit dem Kind unterwegs, müssen die anderen auf die Straße. Und wenn Kind und Begleiter gesetzeskonform die Straßenseite wechseln wollen, müssen sie absteigen und schieben. Denn auf der Fahrbahn dürfen die Jüngsten ihr Fahrrad nicht benutzen.

Bislang war es außerdem so, dass Unter-Achtjährige selbst dann den Bürgersteig befahren mussten, wenn es einen Radweg gab. Das gilt jetzt nicht mehr. Auch kleine Kinder dürfen nach der Neuregelung Radwege nutzen, die baulich von der Fahrbahn getrennt sind. Radfahrstreifen auf der Fahrbahn sind aber weiterhin nur für Ältere freigegeben.

"Auto-Ampel" ist maßgebend

Apropos Radwege: Auch hier gab es zum 1. Januar eine Neuerung in der Straßenverkehrsordnung. Viele Radwege wurden in den letzten Jahren mit eigenen Fahrradampeln ausgestattet. Wo es keine gibt und Radwege direkt neben dem Fußweg laufen, mussten sich Radler bisher nach den Ampeln für Fußgänger richten - auch wenn sie deutlich schneller sind. Damit ist nun Schluss. Seit Anfang des Jahres sind die Ampeln für den Fahrverkehr maßgebend.

Radfahrer dürfen also nicht losfahren, wenn die Fußgängerampel auf grün springt, sondern müssen erst warten, bis auch die Autos rollen. Aber sie dürfen nun eben auch dann noch fahren, wenn die Fußgänger schon rot haben. Autofahrer müssen also noch genauer hinsehen, wenn sie rechts abbiegen. Wenn die Fußgängerampel auf rot steht, kann durchaus noch ein Radler den Weg kreuzen.

E-Mofas auf Radwegen

Grundsätzlich sind Radwege auch für E-Bikes freigegeben, deren Motor bei 25 km/h abriegelt. Dennoch gibt es jetzt ein Zusatzschild, das ausdrücklich besagt "E-Bikes frei". Das ist ein wenig verwirrend, aber nicht überflüssig. Gemeint sind hier nämlich nicht die klassischen Pedelecs, also Fahrräder mit Motorunterstützung, sondern E-Mopeds und E-Scooter bis zu 25 km/h. Anders als bei Elektrofahrrädern muss der Fahrer hier nicht in die Pedale treten. "E-Bikes frei" ist also die modernere Form des Zusatzschildes "Mofas frei". Sogenannte S-Pedelecs, die bis 45 km/h erreichen können, dürfen auf Radwegen auch weiterhin nicht fahren.

Quelle: ntv.de, ino