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Durchtrainiert im Rollstuhl Dreiste Lüge kostet Versicherungsschutz

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(Foto: imago/Danita Delimont)

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll für den Ernstfall absichern. Und ist bei Arbeitnehmern gefragt. Gesundheitsfragen sollten dabei unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Denn wie immer im Leben gilt: Ehrlich währt am längsten.

Derzeit wird jeder vierte Arbeitnehmer vor dem Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Versicherungsprodukte, die vor dem finanziellem Ruin schützen, sind dementsprechend bei Arbeitnehmern begehrt - und nicht einfach zu bekommen, ist doch ein Gesundheitscheck Standard. Gesundheitsfragen sollten deshalb unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Doch selbst wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ergattert, muss sich korrekt verhalten, sonst darf die Versicherung fristlos kündigen. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg entschieden (Az.: 5 U 78/16).

In dem verhandelten Fall hatte der spätere Kläger nach einem Unfall zunächst Zahlungen aus seiner BU-Versicherung erhalten. Nach einiger Zeit wollte die Versicherung den Gesundheitszustand des Verunglückten überprüfen. Bei einem Treffen saß der Mann im Rollstuhl und gab vor, Schmerzen zu haben. Der Versicherungsmitarbeiter wunderte sich jedoch über den augenscheinlich sportlich-gestählten körperlichen Zustand des Rollstuhlfahrers. Weitere Recherchen im Internet förderten aktuelle Bilder zu Tage, auf denen der Mann als erfolgreicher Marathonläufer posierte. Außerdem bot der Versicherte dem Mitarbeiter eines von der Versicherung eingeschalteten Detektivbüros seine Arbeitsleistung als Küchenbauer an. Daraufhin kündigte die Versicherung dem Leistungsempfänger wegen arglistiger Täuschung.

Zu Recht, wie das OLG entschied. Den bei einer derart dreisten Lüge dürfe die Versicherung den Vertrag fristlos kündigen. Das Vertrauen in die Redlichkeit des Vertragspartners sei so sehr erschüttert, dass eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessenlagen nicht mehr zumutbar sei. Auch eine vorherige Abmahnung sei nicht erforderlich. Denn anderenfalls hätte jeder Versicherungsnehmer die Möglichkeit, einmal sanktionslos zu versuchen, die Versicherung hinters Licht zu führen.

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Quelle: n-tv.de, awi

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