Ratgeber

Rasanter Anstieg 3,25 Prozent Zinsen für drei Jahre Festgeld sind drin

Geld in die Spardose stecken war mal: Inzwischen gibt es wieder attraktive Konditionen für Tages- und Festgeld.

Geld in die Spardose stecken war mal: Inzwischen gibt es wieder attraktive Konditionen für Tages- und Festgeld. Zumindest nominell.

(Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Den Spargroschen auf einem Festgeldkonto anzulegen, war lange etwas für Liebhaber. Zu gering war der Ertrag in den letzten Jahren. Doch so langsam wendet sich das Blatt - die Konditionen werden deutlich besser. Zumindest auf dem Papier, wie Finanztest feststellen kann.

Viele Jahre lang haben Sparer über zu niedrige, gar keine oder sogar Negativzinsen gemurrt. Zuletzt hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf die hohen Inflationsraten im Euroraum reagiert und den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf 1,25 Prozent erhöht.

Nun steigen die Zinsen für Festgeld so schnell wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt die Finanztest-Untersuchung der Konditionen von mehr als 140 Banken. Die durchschnittliche Rendite der besten zehn Anbieter im Finanztest-Dauertest ist mit 2,54 Prozent für einjähriges Festgeld so hoch wie in den letzten neun Jahren nicht mehr.

2021 lagen laut Bundesbank in Deutschland 2,15 Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten mit geringer oder gar keiner Verzinsung. Ohne jenen, die den Schritt der EZB begrüßen, die Stimmung verhageln zu wollen, darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die Teuerungsrate in Deutschland Ende November bei 10 Prozent lag. Womit die Zinsen weiterhin real stark negativ sind.

Bis zu 2,77, 3,05 und 3,25 Prozent sind je nach Laufzeit drin

Aber zumindest auf dem Papier sieht die Sache freundlicher aus. Mittlerweile gibt es für einjähriges Festgeld, das sicher angelegt ist, bis zu 2,77 Prozent Zinsen (bei der französischen EBI Groupe Ecobank über das Zinsportal Zinspilot), für 2 Jahre 3,05 Prozent und für 3 Jahre angelegtes Festgeld bereits 3,25 Prozent (Addiko Bank - über Weltsparen).

In ihren Zinsvergleich beziehen die Tester nur Banken aus EU-Staaten, dem Europäischen Wirtschaftsraum sowie Großbritannien ein, die von den drei größten Ratingagenturen eine Topbewertung für ihre Wirtschaftskraft haben. Denn nur hier halten die Tester die Einlagensicherung für so stabil, dass Anleger bei einer größeren Bankenpleite zeitnah entschädigt werden könnten.

Nicht zu lange Zinsbindung wählen

Angesichts der Zinsrallye rät Finanztest jedoch, sich nicht zu lange zu binden. Festgeld mit mehr als dreijähriger Bindung lohnt derzeit ohnehin nicht. Und um von weiter steigenden Zinsen zu profitieren, sollten Kunden ihr Geld in Produkte mit unterschiedlicher Laufzeit anlegen, zum Beispiel ein, zwei und drei Jahre. Wird eine Tranche fällig, kann sie zu besseren Konditionen angelegt werden. Sinken die Zinsen, hat man zumindest in Teilen noch zinsfest angelegt. Sparer sollten beim Abschluss einer mehr­jährigen Fest­geld­anlage darauf achten, dass der Zinsfluss jähr­lich erfolgt. Bei den meisten Angeboten werden die Zinsen jähr­lich auf ein Konto des Anlegers ausgezahlt und sind dann auch steuer­pflichtig. Es gibt aber auch Fest­zins­anlagen, bei denen die Zinsen dem Anlage­konto gutgeschrieben und im nächsten Jahr mitverzinst werden. Das ist gut, da so der Zinseszins-Effekt wirkt.

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Gar nichts zu tun, führt zu realen Vermögensverlusten. Sollte sich die Inflation in den kommenden fünf Jahren auf durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr verfestigen, schmilzt die Kaufkraft von 10.000 Euro auf einem unverzinsten Konto auf rund 7835 Euro ab. Das entspricht einem Verlust von fast 22 Prozent.

Festgeldkonten im Vergleich

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 06. Dezember 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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